Wulfen Dorf-Landpost Deuten & Dimke

   

  

Zur ehemaligen Gemeinde Wulfen, 18 km nordwestlich von Recklinghausen gelegen, gehörte das Dorf Wulfen, die Bauerschaften Deuten, Dimke und Sölten.  3384 ha umfaßte das Gemeindegebiet, davon wurden ca. 2000 ha landwirtschaftlich genutzt, 785 ha waren Waldfläche. 1818 lebten auf dem Wulfener Gebiet 894 Einwohner, 1890: 1062, 1919: 1415, 1928: 2006 und 1938 letztlich 2234 Einwohner.

 

1173 findet die Pfarrei Wulfen erstmals Erwähnung. Flachsanbau und Schafzucht ermöglichten ein blühendes Textilgewerbe. Die Wulfener Laken erfreuten sich eines guten Rufes. Die Hausweberei hielt sich bis weit in das 19. Jahrhundert. Ein großer Teil der Bevölkerung erzielte Einkünfte auf den Zechen in Hervest-Dorsten. Heute ist Wulfen mitsamt seinen Bauerschaften Stadtteil von Dorsten.

 

 

   

Kleiner Einkreisstempel "Wulfen", sogenannter Fingerhutstempel, links auf  Briefhülle

nach Münster mit roter Taxierung/Porto bezahlt, rechts auf Brief nach

Werne an der Lippe mit blauer Taxierung, Porto nicht bezahlt.

 

Im Jahre 1838 gelang es, in der Herrlichkeit Lembeck eine Postanstalt auf Dauer einzurichten. Seit diesem Jahr besteht in Wulfen eine Postanstalt, zuerst als Briefsammelstelle, dann Postexpedition, Postamt III. Klasse, Postagentur  und heute wieder Postamt. Lange Jahre war Wulfen die Postzentrale für die Herrlichkeit Lembeck. Bis zum Jahre 1881 war Wulfen sogar einziger Postort im Gebiet der Herrlichkeit. Erst in diesem Jahr wurde in Erle eine Postagentur errichtet, 1882 folgte dann Lembeck.

 

  

 

 Briefhülle um 1840 mit dem ersten Wulfener Briefstempel auf

portofreiem Brief an den Landrat Devens nach Welheim bei Bottrop.

 

 

Wulfen verdankt seine Post der Einrichtung der täglichen Schnellpost Münster-Wesel am 1. Januar 1838. Zum selben Zeitpunkt eröffnete die preußische Post dort eine Briefsammelstelle. Das nächste Postamt, bei dem die Wulfener ihre Briefe einliefern konnten, war Dorsten. Befriedigt zeigte sich der Amtmann Brunn, daß Wulfen  „zur Bequemlichkeit der Bevölkerung eine Briefsammelstelle“ erhalten habe. Wulfens erster Postchef war der Briefsammler Lohkamp.

 

Wulfen behielt den Status einer PE II auch während des Norddeutschen Postbezirkes. Erster Briefausgabestempel in Wulfen war ein kleiner Einringstempel, auch Fingerhutstempel genannt, der bis zur Schließung 1851 seine Dienste tat. 

 

Zum 1. Januar 1850 wurde die Wulfener Postanstalt als selbständiges „Post-Comptoir“ der neuen OPD Münster zugeordnet. Sie bekam den preußischen Vierringstempel „1679“ zugeteilt. Nach Schließung des Post-Comptoir Mitte 1850 wanderte dieser Stempel nach Homburg.  Wenige Monate später aber wurde in Wulfen  zum 15. Januar 1852 eine Post-Expedition II. Klasse wiedereröffnet, die den Entwertungsstempel  Nr. „538“ von der aufgehobenen Post-Expedition in Grevenberg zugeteilt bekam. Wegen dieser Stempelwanderungen sind Briefbelege mit den entsprechenden Abschlägen rar.

 

 

 

 Wulfen 1679

  

 

 

Preußen Nr. 4

schwarz auf gelb, geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) vom

15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz.

Portostufe für Brief unter 1 Loth über 20 Meilen

oder bis 3 Loth bis 10 Meilen. Zeitnahe Entwertung

mit dem Nummernstempel der Erstzuteilung.

 

 

 

 

Wulfen 538

 

 

 

 Preußen Nr. 3

schwarz auf blau geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861)

vom 15. November 1850, Wasserzeichen

Lorbeerkranz. Portostufe für Briefe bis 20

preußische Meilen (2 Sgr.) und Einschreibegebühr

(ebenfalls 2 Sgr.), insgesamt 4 Sgr., entwertet mit

Vierring-Nummernstempel 538 Wulfen, den das

Postamt nach Wiedereröffnung am 15. Januar 1852

vom Postamt Grevenberg übernahm.

 

 

Pünktlich zur Wiedereinrichtung am 12. Januar 1852 wurde ein neuer  Briefstempel nebst einem Satz Typen geliefert. Es war ein Kastenstempel. Er fand Verwendung bis in 70er Jahre des letzten Jahrhunderts und wurde durch einen Einkreisstempel  1877 abgelöst. Wulfen bekam Anschluß an die Bahnpost durch die Eröffnung der Bahnlinie Haltern - Wesel am 1. März 1874.

 

 

Doppelt austaxierte Briefhülle aus dem Jahre 1864 mit dem zweiten Wulfener Poststempel

nach Nordkirchen an den Rentei Sekretär Tiemann. Im Brief enthalten ist eine Mitteilung

bzw. Bestätigung über die Auszahlung einer Entschädigung in Höhe von 27 Tahlern

und 15 Silbergroschen durch die Rentei Kasse zu Nordkirchen. 

 

 

 

 

Landpost Wulfen Dorf

mit Deuten & Dimke

 

 

Landpost II - Wulfen Dorf über Hervest-Dorsten war 1944 Zweigpostamt des Amtes Hervest-Dorsten.

Wulfen über Dorsten war 1960 nach postalischer Neuordnung Zweigpostamt des Postamtes Dorsten.

Links Zweikreisstempel ohne Postleitgebietszahl, rechts mit Leitzahl 21a.

 

 

 

Bauerschaft Deuten

 

Deuten ist eine Bauerschaft an der Weseler Straße/Lasthausener Weg westlich von Wulfen gegenüber der Bauerschaft Sölten.

Die 1880 für den Personenverkehr eröffnete Bahnstrecke Gelsenkirchen-Bismark-Winterswijk hat in Deuten einen Haltepunkt.

 

 

 

Landpost I Deuten über Hervest-Dorsten, Zweikreisstempel ohne Postleitgebietszahl vom 27.1.48

auf  2 x 60 Pfg. Freimarken II. Kontrollratsausgabe von 1947 auf einem Paketausschnitt/Brief.

Deuten wird im Postorteverzeichnis der Reichspost 1944 noch als Poststelle II geführt.

 

 

Landpost II einzeiliger Kastenstempel 4273 Wulfen 2 ebenfalls Deuten,

Marken entwertet mit einem aptierten Zweikreisstempel des Leitpostamtes Dorsten

vom 12.11.62 während der Zeit der Umstellung auf vierstellige Postleitzahlen.

 

 

 Dimke Landpoststelle II

 

Die Bauerschaft  liegt östlich von Wulfen am Rande der Bauerschaft Barkenberg

an der Straße Buchenhöfe nördlich der Dülmener Straße/B 58.

 

Zweizeiliger Landpoststempel Dimke - die Marke wurde mit einem

Einkreisstempel Hervest-Dorsten 1939 entwertet.

Der Landpoststempel ist auch aus 1938 bekannt.

Das Postorteverzeichnis der Reichspost führt Dimke 1944 nicht auf.