L U D W I G    R O S E N B E R G

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„Der   Weltmann   des   DGB“

(Frankfurter Rundschau)

 

 

 

Bandwerbestempel Hannover Bahnpostamt zum DGB - Kongreß 1962,

auf dem Ludwig Rosenberg zum 1. Vorsitzenden des DGB gewählt wurde.

 

 

 

Genieße die Zeitgenossen

Ludwig Rosenberg

 

 

 

Ludwig Rosenberg stammt aus einer Kaufmannsfamilie in Berlin und  wurde am  29. Juni 1903 geboren. Er besuchte ein Realgymnasium, absolvierte in der väterlichen Firma von 1921-1925 eine Lehre  und wurde kaufmännischer Angestellter. Mit zwanzig Jahren (1923) trat er der SPD bei. Zwei Jahre später wurde er Mitglied des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GDA) und 1928 hauptberuflicher Funktionär derselben Organisation. Ein Sozi in einem Hirsch-Dunckerschen Verband? Im GDA gab es weitere Angestellte mit einem SPD Parteibuch. Der Vorstand wußte davon und duldete es. Rosenberg machte Karriere. Die Spitzenfunktionäre einer liberalen Richtungsgewerkschaft der Weimarer Republik darf man nicht an nationalliberale „Größen“ vom Schlage Erich Mendes messen. Es waren echte Sozialliberale.

 

Früher als andere Kollegen mußte Ludwig Rosenberg aus rassistischen Gründen ins Ausland fliehen. Nach seiner Entlassung am 2. Mai 1933 flüchtete er am 18. Juni 1933 vor der drohenden Verhaftung nach Großbritannien. Dort lebte er von journalistischen und kaufmännischen Tätigkeiten und wurde Mitbegründer der „Landesgruppe deutscher Gewerkschafter in Großbritannien“. Mitte 1946 kam Rosenberg nach Deutschland zurück und wurde zunächst Mitarbeiter im Zonensekretariat des DGB und dann Vertreter im Zweizonen-Gewerkschaftsrat in Frankfurt am Main. Er vertrat den Gedanken der Wirtschaftsdemokratie konsequenter als mancher Vorsitzende und scheute nicht Konflikte mit den höchsten Stellen der amerikanischen Besatzungsmacht.

 

 

 

Nach dem Gründungskongreß des DGB im Oktober 1949 wurde Rosenberg mit der Leitung der Auslandsabteilung betraut, denn die Bundesrepublik verfügte zu der Zeit noch über kein eigenes Außenministerium, so daß dem DGB mit seinen internationalen Kontakten besondere Verantwortung zukam. Ludwig Rosenberg wurde 1954 Leiter der Abteilung Wirtschaft und ab September 1959 stellvertretender Bundesvorsitzender. Von 1962 bis zu seiner Pensionierung 1969 war er DGB-Vorsitzender. Rosenberg gehört zu den Förderern der Beziehungen zwischen dem DGB und der israelischen Gewerkschaft Histradut, war Mitglied in zahlreichen Verbänden und  bekleidete viele Ehrenämter. Vielfach ausgezeichnet starb Walter Rosenberg am 23. Oktober 1977 in Düsseldorf.

 

Ludwig Rosenberg (rechts)

beim Verlassen

der Londoner Konferenz

von 1945

 

 

 

 

Foto/Textquelle: Welt der Arbeit (WdA) Extra

Stempelvorlage Eigenmaterial

 

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