H e i n r i c h   H e i n e

1 7 9 7  -  1 8 5 6

 

Gerade heute, wo Gneisenau, Blücher, Ludendorff u.a. Feldherren wieder auferstehen,

bekommen nachfolgende Zeilen von Heinrich Heine besonderes Gewicht:

 

"...und wenn einst  der zähmende Talisman ...  zerbricht, dann rasselt wieder empor

die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut..."

 

Auszug aus dem Schlusswort

"Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland"

Heinrich Heine schrieb diesen Text 1834.

 

Oft zitiert und noch öfter ignoriert!

 

 

 

 

Heinrich Heine, geboren am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris. 

 

 

Heine war der Dichter der Romantik. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig  und verlieh der deutschen Sprache eine zuvor nicht gekannte stilistische Leichtigkeit und Eleganz. Heine gehört zu den  meist übersetzten Dichtern deutscher Sprache.

 

 

Wir erinnern an den Dichter, der nach dem Urteil, zwar nicht seiner Heimat, wohl aber der Welt, gleichrangig neben Goethe steht: Heinrich Heine. Man lese einmal die Gedichte von der Harzreise. Da ist die Hütte des Bergmanns, das blonde Mädchen am Fenster, die alte geduldige Harztanne, das lebt im reinsten Märchensinn von Zitherklang und Zwergenliedern, ist altdeutsch spielzeugmäßig, ernst und putzig aufgerichtet wie nur ein Bild von Schwind oder von Spitzweg. Heine schenkte dem Harz so gut die Prinzessin Ilse wie dem Rhein die Loreley , zwei Figuren, von denen man vorher kaum wußte..., und den Weckruf an seine Westfalen. 1843 schrieb Heine sein Gedicht Nachtgedanken, das mit den oft zitierten Worten beginnt:         

 

 

 

 

 

 

 

Denk’ ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Er verband darin die Sorge um die politischen Zustände in Deutschland ...

 

Als man sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Düsseldorf darüber in die Haare geriet, ob dem größten Sohn der Stadt eine lokale Ehrung gebührte, obwohl er doch als Jude geboren und im  „welschen  Exil“ gestorben war, da meinte Otto von Bismarck:

 

 

„Warum soll man Heine nicht ein Denkmal setzen?

Ist er doch ein deutscher Liederdichter,

neben dem nur noch Goethe genannt werden kann!“ 

 

Nun, die Stadt Düsseldorf verweigerte dennoch die Aufstellung des ihr gestifteten

Heine-Denkmals; es fand einen Ehrenplatz in - New York - und rostete dann so vor sich hin.

 

  Abb. links: 50 Jahre später war Heine dann "...der große Sohn unserer  Stadt",

Heine Gedenkmarke der Bundespost mit Sonderstempel.

Abb. rechts: Briefmarkenblock zum 125. Geburtstag von Heinrich Heine 1972:

Eingerückt aus Nachgelesene Gedichte 1828 - 1844 der Hymnus

"Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme...".

 

 

Heinrich Heine

philatelistischen Gedenkens

 

 

 DDR Gedenkmarken von 1956 zum 110. Todestag von Heinrich Heine,

Gedenkmarke Israel 2001 und Sonderstempel zum 25jährigen Bestehen

der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf bei Kiel.

 

    

 

Gedenkmarke zum 200. Geburtstag von Heinrich Heine. Wegen der falschen Plazierung

traf der Maschinenwerbestempel die Marke nicht. Diese wurde mit dem neuen  „Nachträglich entwertet“

Stempel der Post AG vorschriftsmäßig entwertet, um eine nochmalige Verwendung auszuschließen.

 

Absenderfreistempel, die den Namen Heinrich Heine beinhalten

-

 

 

Sondermarken-Zehnerbogen der Post AG mit bemängelten Runen,

die, wie wir Heine kennen, ihn nicht gestört hätten.

Für die Post AG aber Anlaß für eine Ausgabe ohne "Runen",

um Kritiker ruhig zu stellen. Für das Sammlerbudget indes

eine doppelte Belastung, oder anders herum gesagt,

für die Post eine erquickliche Mehreinnahme.

 

  

 

 

Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker

und Polemiker war er bewundert wie gefürchtet. Es stellt sich die Frage,

wie die Reaktion wäre, lebte und dichtete Heine in unserer Zeit?

 

 

Heinrich Heine erinnerte sich während einer Reise von Paris nach Hamburg zwischen Hagen

und dem Teutoburger Wald beim Anblick eines hübschen blonden westfälischen Mädchens

seiner ihm  bekannten Westfalen (Gedichtauszug): 

 

Dicht hinter Hagen ward es Nacht,

Und ich fühlte in den Gedärmen

Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst

Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.

  

Ein hübsches Mädchen fand ich dort,

Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;

Wie gelbe Seide das Lockenhaar,

Die Augen sanft wie Mondschein.

  

Den lispelnd westfälischen Akzent

Vernahm ich mit Wollust wieder,

Viel süße Erinnerung dampfte der Punsch,

Ich dachte der lieben Brüder.

 

Ich habe sie immer so lieb gehabt,

die lieben, guten Westfalen,

Ein  Volk so fest, so sicher, so treu,

Ganz ohne Gleißen und Prahlen.

  

Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,

Er segne deine Saaten,

Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,

Vor Helden und vor Heldentaten.

 

 

 

Neben jeder Krippe, worin ein Heiland,

eine welterlösende Idee den Tag erblickt,

steht ein Ochse, der ruhig frißt.

 

Ich hatte einst ein schönes Vaterland.

Der Eichenbaum wuchs dort so hoch,

die Veilchen nickten sanft.

Es war ein Traum.

Das küßte mich auf deutsch und

sprach auf deutsch

(Man glaubt es kaum, wie gut es klang)

das Wort: Ich liebe dich!“

Es war ein Traum.

 

Heinrich Heine

Gedicht "In der Fremde"

 

"Eine große Vorliebe für Deutschland grassiert in meinem Herzen,

sie ist unstillbar.“

Heinrich Heine 29. Dezember 1843 an Heinrich Campe

 

 

Quellen

Neues Lexikon des Judentums

Postgeschichtliche Blätter Münster

Bebilderung eigene Slg.

Ansichtskarte Heine Österreich 1912