Otto Wallburg

 

1889 - 1944

 

 

 

Otto Wallburg

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Otto Wallburg wir als Otto Maximilan Wasserzug am 21. Februar 1889  als Sohn eines  Bankiers in Berlin geboren. Sein Bühnendebüt hat er am Deutschen Theater in Berlin 1909. Das erste Engagement erhält er in Bern noch im gleichen Jahr. Der Erste Weltkrieg unterbricht die Karriere des jugendlichen Helden. Nach Kriegsende wechselt er ins komische Fach.

 

1926 wurde er von Max Reinhardt verpflichtet. Im gleichen Jahr folgt die erste Filmrolle in "Die keusche Susanne" nach der Operette von Jean Gilbert (a.a.O.), nach "Fils à Papa" von Antony Mars und Maurice Desvallières. Nach und nach avanciert er zu einem  der populärsten und bestbezahlten Schauspieler, oft in der Rolle des "komischen Dicken", Abbildung links Rollenfoto aus 1932. Als Kabarettist galt er seinerzeit als der schnellstsprechende Komiker der Welt.

         

 

 

Besetzungsliste und Filmszene aus "Das Smaragd-Kollier" - Otto Wallburg in der Mitte.

 

       

Präsenz und Ausdrucksstärke lassen ihn zum idealen Tonfilmkomiker werden. In Berlin wird Wallburg liebevoll "der Blubberer" genannt. In "Bomben auf Monte Carlo" spielt er an der Seite von Hans Albers (s. Abb.). In Alfred Zeislers "Der Hochtourist" spielt er die 1931 Hauptrolle. Eine weitere folgt 1933 in  "Das Smaragd-Kollier" (s. Abb.). Kurt Tucholsky über Otto Wallburg: ... Man hat's nicht leicht in den Stürmen des menschlichen Lebens. Auf den weißen Wogenkämmen aber tanzt der Dicke, ein Badeengel aus Zelluloid....

 

 

Otto Wallburg als Gottfried Paradies in einem Film voller Verwicklungen:

 

Der Zeitungsausfahrer Willy Streblow (Heinz Rühmann) würde gerne bei einem Radrennen starten. Ihm fehlt aber das Geld.

Seine Braut Hanni ( Tony van Eyck) glaubt, er habe ihrem Vater zwei Räder gestohlen. Entzürnt flirtet Willy Streblow mit Gina.

Der Weltmeister Banz (Hermann Speelmanns) bietet ihm eine Stelle an, wenn er Banz gewinnen läßt. Willy nimmt an,

bis ein anderer die Führung übernimmt und Banz selbst ihn vorschickt. Willy gewinnt das Rennen und das Herz von Hanni.

Regie führte Alfred Zeisler. Die Musik kam von Hans-Otto Borgmann.

 

 

 

Kapitän Craddock (Hans Albers) fährt einen Kreuzer unter der Flagge eines bankrotten Balkanstaats. Sold hat die

gesamte Mannschaft schon lange nicht mehr gesehen. Craddock weigert sich, die Königin mit auf eine Vergnügungsfahrt

zu nehmen. Stattdessen steuert er Monte Carlo an, um den Konsul des bankrotten Staates zur Rede zu stellen.
  
Im Spielkasino lernt er ein Mädchen kennen, das niemand anderes als die Königin ist, die Craddock inkognito

nachgereist ist. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als er am Roulettetisch ein Vermögen verspielt.

Um das Geld zurückzubekommen, droht Craddock dem Direktor der Spielbank mit Beschuss durch seine Schiffsartillerie.

 

Regie führte Hans Schwarz. Die Filmmusik schrieb Werner Richard Heymann.

Die Liedtexte kamen von Robert Gilbert. Den Gesang lieferten u.a. die Comedian Harmonists.

 

Die Vorlagen zeigen Reichspost-Absenderfreistempel Frankotyp mit UfA Filmwerbung.

 

 

Die Nazis verweigern dem Publikumsliebling die Aufnahme in die Reichskulturkammer. 1934 wird ihm auch die "vorläufige Spielerlaubnis" entzogen. Er flieht nach Wien, emigriert 1937 über die Schweiz und Frankreich in die Niederlande. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 spielt er am jüdischen Theater Joodsche Schouwberg. Seit 1943 lebt Otto Wallburg im Untergrund, bis er im Februar 1944 einer Denunziation zum Opfer fällt. Verschleppt ins  KZ Westerborg Hooghalen und ins KZ Theresienstadt folgt am 28. Oktober 1944 die Deportation nach Auschwitz. Nur wenige Tage später wird Otto Wallburg in Auschwitz vergast.

 

 

 

Quellen:

Chronik des deutschen Films -

Metzler Verlag 1995

filmportal.de

Bilder Eigenmaterial