H E I N Z        G A L I N S K I

 

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 „Ich habe Auschwitz nicht überlebt,

um zu bestimmten Vorkommnissen heute den Mund zu halten.“

Heinz Galinski

 

Sonderpostwertzeichen aus der Serie „Das neue Berlin“ mit dem jüdischen Gemeindehaus

in der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg. Die Marke wurde mit einem Sonderstempel

zum XXIII. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto entwertet.

Der Ersttagsbrief wurde von Heinz Galinski eigenhändig signiert.

 

Versöhnung statt Rache, Warnung vor dem Antisemitismus und politischen Radikalismus, Werben für die Verständigung zwischen den Religionen waren über Jahrzehnte Lebensinhalte von Heinz Galinski.  Er war Jude, der nach dem Ende der Nazi-Gewaltherrschaft bewußt in Deutschland blieb, sich nie fremd fühlte und fest darauf vertraute, daß die Hände zur Aussöhnung gereicht werden müßten.

 

Der am 28. November 1912 im westpreußischen Marienburg geborene Heinz Galinski wurde bei Kriegsanfang von den Nazis zur Zwangsarbeit herangezogen und später mit seiner ganzen Familie ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Der KZ-Häftling Galinski wurde ins Außenlager Buchenwald und schließlich nach Bergen-Belsen gebracht, wo ihn 1945 britische Truppen befreiten. In Berlin erfuhr er, daß seine ganze Familie in Auschwitz umgebracht wurde.

 

Wie Heinz Galinski gab es 1945 nur wenige, die an ein Wiedererstehen jüdischen Lebens auf deutschen Boden glaubten. Obwohl von den 173 000 jüdischen Einwohnern Berlins nur 1 400 das Grauen überlebt hatten, entschloß er sich, die Gemeinde in der zerstörten Stadt wenige Jahre nach dem Zusammenbruch wieder aufzubauen. Galinski stand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin seit 1949 vor. 1988 wählte man ihn zum Vorsitzenden des  Zentralrates der Juden in Deutschland. Sein Lebenswerk wurde durch hohe Auszeichnungen gewürdigt. In Berlin-Gesundbrunnen trägt eine Straße seinen Namen. Eine Grundschule wurde nach ihm benannt. Heinz Galinski starb am 19. Juli 1992 in Berlin und wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Heerstraße beigesetzt.

 

Quellen

Neues Lexikon des Judentums

Brief Eigenbeleg