F R I E D R I C H      W O L F

 

1 8 8 8    -    1 9 5 3

 

 

 

 

 

 

Friedrich Wolf wurde am 23. Dezember 1888 als Sohn eines Herrenschneiders in Neuwied geboren. Er ist der international bekannteste Sohn seiner Heimatstadt. Dort verbrachte er auch seine Jugend.

 

Wolf war nicht in die Wiege gelegt, welch umtriebiges Leben er einst führen würde: Er würde an zwei Weltkriegen teilnehmen müssen, obwohl er schon  Gegner  des ersten  Weltkrieges war, er würde in Remscheid als Stadtarzt als erste dieser Art in Deutschland Kliniken für die Mütter-Kleinkind-Fürsorge errichten; er würde mit seinem Verkaufserfolg „Die Natur als Arzt und Helfer“ ein allgemein verständliches Fachbuch schreiben, er wurde aber auch bei den deutschen Arbeitern der Weimarer Zeit der bekannteste Dramatiker. 1929 leitete sein Drama "Cyankali" eine breite Diskussion über den damals herrschenden Abtreibungsparagraphen ein. Wolf wird vorübergehend inhaftiert und der gewerbsmäßigen Abtreibung beschuldigt.

 

Als großer Sohn der Stadt Neuwied wurde Friedrich Wolf  1925 bei der Aufführung von „Der arme Konrad“  gefeiert. Umso mehr geriet er ab 1933 in Vergessenheit. Die Nazis bezeichneten ihn als „Vertreter  des ostjüdischen  Bolschewismus“. Er emigrierte mit seiner Familie nach Moskau. Auf den Weg nach Spanien zu den Internationalen Brigaden wurde er in Frankreich verhaftet und in das Konzentrationslager Le Vernet verbracht. Insgesamt 13 Jahre verbrachte er im KZ und der Emigration. Nach Kriegsende lebte der inzwischen sowjetische Staatsbürger Wolf in der "DDR". Hier wurde er literarisch und kulturpolitisch tätig. Zwei Jahre (1949-1951) war er Botschafter der "DDR" in Polen.

 

 

 

 

9 Kreuzer Marke Österreich aus 1850 mit Poststempel Cattaro in Lombardei und Venetien verwendet.

Cattaro/Kotor ist eine alte Handels- und Hafenstadt am südöstlichen Ende der Bucht von Kotor in Montenegro.

 

 

Im 1. Februar 1918 kam es in Cattaro zum revolutionären Matrosenaufstand der zur Untätigkeit verdammten österreichisch-ungarischen Kriegsflotte. An dem Aufstand beteiligten sich rund 6000 Matrosen auf 40 Schiffen. Die Matrosen entwaffneten die Offiziere und bildeten Matrosenräte. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden die Anführer am 11. Februar 1918 um 6 Uhr in der Früh  standrechtlich erschossen. Eine Gedenktafel erinnert heute an die mutigen Männer, ebenso das Drama gleichen Namens von Friedrich Wolf.

 

Als der Mann, der „Professor Mamlock“  und die  „Matrosen von Cattaro“ schrieb, ging Friedrich Wolf in die Weltliteratur ein. Er starb am 5. Oktober 1953  in Lehnitz. Die Post der DDR widmete ihm mehrere Gedenkbriefmarken.