R I C H A R D      T A U B E R

1 8 9 1    -    1 9 4 8

 

 

„Ich will ein deutscher Sänger bleiben...“

 

 

 

 

Der berühmte Opernsänger Richard Tauber gehörte zu den größten Tenören seiner Zeit,

dessen legendärer Ruf sich bis heute erhalten hat. Dabei widmete sich Tauber nicht nur der ernsten Musik.

Er setzte seine Stimme auch für Operetten und Schlager ein, was von einschlägigen Kritikern

zu unrecht negativ bemängelt wurde. Seine größten Erfolge waren:

"Dein ist mein ganzes Herz" und "Gern hab' ich die Frauen geküsst". 

 

 

Richard Tauber, Name einer Stimme, jenes Mannes, dem ein Wunder gelang: gegen die Meinung der Fachleute, beeinträchtigt durch schwere Krankheit, zu einem der ersten Sänger seiner Zeit zu werden! Von Millionen Schallplatten hörten diese Stimme auch jene, die den Mann nie kennenlernten. Die Platten sind erhalten und zeugen von der einmaligen Musikalität  eines Sängers, der dem Leben abgetrotzt hatte, was ihm zu leben bedeutete: Singen! Ihm wurde von der Öffentlichkeit der Name "König des Belcanto" verliehen.  

 

 

Theaterzettel des „Neuen Stadt-Theaters“  in Chemnitz vom 2. März 1913,

der das erste Auftreten Richard Taubers anzeigt.

 

 

Geboren  wurde Richard Tauber (eigentl. Richard Denemy) am 16. Mai 1891 in Österreich als Sohn einer katholischen Sängerin und eines jüdischen Vaters. Nach einer Opern- und Operettenausbildung errang er erste Aufmerksamkeit mit Liedern von Schubert und Mozart. Danach folgte eine einzigartige Karriere, die ihren Höhepunkt in den 1920er und 1930er Jahren fand. In den 1920er Jahren schaffte er zunächst den Durchbruch in Opern, später folgten große Erfolge mit Operetten, wobei seine Auftritte für seinen Hauskomponisten Franz Lehàr besonders populär waren. Er war im ganzen deutschsprachigen Raum daheim.

 

 

 

   

Vorankündigung eines Tauberfilms Im Filmprogramm "Einbrecher" 1931.

Daneben Tauber Werbung Admiralspalast für "Frühlingsstürme" im SPD- Vorwärts vom 28. Februar 1933

 

 

Er sang alles und alles auf seine Art gleich vollendet, vom geflüsterten Chanson bis zur Opernarie. Ihm verdankte der Operettenkomponist Franz Lehar seinen europäischen Ruhm. Taubers Popularität in Lehars eigens für ihn geschriebenen Operetten „Paganini“, „Der  Zarewitsch“, „Friederike“ und das „Land des Lächelns“ war einzigartig. Er war einer der ersten Tenöre, die das Medium des eben erfundenen Tonfilms nutzten. Gewiß, er sang, um zu leben und gut zu leben; aber eigentlich lebte er, um zu singen. Zu seinen wenigen Filmen in Deutschland gehören 'Ich glaub' nie mehr an eine Frau' (1930), 'Die große Attraktion' (1930), 'Das lockende Ziel' (1930), 'Das Land des Lächelns' (1930) und 'Melodie der Liebe' (1932).

 

1933 musste Richard Tauber wegen seiner jüdischen Abstammung wie viele andere Künstler ins Ausland emigrieren. Er ging nach England, wo er seine Laufbahn nahtlos fortsetzen konnte und auch in weiteren Filmen auftrat. Nach dem Krieg blieb Richard Tauber in England, wo er mit der englischen Schauspielerin und Sängerin Diana Napier lebte. Zu seinen letzten filmischen Arbeiten gehören 'Walzt Time' (45) und 'Lisbon Story' (46).

Eine Villa von Richard Tauber befindet sich in Bad Ischl (Privatbesitz). Es ist ein markantes Gebäude am rechten Traunufer, unweit des Tauber-Stieges. Zahlreiche Erinnerungsfotos sind auch in der Lehar-Villa zu sehen. Am Ischler Friedhof befindet sich das Grab seines Neffen Max Tauber. An den großen Sänger erinnert eine Innschrift auf dessen Grabstein. 

Richard Tauber war ein Liebling der Frauen, dem seine Schlager, Opern und Operetten Ruhm und Reichtum einbrachten. Er genoss sein Leben und gab sein Vermögen mit leichter Hand wieder aus. Nach seinem Auftritt in der Oper 'Don Giovanni' starb er an Lungenkrebs. Er wurde auf dem katholischen Friedhof in Kensington West in einem Ehrengrab der Stadt London beigesetzt.

Die Legende, zu der sein Dasein in den zwanziger Jahren geworden war, bewahrt das Gedenken an einen beispielhaften Künstler, an einen ganzen Menschen.

 

 

 

Zum 100. Geburtstag widmeten ihm Philatelisten in Linz einen Sonderstempel.

Die Stadt Berlin benannte eine Straße mit seinem Namen.

 

 

 

Quellen:

Otto Schneidereit: Richard Tauber

"Ein Leben - eine Stimme" - Verlag VEB Lied der Zeit

"Doch das Zeugnis lebt fort" Verlag Annedore Leber 1965

Museum Stadt Bad Ischl

 Bebilderung Eigenmaterial