R U D O L F      B R E I T S C H E I D

  

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Rudolf Breitscheid wurde als Sohn eines Buchhandlungsgehilfen am 2. November 1874 in Köln geboren. Er besuchte das Gymnasium und studierte vor allem Nationalökonomie  in München und Marburg und promovierte 1898 zum Dr. phil. Danach war er Redakteur freisinniger und liberaler Blätter in Hamburg und Hannover. Von 1904 bis 1908 war Breitscheid Berliner Stadtverordneter und von 1904 bis 1920 Abgeordneter des brandenburgischen   Provinziallandtages. 1912 wechselte er  von der Demokratischen Vereinigung (Selbstgründung) zur SPD.

 

1918/19 übte Rudolf Breitscheid die Funktion des preußischen Ministers des Innern aus und forderte die Einsetzung eines Staatsgerichtshofes, der die Kriegsschuldigen aburteilen sollte.  1919 und 1920 war er Delegierter der USPD - Parteitage und trat für den Zusammenschluß mit der SPD ein. Von 1920 bis 1933 war Breitscheid Mitglied des Reichstages (MdR), seit 1922 Hauptsprecher der sozialdemokratischen Fraktion in außenpolitischen Fragen. Von Juni 1931 bis April 1933 gehörte er dem Parteivorstand der SPD an. Innenpolitisch war Breitscheid Förderer einer großen Koalition - außenpolitisch vertrat er die Westorientierung.

 

 

Alliierte Besetzung - Sowjetische Zone

Mecklenburg-Vorpommern

 

Frühe Gedenkausgabe mit Zuschlag Opfer des Faschismus

vom 21. Oktober 1945, hier Rudolf Breitscheid SPD Politiker.

 

 

Am 2. April 1933 emigrierte Rudolf Breitscheid in die Schweiz, dann nach Paris, wo er bis 1940 lebte. Dort gründete er die Presseagentur „Deutsche Information“ und erreichte im Exil die Anerkennung der „Zentralvereinigung deutscher Emigranten“ als offizielle Vertretung deutscher Flüchtlinge durch den Völkerbund. Nach der Kapitulation Frankreichs  1940 floh Breitscheid ins unbesetzte Marseille, wurde dort am 9. Februar 1941 von der französischen Polizei verhaftet, von der Vichy-Regierung an die Gestapo ausgeliefert und über Paris nach Berlin verschleppt. Rudolf Breitscheid wurde in der Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße, im KZ Sachenhausen und im KZ Buchenwald inhaftiert. Bei einem Luftangriff durch die Amerikaner am 24. August 1944 auf Buchenwald kam er ums Leben.

 

 

Absenderfreistempel der Bundespost

mit Adressangabe Breitscheidstraße

 

 

Frühzeitig wurde seiner Person mit einer Briefmarke gedacht. Die OPD Schwerin für Mecklenburg-Vorpommern verausgabte bereits 1945  die v.g. Gedenkmarke in einer Serie für die Opfer des Faschismus. Die Postverwaltung der "DDR" ehrte anfänglich auch Sozialdemokraten (siehe o.g. Maximumkarte mit dem Kopfbild von Rudolf Breitscheid), als dieses noch in das Konzept der Kommunisten paßte. Neben Straßen wurden auch Plätze, z.B. der Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche in Berlin, mit seinem Namen bedacht.