Cäsar Wollheim

 

1814 - 1882

 

Kohlenimporteur

 

 

Geboren wurde Cäsar Wollheim am 21. April 1814 in Breslau. Er war der Sohn von Scholem und Sara Wollheim.

 

Sein geschäftlicher Lebensweg war von vielen Stationen geprägt. In den 1830er Jahren trat er in das Berliner Handelshaus Naumann, Loewe & Comp. ein. 1840, knappe 27 Jahr jung, war er Kattunfabrikant. Seine Aufgabe aber fand er im Großhandel und als Importeur Schlesischer Kohle und Zechenbesitzer. Das Handelshaus selbst wurde von Cäsar Wollheim Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet.

 

Berlin als rasch wachsende Stadt brauchte enorme Mengen Kohle. Die oberschlesische Kohleförderung hinkte seinerzeit ebenso wie das Waggonangebot der Eisenbahn hinterher. Dem entgegenzuwirken war das Ziel von Cäsar Wollheim. Es mußte Einfluß auf die Förderung, das  Verkehrswesen und die Lagerwirtschaft genommen werden. Das Handelshaus bot an, nicht nur vor dem Winter sondern zu jeder Jahreszeit Kohle abzunehmen. In Berlin wurden daher Grundstücke gekauft für Kohlelager in der Nähe vom Schlesischen Bahnhof und in der Eichenstraße.

 

Seit 1873 befanden sich die Räume des Kohlenkontors in der Kronenstraße 37 (s. Karte) gelegen zwischen Mohren- und Leipziger Straße. Der erfolgreiche Kohlenhändler Wollheim war u.a. auch Aufsichtsrat der Dessauer Wollgarnspinnerei. Die Firma expandierte enorm und brachte  sich auch für die Ruhrkohle ein. Später kam, um die Bahn-Transportkosten niedrig zu halten, eine eigene Reederei hinzu. Cäsar Wollheim war sozusagen der Kohlenkönig von Berlin.

 

Nach dem Tod Cäsar Wollheims am 28. Mai 1882 in Berlin wurde das Unternehmen von Eduard Arnold (1849-1925 a.a.O.) geführt. Er war bereits seit 1875 Teilhaber, ab 1882 dann Alleininhaber des Kohlenhandels. Die Firma hatte bis 1939 Bestand und wurde dann arisiert.

 

 

 

Ortspostkarte frankiert mit 1/2 Groschen Großes Brutschild,

entwertet mit einem Kreisstempel der P.E. 28 in Gesundbrunnen, Badstr. 64a.

Kein Ausgabestempel, aber handschriftlicher Vermerk 23

für die Auslieferung/Eingang am nächsten Tag.

 

 

 

 

 

Leseabschrift:

 

Herrn Cäsar Wollheim  Berlin  Kronenstr. 37

 

Ich ersuche Sie die Verladungen (W.H& Co) auf Potsdam bis Ende April zu sistieren (aufzuschieben) u. ab dem mir zu bewirken, da mir die Empfänger soeben mittheilen ihr Kohlenvorrat noch bis zum Mai reicht u.  sie gar vor Eintreffen der neuen Abladungen möglichst räumen wollen. Die Entladungen per Schönweide pr. Hafen ab Finkenwerder erwarten baldigst, u. erbitten mir bei dieser Gelegenheit eine Angabe der mir freundlw.  Formulare   zugesagten  Connossementes*. Ergebenst Julius Cohn**

 

*Connossement/ Konnossement ist ein Schiffsfrachtbrief und Warenwertpapier.

**Julius Cohn Agent für Steinkohlen & Cement, Gebr. Cohn

 

 

Quellen

Steinwasser: Berliner Post 1988

Michel Deutschland Katalog

Div. Nachschlagwerke