W I L L Y      B R A N D T

 

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Der letzte wahre Sozialdemokrat...

 

 

 

 

Am 3. Oktober 1957  wurde Willy Brandt zum Regierenden Bürgermeister Berlins gewählt.

Damit brach eine Epoche der kleinen Schritte zur deutschen Einheit an.

Dieser Weg von Willy Brandt war gepflastert mit Hemmnissen aus der eigenen Partei und von

vielen anderen Seiten in Berlin und Westdeutschland. Letztlich sollten aber die Bemühungen dieses

herausragenden Mannes von Erfolg gekrönt sein. Er durfte den Fall der Mauer miterleben.

 

 

 

  

Am 18. Dezember 1913 wurde Herbert Ernst Karl Frahm in Lübeck geboren. Schon als Gymnasiast schloß er sich der Sozialistischen Arbeiterjugend an. Er schrieb für den von Julius Leber redigierten „Lübecker Volksboten“ und wurde mit 16 Jahren auf Lebers Fürsprache hin in die SPD aufgenommen. 1931 wechselte er von der SPD zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands über und übernahm die Jugendorganisation. Unter dem Pseudonym „Willy Brandt“ floh er im April 1933 vor den Nazis über Kopenhagen nach Oslo. Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als Zeitungskorrespondent. Als Willy Brandt wurde er wieder eingebürgert und trat erneut der SPD bei, wurde in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt, dessen Vorsitz er von 1955 - 1957 innehatte. Als Regierender Bürgermeister von Berlin (1957 - 1966) gewann er besonders seit der Berlinkrise von 1958 international großes Ansehen.  In der Regierung der großen Koalition 1966 - 1969 war er Außenminister, und als 1969 eine neue Koalition gebildet wurde, ernannte man ihn zum Bundeskanzler.

 

 

 

  

Wahlkampfveranstaltung 1969 "Alter Markt/Albers Recklinghausen". Links Willy Brandt,

daneben Werner Figgen (Arbeits- und Sozialminister der Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett von Heinz Kühn),

am Rednerpult Oberbürgermeister Heinrich Auge MdB/SPD. Das s/w Bild wurde vom Rednerpult aufgenommen

und zeigt eine gespannt und begeisternd zuhörende Menschenmenge.

Buntfoto K.H. Mainczyk - SW Foto Repro Norbert Geidis

 

 

 

Mit Willy Brandt verbunden sind grundsätzliche sozialpolitische Reformen, vor allem aber die neue deutsche Ostpolitik. 1971 erhielt Willy Brandt den Friedensnobelpreis (s. Abb.) - unvergessen ist sein Kniefall am Ghetto-Mahnmal in Warschau. Die Bundestagswahl am 19. November 1972 bestätigte die Politik Willy Brandts und der SPD. Auch nach seinem Rücktritt im Mai 1974 war er international einer der ersten Ansprechpartner in der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

 

Friedensnobelpreisträger

 

   

Eigenhändig signierte Sonderkarte und Sonderstempel 1971

zur Verleihung des Friedensnobelpreises

 

 

Lange Jahre war er Vorsitzender der SPD und auch Präsident der Sozialistischen Internationale. Willy Brandt war es vergönnt, seinen Traum von der Vereinigung Deutschlands zu erleben. Er war es auch, der nach dem Fall der Mauer bei einer Kundgebung vor dem Schöneberger Rathaus den zum geflügelten Wort gewordenen Satz prägte:

 

 

 

"Wir sind jetzt in der Situation,

wo wieder zusammenwächst, was zusammen gehört."

Willy Brandt

 

 

 

Münzausgabe zu Ehren von Willy Brandt

 

 

 

Willy Brandt verstarb am 8. Oktober 1992. Im Berliner Reichstag wurde sein Leben mit einem Staatsakt gewürdigt, einem deutschen Politiker und geistigen Weltbürger, der die deutsche Nachkriegsgeschichte entscheidend mitgeprägt hat und weltweite Integrität genoß. Zum 80. und zum 100. Geburtstag verausgabte die Deutsche Bundespost  gelungene Portraitmarken von Willy Brandt. Sonderstempel erinnern an besondere Stationen seines Lebens.