J U L I U S     R O D E N B E R G

 

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  60c Kopfbild Ludwig van Beethoven und Notenauszug des Liedes

„O Welt Du bist so schön“, geschrieben von Julius Rodenberg.

Freimarke der Saarland Serie Bilder aus Industrie, Handel,

Landwirtschaft und Kultur 1949 mit Druckdatum.

 

 

  

Julius Rodenberg (eigentlich Levy) wurde als ältestes von sechs Kindern des  Kaufmanns Simon Gumbert Levy und dessen Ehefrau Amalia geborene Coppel im Jahre1831 in Rodenberg/Hessen geboren. Nach erstem Unterricht an einem privaten Lehrinstitut wurde er von Hauslehrern erzogen. 1845 besuchte Rodenberg die Höhere Bürgerschule in Hannover und wechselte im darauf folgenden Jahr an das Gymnasium Ernestinum in Rinteln.  Mit 20 Jahren legte er sein Abitur ab und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Heidelberg und Marburg.

 

Nach seiner Ausbildung  wurde er Mitherausgeber (1867-1874)  der belletristischen Zeitschrift „Der Salon“ und  gründete 1874 die „Deutsche Rundschau“. Nach dem Vorbild politisch-literarischer Revuen westlicher Länder bildete die Zeitschrift zum ersten und wohl auch zum letzten Mal ein ganz Deutschland umfassendes Podium der Diskussion und der geistigen Aussprache. Die Zeitschrift kam damit einem offenbaren Bedürfnis des Bürgertums – der tragenden Schicht des aufstrebenden Kaiserreiches – entgegen. Die Auflage stieg bald auf 10000  Exemplare und konnte sich bis zur Jahrhundertwende in dieser bedeutenden Höhe halten. Liberalismus im politischen und Realismus im künstlerischen Bereich waren für Rodenberg Ziel und Inhalt seiner Bemühungen; den um die Jahrhundertwende neu beginnenden geistigen Strömungen gab er keine Chance.

 

Rodenberg war vielfach engagiert. Er schrieb für Zeitungen und war Herausgeber von Zeitschriften und Magazinen. 1879 setzte sich Rodenberg in Weimar für ein Goethe-Nationalmuseum und für eine Schiller-Stiftung ein. 1885 wurde er Mitbegründer der Goethe-Gesellschaft. Man verlieh ihm 1899 den Professorentitel und machte ihn 1911 zum Ehrendoktor der Universität Marburg.

 

 

 

 

Original Handschrift von Julius Rodenberg (Leseabschrift folgend):

 

Lebewohl, du weite See,

vom Gestade bis zur Düne-

Meeresthal voll Algengrün,

Wellenbergen, Wogenschnee!

Deiner Fluten klarer Schimmer

Ist der Spiegel ew´ger Pracht-

Frühling hat Dir nichts gebracht,

und der Herbst beraubt Dich nimmer.

Ewig glanzvoll, groß und her-

Lebewohl, du schönes Meer!

 

Zum Andenken an Ostende

und

Ihnen aufrichtig ergebener

Julius Rodenberg

August, 20. 1862.

 

 

Gegenüber seiner redaktionellen Tätigkeit treten die schriftstellerischen Arbeiten Julius Rodenbergs  zurück. Er  schrieb  u.a.  zu  einem  von  Beethoven  komponierten Lied die Worte „O Welt Du bist so schön“, welches auch heute noch in Erinnerung ist. Seine zahlreichen Romane und Reisebeschreibungen sind heute vergessen. Julius Rodenberg starb 1914 in Berlin.

 

 

 

 

Quellen

 

Neues Lexikon des Judentum

Biographie Rodenberg

Bilder Judaica Slg. M