Wertheim postalisch

 Kaufhaus Korrespondenzen

 

 

  

 

Vor Einführung von Firmenfreistempel benutzte der Konzern

Postkarten und Briefumschläge mit Absendereindruck.

 

 

  

Firmenkarte Wertheim, 5 Pfg. Frankatur, Einkreisstempel mit Gitterbogen

oben und unten Berlin W 9 vom 3.5.99 nach Höhscheid, heute Solingen.

 

 

Leseabschrift:

 

Herrn F. Everts Sohn Höhscheid

Wir bitte Sie höfl. (ich), uns umgehend

Rechnung über empfangene Postsendung

zu schicken, und wollen Sie für die

Folge die Rechnung immer gleich der

Ware beifügen.

 

Schubart

 

 

 

Firmenkarte Wertheim, 5 Pfg. Frankatur, Einkreisstempel mit Gitterbogen

oben und unten Berlin C 22 vom 14.4.1900 nach Höhscheid, heute Solingen.

Die Rückseite beinhaltet eine Annullierung für Warenbestellungen der

Wertheim-Häuser Rosenthaler-, Leipziger- und Oranienburger Straße vom 14. Sept. 1900.

 

 

 

 

Frankiert ist der Inflationsbrief mit einer Aufdruckbriefmarke/Aushilfsausgabe

75000 Mark auf 1000 Mark grün einer nicht ausgegebenen Farbe,

Gebühr für Briefe im Inlandsfernverkehr.

 

 

 Urtype des ersten Wertheim Absenderfreistempels Francotyp A/Anker Werke

aus dem Jahre 1926, 5 Pfg. Portostufe für Postkarten im Fernverkehr.

 

 

 

 

Endgültige Ausführung des Frankotyp - Freistempels

mit dem Atlas tragenden "W"  - dem Wahrzeichen von Wertheim.

8 Pfg. Tarif für einen Ortsbrief.

 

 

 

 

 Absenderfreistempel zu unterschiedlichen Firmen - Anlässen

Verschiedene Frankotyp Firmenfreistempel auf Firmenbriefen

oder Ausschnitten Kaufhaus Wertheim.

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

Portostufen der hier abgebildeten Belege:

 

Portostufe 3 Pfg. Drucksache Inland bis 25g,

Portostufe 5 Pfg. Postgebühr für Bücherzettel,

Portostufe 6 Pfg. für Postkarten im Fernverkehr,

Portostufe 8 Pfg. Briefe innerorts,

Portostufe 38 Pfg. Einschreiben innerorts.

 

 

   

 

 

            

 

          

 

Der Name Wertheim wurde bis weit in die 30er in den Absenderfreistemplern  verwendet.

Gewisse Nazikreise aber ließen nicht locker, bis dann der Name "AWAG" angenommen wurde.

Die Bevölkerung aber sah in diesem Kürzen immer noch das "AW" für Abraham Wertheim.

So leicht war der Name nicht auszulöschen.

 

 

 

Alter Name, neuer Frankotyp - Freistempel

vor Umbenennung in "AWAG"

 

 

 

 

Ein eigenes Postamt bei Wertheim

 

 

Einen guten Ruf hatte die Berliner Post zumindest bis in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Es wurde da noch publikumsfreundlich gehandelt und man war bedacht, neue Postanstalten einzurichten. Ersparte es dem Bürger doch lange Wege, Wartezeiten und den damit verbundenen Ärger. Daneben wurden aber auch Postämter außerhalb der regulären Einrichtungen für einen begrenzten Kundenkreis tätig.

 

 

  

 

  Brief mit Freistempel des Postamtes im Wertheimhaus, Leipziger Straße.

8 Pfg. entsprachen dem Ortstarif für Briefe.

 

 

 

Seit November 1879 entstand im Berliner Landgericht das Postamt C. 63., welches den umfangreichen Postverkehr der Gerichte abzuwickeln hatte. Eine gleichartige Funktion hatte auch das Postamt O.67. im Zentral-Viehhof. Es nahm seine Dienste 1883 auf und arbeitete bis 1912. Seine Kunden waren vorwiegend Viehhändler. Gleiches galt auch für den Magerviehhof Friedrichsfelde bei Berlin. Dort gab es eine Post-Hilfsstelle. In besonderem Maße war die Berliner Oberpostdirektion den hochgestellten, finanzkräftigen Gästen der Berliner Nobel-Hotels „Kaiserhof“ und Hotel „De Rome“ verpflichtet. In diesen Häusern wurden eigene Postämter eröffnet.

 

Es bleibt noch der Hinweis auf einige Spezialpostämter der 1920er Jahre. Dieses waren meist postalische Nebeneinrichtungen in großen Berliner Kaufhäusern und öffentlichen Einrichtungen für den Publikumsverkehr.

 

Kaufhäuser z.B. hatten starken Kundenandrang. Zu Hauspost gesellte sich dann noch die Post der Besucher. So rentierte sich das Postgeschäft für beide Seiten. Mit eigenen Poststempeln sind zu erwähnen:  Das Kaufhaus Wertheim, Café „EFTI“, das Verlagshaus Rudolf Mosse (a.a.O.) oder das Strandbad Wannsee.

 

 

 

 

 

Quellennachweis

 

Keller, Werner: Und wurden zerstreut unter alle Völker 1993

Mainczyk, Karl Heinz: Post- und zeitgeschichtliche Sammlungen

Neues Lexikon des Judentums 2000

Die Wertheims - Geschichte einer Familie rowohlt Berlin 2005

Wertheim Presse - Info, zu Berlin-Steglitz/Schloß - Straße/1999

Wertheim illustrierter Hausprospekt 1931

Belege Eigenmaterial Slg. Mainczyk

 

©2007

 

 

Weiter siehe:

 

Wertheim Bank - Reisen - Versicherungen