Kaufhaus Gerngross

Wien

 

 

 

 

Abraham Gerngross stammte aus Fürth. Er nahm nach seiner Einwanderung in Wien den Vornamen Alfred an. Zusammen mit seinem Bruder Hugo eröffnete er 1879 in der Mariahilferstraße ein kleines Textilgeschäft. Diese Straße war damals die nobelste und wichtigste Ausfallstraße Wiens. Das Gründungsjahr brachte aber auch noch andere bedeutende Persönlichkeiten hervor; geboren wurde in diesem Jahr Albert Einstein, Otto Hahn und Max von Laue. Es war die Zeit der großen Dichter und Maler. Bruckner vollendete die 6. Symphonie, Peter Tschaikowsky die Oper "Eugen Onegin". Thomas Alva Edison stellte die erste elektrische Kohlenfadenlampe her.

 

Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Modehaus durch Initiative und Weitblick zum größten Warenhaus der Donau-Monarchie. Neben den Erfolgen auf dem kaufmännischen Sektor vergaß man nie die Förderung von Kunst und Kultur. Bei Veranstaltungen und Ausstellungen wurde vielen Künstlern und Vereinigungen Gelegenheit gegeben, sich einem breiten Publikum vorzustellen.

 

Nach einigen Erweiterungen wurde 1904 das neu erbaute Kaufhaus Gerngross eröffnet. Die Firma ist dann 1911 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Rückschläge, u.a. verursacht durch die beiden Weltkriege, die "Arisierung" 1938 (Gerngross war das erste jüdische Geschäft in Österreich, welches "arisiert" wurde) und Brandkatastrophen konnten stets durch Tatkraft und moderne Management rasch überwunden werden.

 

 

  

Modehaus Gerngross auf einer Werbekarte von 1895. Eingerückt Sonderstempel

zu 125 Jahre österreichische Briefmarke, Ausstellung 1975 im Kaufhaus Gerngross.

 

 

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wird das Kaufhaus arisiert. Alle Mitglieder der Gerngross-Familie müssen fliehen. Im Zuge eines Restituierungsverfahrens kann Paul Gerngross 1947 wieder die Geschäftführung übernehmen. 1957 verkauft die Familie Gerngross das Kaufhaus an Hertie. Danach folgten wechselnde Eigentümer.

 

Jubiläumskarte mit Sonderstempel

 

Im Laufe von 100 Jahren wurde auch den Philatelisten immer wieder Raum zur Vorstellung ihres Steckenpferdes geboten. Sonderstempel mit dem Kaufhaus und dem Anlässen vermitteln dieses. Die Hundert-Jahr-Feier konnte nach der Brandkatastrophe von 1979 erst nach einjährigem Wiederaufbau 1980 gefeiert werden. Gleichzeitig würdigte man den 100. Geburtstag von Robert Stolz, dem Komponisten des Philatelisten-Walzers.

 

 

Quellen

Kaufhaus Gerngross

Belege eigene Sammlung