70 Jahre Ruhrfestspiele Recklinghausen

 

Philatelistisch historischer Streifzug

 

 

 

 

 

Loblied auf unsere Heimat

 

Bei uns zu Haus im Kohlenpott...

  

„Ja, dieses Leben ist nur ein Leben,

bei uns zu Haus im Kohlenpott.

Es ist ein Nehmen, es ist ein Geben,

bei uns zu Haus im Kohlenpott.

Probleme gab’s zu allen Zeiten,

doch ich wünsch mir vom lieben Gott,

so wie es ist soll es bleiben,

bei uns zu Haus im Kohlenpott.

 

Liedauszug-Original vom Kinderchor

„Die Trixis" Wanne-Eickel gesungen
 

 

 

Einleitung

  

Diese Ausarbeitung wurde bereits anläßlich des Jubiläums „50 Jahre Ruhrfestspiele“ zusammengestellt. Nur ein kleiner Teil der in vielen Jahren zusammengetragenen Belege soll und kann hier auszugsweise gezeigt werden. Weiterführende Information zu den Ruhrfestspielen z.B. finden sie in den einschlägigen Veröffentlichungen, aus denen auch Auszüge entnommen wurden. Ansprüche auf Vollständigkeit werden nicht erhoben, ebenso wenig auf wissenschaftliche Tiefgründigkeit. Das alles bleibt den "Spezialisten" vorbehalten.  Die Philatelie rund um die Festspiele ist ein Teil der „Heimatgeschichte Recklinghausen  Postalisch“ und soll die Begeisterung für örtliche Begebenheiten fördern.

 

Die Festspiel-Philatelie beinhaltet Sonder- und Werbestempel die anläßlich der Ruhrfestspiele verwendet wurden. Dazu kommen die amtlichen Bildpostkarten der Bundespost, heute Post AG, eine Sondermarke und die Absenderfreistempler der Ruhrfestspiel GmbH und der Stadtverwaltung Recklinghausen.

  

Diese Ausarbeitung ist ein Produkt individueller Sammeltätigkeit; die Philatelie ist der Boden dafür, ein dauerhafter und weltweiter Werbeträger. Philatelisten sind die Partner zur Aufarbeitung entsprechender Themen, waren Wegbereiter für Partnerschaften schon weit vor der Zeit politischer Regelungen.

  

Recklinghausen, im Mai 2006

 

Karl Heinz Mainczyk

 

 

 

Es begann 1946 ...

 

Damals lieferten die Bergleute der Recklinghäuser Zeche „König-Ludwig“ den Hamburger Staatstheatern Koks zur Beheizung ihrer Räumlichkeiten und "retteten" damit deren Theaterleben. Zum Dank für die Hilfe versprachen die Theaterleute Aufführungen vor den Bergleuten in Recklinghausen. Zunächst geschah das auf der Zeche „König-Ludwig“ (s. Abb. Notgeld), dann war der städtische Saalbau (s. Ansichtskate) lange Jahre Domizil der Aufführungen. Später folgte das Haus auf dem „Grünen Hügel“.  

 

  

  

 Notgeld Zeche „König-Ludwig“ 1923 mit Ansicht des Zechengeländes.

Erste Spielstätte Städtischer Saalbau Dorstener Straße- altes Haus und alter Eingang.

 


 

Es wurden künstlerische Akzente gesetzt von hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspielern, wie Therese Giese, Hilde Krahl,

Heidemarie Hatheyer, Bernhard Minetti, Hannes Messemer, Hans Quest, Günter Lamprecht u.v.a. mehr.

Heute sind die „Ruhrfestspiele“ Bestandteil des kulturellen Lebens vor Ort.

 

 

Vestische Wochenschau 1.5. - 14.5.1953 Nr. 11

 

 

 

 

 

Daten zur Baugeschichte des Festspielhauses auf dem „Grünen Hügel“

 

Amtliche Bildpostkarte April 1960 mit einem nichverwirktlichen Festspielhaus-Entwurf

 

 

 

 

20. Juni  1950

Der „Erste Bürgermeister“  von  Hamburg  fordert zur  Eröffnung  der   4.  Ruhr-Festspiele den Bau eines Theaters.

3. November 1953

Der Rat der Stadt Recklinghausen beschließt den Bau eines Festspielhauses.
2. Juni 1960

Spatenstich durch Altbundespräsident Theodor Heuss (mit Spaten), dabei Oberbürgermeister Heinrich Auge MdB/SPD und Bernhard Tacke vom DGB.

3. Juni 1961

Grundsteinlegung durch den damaligen Bundespräsidenten  Heinrich Lübke.

11. Juni 1965

Feierliche Eröffnung des Hauses der Ruhrfestspiele durch den Bundespräsidenten Heinrich Lübke.

 

 

  

 

Der "Grüne Hügel" 1905 und 1980.

 

 

Bernhard Minetti

Der Wallenstein der Ruhrfestspiele 1960

 

 

 Aus freundlicher Erinnerung wurde tiefe Verehrung.

Zur Widmung gab es noch den „Großen Kurfürsten“ aus der Hand von Bernhard Minetti.

 

 

Jean-Paul Sartre 1963

80. Geburtstag von Herbert Wehner

 

 

 


 

Sonder- und Werbestempel

 

Philatelistisch werden die Ruhrfestspiele seit 1949 durch amtliche Bildpostkarten und postalische Sonder-, Werbe- und Absenderfreistempel begleitet. Diese philatelistischen Dinge sind Bestandteil der Werbung für die Festspiele und die Stadt Recklinghausen. Sammler in den Arbeitsgemeinschaften Theater und Schauspiel beschäftigen sich über diese postalischen Beigaben auch mit den Festspielen in Recklinghausen.

 

 

 

 

 

Von 1949 bis 1956 wechselte das ansprechende Stempelbild dreimal, danach gab es bis 1965 zwei verschiedene Maschinenwerbestempel. Ab 1965 wurde neben den beiden älteren Werberstempeln ein neuer Werbestempel mit dem stilisierten Haus der Ruhrfestspiele parallel beim Postamt Recklinghausen verwendet, unterbrochen vom Werbeeinsatz zum 40jährigen Jubiläum der Festspiele. Zum Jubiläum und zur Ausgabe der Sonderbriefmarke am 3. Mai 1996 gab es einen  ovalen  Textstempel, der für Symbole keinen Platz  hatte.

 

 

          

 

 

Für den Philatelisten von besonderer Bedeutung sind dabei lediglich der kopfstehende Werbeeinsatz (manueller Fehler beim Einsetzen in die Stempelmaschine) und die Stempel bzw. Stempelaptierungen während der Zeit der Umstellung auf die dreistellige Postleitzahl ab 1961. Gezeigt werden als Beispiele die Haupttypen der verwendeten Stempel mit Postleitgebietszahl 21a, neuer Postleitzahl 435/4350. Eine umfassende Aufstellung ist einer separaten Ausarbeitung vorbehalten.

 

 

Bildpostkarten

 

Die Stadt Recklinghausen gab bei der Bundespost in den Jahren nach 1950 mehrere amtliche Bildpostkarten mit Ansichten des Festspielhauses in Auftrag. Diese Karten wurden an verschiedenen Orten der Bundesrepublik an den Postschaltern verkauft, später auch am Heimatpostamt und sind ein anderes Standbein postalischer Werbung für die Festspiele und ein beliebtes Sammelgebiet.

 

 

Druckmuster waren nicht frankaturgültig und dienten zur Vorlage für den Auftraggeber,

für die philatelistische Presse und für die Kataloghersteller zur Registrierung.

Rechts Bildpostkarte aus Schalterverkauf mit Jahrhundertstempel 7.7.77 Recklinghausen.

 

    

 

Absenderfreistempel

 

Weitere Hinweise auf die Ruhrfestspiele finden sich auch in den roten Absenderfreistemplern der Stadt Recklinghausen und der Ruhrfestspiel GmbH,

sowie in den privaten Sonderstempeln des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V., der diese Stempel zu den verschiedenen Anlässen orderte.

 

 

Absenderfreistempel mit Werbung Ruhrfestspiele -

Portostufe Postkarte 7 Pfg. für Drucksachen

 

 

 

Sondermarke "50 Jahre Ruhrfestspiele" 1996

 

Foto und Briefmarkenentwurf zum Ruhrfestspieljubiläum 1996 von Hermann Pölking.

Das Bild zeigt von links u.a. Bernhard Minetti, in der Mitte Heidemarie Hatheyer, rechts Hans Quest

im Kreis der Bergleute und wurde anläßlich der Aufführung des Dramas "Don Carlos" 1951 aufgenommen.

 

 

Der endgültige und verausgabte Entwurf mit den

beiden Sonderstempeln zu Ausgabetag.

 

 

 

Quellennachweis

 

Festschrift zur Eröffnung der Ruhrfestspiele 1965

Postalische Belege + Ansichtskarten

Slg. Mainczyk - „Heimatgeschichte  Postalisch“

 

 

Philatelie - sinnvoll eingesetzte Freizeit !