B I L L Y     W I L D E R

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Billy Wilder (eigentlich Samuel) wurde am 22. Juni 1906 in Sucha/Galizien/Kleinpolen geboren, welches damals noch zu Österreich gehörte und bis 1961 auch nur den Namen Sucha hatte.  Der Ort liegt rund 40 km südwestlich von Krakau am Fuße des Beskiden. Die Stadt an der Skawa hat regionale Bedeutung für den Fremdenverkehr.

 

 

Seine Kinderjahre verbrachte er u.a. in Krakau. Nach kurzem Intermezzo an der juristischen Fakultät in Wien wandte er sich dem Journalismus zu und brillierte als bissiger Gerichts- und Lokalreporter, bis er aus  „Langeweile“ nach Berlin ging. Dort verdingte er sich als Gigolo im Hotel Eden, als Reporter bei der „Nachtausgabe“ und schrieb nebenbei sein erstes Drehbuch „Menschen am Sonntag“.  Dieses wurde 1929 von Robert Siodmak verfilmt.

 

 

Mit Hitlers Machtergreifung 1933 fand Wilders  Karriere in Deutschland ein jähes Ende; einen Tag nach dem Reichstagsbrand verließ er  Berlin und emigrierte über Paris nach Hollywood. In nur zwei Jahre eignete sich Billy Wilder die englische Sprache an und wurde bald zu einem der begehrtesten Drehbuchautoren der Traumfabrik. So schrieb er u.a. die Vorlagen zu „Ninotschka“ (1939/Lubitsch a.a.O.) und den Howard Hawks-Film „Ball of Fire“ und übernahm neben seiner Tätigkeit als Drehbuchautor auch Regiearbeiten. In den nächsten Jahrzehnten schuf  Wilder 32 Filme, zu denen er jeweils auch das Drehbuch verfaßte, u.a. zu "Emil und die Detektive" von Erich Kästner (s. Szenenfoto neben AFS).

 

Der beißende Sarkasmus ist sein Markenzeichen - der Regisseur mit dem gnadenlos komischen Blick auf menschliche Schwächen nahm privat nie ein Blatt vor dem Mund. „Die Zusammenarbeit mit Marylin Monroe war wie ein Zahnarztbesuch. Vorher denkt man, man wird die Prozedur nicht überleben - und nachher ist man froh über das Ergebnis“. Das Resultat gehört zu den erfolgreichsten Komödien der Filmgeschichte: „Manche mögen’s heiß“. „Zeugin der Anklage“ war ein weiteres filmisches Spitzenprodukt von Billy Wilder mit Marlene Dietrich. Seine Filme brachten ihm 21 Oscar-Nominierungen und sechs Oskars ein. Die geniale Kinotauglichkeit eines Billy Wilders wird es wohl nicht mehr geben.

 

 

  

Sucha - Geburtsort von Billy (Samuel) Wilder - Seltener Zier-Kreisstempel ideal

auf  Correspondenzkarte 2 Kr. dunkelgelb - Österreich Postkarte Nr.1 (P1)

gebraucht nach dem 1. Jan. 1870 nach Lemberg.

 

 

Der in seinen letzen Jahren mit Ehrungen, insbesondere in Deutschland und Österreich, überhäufte Billy Wilder, der gerne 104 Jahre geworden wäre, starb in einem dennoch gesegneten Alter von 95 Jahren am 27. März 2002 in Beverly Hills. Von der Vertreibung Billy Wilders, aber auch anderer Personen aus dem Metier Film, profitierte insbesondere Hollywood in hohem Maß. Das wird immer mehr und öfter in Deutschland und Österreich schmerzlich festgestellt.  Sein Filmschaffen gehört dennoch zum künstlerischen Nachlaß Europas. Billy Wilder vergaß nie seine Wurzeln. Er konnte und wollte aber auch nicht vergessen, daß seine Mutter und sein Großvater in Auschwitz ermordet wurden. 

 

 

 

 

Reichspostabsenderfreistempel Frankotyp mit Werbeeinsatz. Das Buch zum

Film schrieb Billy Wilder, die Musik Werner Richard Heymann (a.a.O.)

 

Die österreichische Post verausgabte zur Briefmarkenserie "Auslandsösterreicher" am 21. März 2003 eine grauschwarz/schwarz gehaltene Rastertiefdruck Gedenkmarke und einen dazu passenden und gelungenen Sonderstempel (s. Abb.).

 

 

 

 

 Für Wilder war das "Appartement" der Höhepunkt seiner Filmerfolge. Er gehört zu den wenigen Personen,

die für einen einzigen Film gleich drei persönliche Oskars bekommen haben, da er sowohl als Regisseur Beste Regie,

als Produzent bester Film, als auch als Drehbuchautor Bestes Drehbuch ausgezeichnet wurde.