G E O R G    A U G U S T      Z I N N

 

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Sonderstempel Besuch Königin Elizabeth II in Wiesbaden-

Beleg signiert von Georg August Zinn

 

 

 

Georg August Zinn wurde am 27. Mai 1901 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur und drei Jahren Verwaltungsdienst in der Kasseler Stadtverwaltung studierte er von 1923 bis 1926 Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Berlin, legte 1927 das erste und 1931 das zweite Staatsexamen ab. Danach ließ er sich als Rechtsanwalt in Kassel nieder. Der SPD trat er 1920 bei. 1929 wurde er Stadtverordneter in Kassel. Zu Beginn des NS-Regimes wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit inhaftiert. Ab 1941 war Zinn Soldat und geriet 1945 in Kriegsgefangenschaft.

 

Nach seiner Heimkehr war Georg August Zinn zunächst Landgerichtsdirektor in Kassel. Im Oktober 1945 wurde er als Justizminister in das Kabinett von Ministerpräsident Karl Geiler und in gleicher Eigenschaft 1946 in das Kabinett von Ministerpräsident Christian Stock berufen. In dieser Funktion  baute er die demokratische Justiz Hessens auf. 1947 war er Vizepräsident und Mitglied des Wirtschaftsrates und 1948 Mitglied des Parlamentarischen Rates, in dem er den Vorsitz des Redaktionsausschusses innehatte. Ab August 1949 gehörte er als Abgeordneter dem Deutschen Bundestag an. Als Mitautor der Hessischen Landesverfassung vom 1.Dezember 1946 und des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 23.Mai 1949 hat er die politischen Grundlagen Hessens und Deutschlands maßgeblich mitbestimmt.

 

Am 14. Dezember 1950 wählte ihn der Hessische Landtag zum Ministerpräsidenten. Dieses Amt übte Georg August Zinn nach seiner Wiederwahl in den Jahren 1954, 1958, 1962 und 1966 bis zum 3. Oktober 1969 aus, als er aus gesundheitlichen Gründen seinen Verzicht erklärte.  Von 1950 bis 1963 nahm er in Personalunion die Geschäfte des Justizministers wahr. Dem Hessischen Landtag gehörte er von 1954 bis 1970 an. Lange Jahre war er Vorsitzender des Bezirks Hessen-Nord der SPD und gehörte zum SPD-Parteivorstand. Die Städte Kassel, Frankfurt am Main und Wiesbaden verliehen ihm die Ehrenbürgerwürde. Er war Träger des Großkreuzes des Bundesverdienstkreuzes und wurde am 26. Mai 1971 mit der Wilhelm-Leuschner- Medaille ausgezeichnet. Dr. h.c. Georg August Zinn starb am 27. März 1976 in Frankfurt am Main.