G R E T E    M O S H E I M

 

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Hauptdarsteller in "York" war Werner Kraus. Vor allem seine Beteiligung am

Propagandafilm Jud Süß,  er spielte gleich sechs Juden, brachte ihn menschlich

in Verruf und führte auch zu einem zeitweiligen Berufsverbot nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Film mit dem Titel „York“ aus dem Jahre 1931 behandelt ein historisches Drama

mit nationalem Unterton. Im Befreiungskrieg 1812 demonstriert ein entschlossener

preußischer Offizier, daß mit vereinten Kräften das Schicksal gewendet werden kann.

 

Regie führte Gustav Ucicky.

Buch: Hans Müller, Robert Liebmann. Kamera: Carl Hoffmann.

Musik: Werner Schmidt–Boelcke. Darsteller waren Werner Krauß,

Grete Mosheim, Rudolf Forster, Gustaf Gründgens, Lothar Müthel.

 

 

Grete Mosheim, eigentlich Mohsheim, war gebürtige Berlinerin (8. Januar 1905). Die deutsche Schauspielerin war zwischen 1922 und 1934 an verschiedenen Berliner Bühnen engagiert. 1934 emigrierte sie in die USA. Nach ihrer Rückkehr Anfang der 50er Jahre gab sie zahlreiche Gastspiele an Theatern in der Bundesrepublik, u.a in Berlin, Köln und München. Sie pendelte zwischen Berlin und New York, denn im Hotel am Zoo am Berliner Kurfürstendamm, im Schatten des jüdischen Gemeindehauses in der Fasanenstraße, hatte die Mutter von Grete Mosheim ihr Domizil.

 

Grete Mosheim hatte die Käthi in dem Allerweltsstück „Alt-Heidelberg“ zu dem lieblichsten Kleinbürgermädchen gesteigert und wurde wieder zu der dummklugen Eliza in Shaws „Pygmalion“. Vor 1933 war Grete Mosheim auch in Filmen vertreten: 1930 “Cyankali“, „Dreyfus“, 1931 „York“.

 

Sie war eine entzückende Beatrice in „Viel Lärm um nichts“, und sie hatte künstlerischen Inhalt genug, um tragische Empfindungen auch dort hervorleuchten zu lassen, wo sie dem Blick einer Nur-Komödiantin nicht wahrnehmbar sind. Grete Mosheim war eine im Dramatischen wie im Lustigen gleich bedeutende Darstellerin des Berliner- und Proletariermädchen, spröde, schlagfertig, gassenbubenhaft, dabei von einer seltenen Reinheit und Echtheit des Gefühls. So die Kritiker über diese hervorragende deutsche Schauspielerin.

 

  

 

Fotokarten aus 1930 mit eigenhändigen Signierungen von Grete Mosheim,

links Iris-Verlag, rechts Verlag Herm. Leiser Berlin/Wien.

 

 

Bildmaterial: Eigene Judaicasammlung

Weitere Quellen: Chronik des deutschen Films/Metzler Verlag 1994

Eigene Recherchen