L E O N   J E S S E L

 

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Léon Jessel im Jahre 1918

 

 

Als Sohn einer polnisch-jüdischen Familie studierte Leon Jessel zunächst Musik in seiner Geburtsstadt Stettin, ehe er wie viele seiner komponierenden Kollegen die Laufbahn eines Theater-Kapellmeisters einschlug, die ihn an mittlere deutsche Bühnen wie Bielefeld, Kiel und Lübeck führte, bevor er sich endgültig in Berlin niederließ, wo ihn in der Folge ein tragisches Schicksal erreichen sollte.

 

Gleich vielen anderen Meistern der heiteren Bühnenkunst sollte auch Leon Jessel nur mit einem seiner Werke bleibender Ruhm beschieden sein. Sicher wird die Qualität des Komponisten Jessel stets an seinem besten Werk, dem „Schwarzwaldmädel“ gemessen werden, das alle Vorzüge in sich vereinigt. Neben diesem Werk ist noch seine „Parade der Zinnsoldaten“ weithin bekannt geworden. Im Gegensatz zu den vielen anderen Operetten Leon Jessels ist „Schwarzwaldmädel“ bis heute ein dauernder Erfolg auf allen Operettenbühnen geblieben. Jessels Erfolgsoperette wurde zweimal verfilmt.

 

 

Postalisch begleitet wurde die erste Filmaufführung des

Schwarzwaldmädel u.a. von einem Absenderfreistempel

 

Reichspost Absenderfreistempel Francotyp A mit weitem Abstand

zwischen Monat und Jahr und ohne Punkt/Stern vor der Wertziffer.

 

 

Bei der Erstverfilmung im Jahre 1933 führte Georg Zoch Regie. Das Drehbuch schrieb Franz Rauch. Kamera führten Ewald Daub und Georg Bruckbauer. Die Musik stammt von Leon Jessel. Produzent war der damals allseits bekannte Schauspieler Harry Piel. Die Produktionsfirma war die Ariel-Film GmbH (Berlin).

 

Darsteller: Walter Janssen, Maria Beling, Hans Söhnker, Kurt von Ruffin, Olga Limburg, Eugen Rex, Hans Sternberg.

 

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption, hier gemeint als die Annahme von Filmen/Bühnenstücken durch zuständige Dienststellen, anzusehen. Beim Schwarzwaldmädel wurde, aus welchen Gründen auch immer, diese Rezeption (Annahmeverweigerung) nicht angewandt.

 

Bis 1936 komponierte Leon Jessel zahlreiche weitere Operetten, obwohl ab 1933 seine Werke in Deutschland nicht mehr aufgeführt werden durften. 1941 wurde er verhaftet und starb 1942 an den Folgen der Mißhandlungen durch die Gestapo. Als besondere Tragödie und Absurdität  seines Schicksals stellt  es sich dar, daß gerade Leon Jessel, der wie kaum ein anderer deutsche Landschaften und Leute darzustellen vermochte und mit dem „Schwarzwaldmädel“ die deutsche Volks-Operette schlechthin geschaffen hat, einem Regime zum Opfer fallen mußte, das diese Werte ganz besonders hochzuhalten behauptete.

 

1950 führte Hans Deppe Regie bei einem Remake/Neuverfilmung des „Schwarzwaldmädel“. Dieser Film gilt als typischer „deutscher Heimatfilm“ der fünfziger Jahre (siehe Sonderstempel).

 

 

     

Sonderstempel gab es an den Aufführungsorten.

Hier drei  Ausführungen mit unterschiedlicher Stempelbildgestaltung.

 

 

 

 

Sonderkarten waren ein weiterer Werbeträger.

Auf dieser Karte haben sich die Hauptdarsteller verewigt:

Rudolf Prack, Sonja Ziemann, Gretl Schörg, Paul Hörbiger,

Hans Richter, Walter Müller, Lucie Englisch,

Ernst Waldow, Fritz Kampers.

 

 

 

Quellen

 

Berlin wie es weint und lacht, VEB Lied der Zeit u.a.

Belege Eigenmaterial