Camilla Spira

 

 1906 – 1997

 

 

 

  

Reichspost–Absenderfreistempel Frankotyp mit UfA Filmwerbung 

„Morgenrot“–Seekriegsdrama der UfA, U–Bootfilm/Kriegspropaganda:

 

 

„Zu leben verstehen wir Deutsche vielleicht nicht,

aber sterben, das können wir fabelhaft“

 

 

Regie: Gustav Ucicky. Buch: Gerhard Menzel: Kamera: Kurt Hoffmann. Musik: Herbert Windt. Darsteller:

Rudolf Forster, Adele Sandrock, Fritz Genschow, Camilla Spira, Gerhard Bienert, Eduard von Winterstein.

 

 

 

Camilla Spira wurde am 1. März 1906 in Hamburg geboren. Ihre Eltern waren das Schauspielerehepaar Fritz und Lotte Spira. Sie wuchs in Hamburg auf und wollte eigentlich Malerin werden. Nach einem Gastspiel unter ihrem Vater am Walhalla – Theater in Berlin dann Schauspielausbildung und Besuch u.a. des Max -  Reinhardt – Seminars. In Berlin spielte sie dann bis 1933 an verschiedenen Bühnen. Den großen schauspielerischen Durchbruch schaffte Camilla Spira als Wirtin Josepha in der Operette „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky am Metropol – Theater 1930 in Berlin. Drei Jahre spielte sie  unter der Leitung von Erich Charell (a.a.O.) die Rössl-Wirtin im damaligen Berliner Schauspielhaus vor jubelndem Publikum. 

 

 

 

       

Originalpostkarte, links Camilla Spira in "Der Judas von Tirol" -

rechts eigenhändig signierte Fotopostkarte.

 

 

In dem Film „Morgenrot“ verkörperte sie 1933 das Idealbild der Deutschen Mutter. Dessen ungeachtet wurde sie vom NS – Regime mit einem Berufsverbot belegt. Als Jüdin durfte sie nur noch auf der Bühne des jüdischen Kulturbundes auftreten. Sie ließ sich mit ihrem Ehemann Dr. Hermann Eisner, Ziehsohn des Generaldirektors der Engelhardt Brauerei Berlin, Ignatz Nacher (a.a.O.), in Amsterdam nieder. Nach der Pogromnacht 1938 konnte Ignatz Nacher seinen Sohn und die Schwiegertochter Camilla Spira noch warnen, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Sie emigrierten in die USA.

 

 

 

 

Das Drehbuch zum Spielfilm von 1952 stammt wiederum von Erik Charell.

 

 

1947 kehrte sie nach Berlin zurück. Bühnenstationen in Berlin waren das Hebbel – Theater und die Staatlichen Schauspielbühnen mit den Theatererfolgen „Der zerbrochene Krug“, „Des Teufels General“ u.a. In über 50 Filmen war sie von 1923 – 1985 als Darstellerin vertreten. Es waren so bekannte Streifen darunter wie: „Der Judas von Tirol“, „Rosen für den Staatsanwalt“, „Emil und die Detektive“, „Pension Schöller“, „Fuhrmann Henschel“, „Die Buddenbrooks“.

 

 

 

 

 

Das Markenzeichen von Camilla Spira war ihr herzliches Lachen. Sie verkörperte Lebenslust und praktischen Alltagsverstand, mit dem sie auch in Rollen zu intelligenten Zeitzeuginnen ernst genommen werden konnte. Sie lebte verwitwet in Berlin und verstarb am 26. August 1997.