O T T O         W E L S

 

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70. Jahrestag des "Ermächtigungsgesetzes"

 

Otto Wels und seine historischen Worte am 23. März 1933 vor dem Reichstag:

 

 

 "Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde

feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit,

der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht,

Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."

 

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“.

 

 

 

 

Allein die Sozialdemokraten stimmten geschlossen gegen das "Ermächtigungsgesetz",

das den braunen Horden das "Recht" gab, jedwelche Gesetze zu erlassen.

Selbst so honorig nach dem Krieg sich gebende Leute wie der Liberale Theodor Heuss

oder der christliche Gewerkschafter und Zentrumspolitiker Jakob Kaiser, stimmten diesem "Gesetz" zu.

Die politisch und moralisch einzig mögliche Haltung von Otto Wels gipfelte in rasender Polemik seitens Hitlers.

 

 

 

Otto Wels, Sohn eines Gastwirtes, besuchte von 1879 bis 1887 die Volksschule und erlernte bis 1891 das Tapeziererhandwerk. Auf seine Gesellenzeit folgte der Militärdienst. Nach Eintritt in die sozialdemokratische Partei wurde Otto Wels zunächst Revisor, dann Vertrauensmann des 5. Berliner Reichstagswahlkreises.

 

Zwischen 1902 und 1917 war er Delegierter zu verschiedenen sozialdemokratischen Parteitagen. 1912 wurde Otto Wels erstmals in den Reichstag und  1913 als Beisitzer in den Parteivorstand gewählt. Am 14. Juni 1919 auf dem Weimarer Parteitag wurde er dann zum Vorsitzenden der SPD gewählt und vertrat eine strikt antikommunistische Politik. Im gleichen Jahr war er Mitglied der Nationalversammlung und von 1920 bis 1933 Mitglied des Reichstages (MdR).

 

Otto Wels war ein entschiedener Verfechter der Weimarer Republik und setzte sich für Stabilität ein. Er war für die Annahme des Dawes- (1914) und des Young-Planes (1930). Vor dem Reichstag hielt er am 23. März 1933 eine couragierte Rede gegen das Ermächtigungsgesetz.

 

Am 26. April 1933 wurde Wels als Parteivorsitzender wieder gewählt. Anfang Mai 1933 verließen Wels und andere Mitglieder der Parteiführung das faschistische Deutschland. Die emigrierte Führung beschloß, den Sitz des Parteivorstandes nach Prag zu verlegen, der dort am 2. Juni 1933 unter der Bezeichnung SOPADE (Sozialdemokratische Partei des Exils) seine Arbeit aufnahm. Im Mai 1938 übersiedelte Otto Wels mit dem Emigrationsvorstand nach Paris, wo er nach längerer schwerer Krankheit am 16. September 1939 starb. Begraben wurde er auf dem Friedhof Chantenay-Malabry, einem Pariser Vorort.  Die Deutsche Bundespost widmete dem 100. Geburtstag von Otto Wels die oben gezeigte Gedenkmarke.

 


 

Historischer Vereinigungsparteitag 1924 in Berlin

Die Grußkarte ist unterschrieben von Otto Wels, Hermann Müller u.a.

Sonderauflage für den Parteitag. 

 

  

 Parteitagskarte der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

vom 11. - 14. Juni 1924 in Berlin mit privatem Parteitagsstempel.

Auslands - Frankatur mit Marken der neuen Währung

2x5Pfg. Ziffer auf Korbdeckel und 10Pfg. Adlerausgabe  1923/24.

 

 

 

Quellen

 

Friedrich Ebert-Stiftung

Vorwärts 03/2013

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