K U R T    W E I L L

 

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Sondermarke zum 100. Geburtstag.

Das Bild zeigt den Komponisten während einer Probe

zu "One Touch of Venus" (1943)

 

 

Kurt Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines Kantors in Dessau geboren. Schon früh zeigte sich sein musikalisches Talent: Im Alter von 17 Jahren komponierte und organisierte er Konzerte und Theateraufführungen im Gemeindesaal über der Wohnung seiner Eltern. In den Jahren des Ersten Weltkrieges begleitete er Opernsänger am Hoftheater Dessau. Nach erstem Theorie- und Kompositionsunterricht bei Albert Bing, dem Kapellmeister des Dessauer Hoftheaters, schrieb sich Weill an der Berliner Hochschule für Musik ein, fand aber das konservative Studium bei Engelbert Humperdinck zu einengend. Nach einem Jahr als Kapellmeister des neugegründeten Stadttheaters Lüdenscheid kehrte er nach Berlin zurück und wurde in die Meisterklasse des Komponisten Ferrucio Busoni aufgenommen. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit einer Vielzahl musikalischer Tätigkeiten: als Organist an einer Synagoge, als Pianist in einer Bierkneipe und als Lehrer für Musiktheorie (zu seinen Schülern zählten u.a. Claudio Arrau und Maurice Abravanel).

 

 

Briefmarke von 1996 der Grenada - Grenadinen mit dem Kopfbild von Kurt Weill.

Im Hintergrund ein Riff-Hai als Anspielung auf die "Dreigroschen-Oper".

Absenderfreistempel der Kurt Weill Gesellschaft in Dessau zum 100. Geburtstag

 

Man findet in Kurt Weills frühen Werken den Einfluß Wagners, Regers, Mahlers und Schönbergs. Mit einer Reihe von Aufführungen in Berlin und bei internationalen Musikfestivals konnte sich Weill bis 1925 zu einem der führenden Komponisten seiner Generation etablieren - 1927 dann die erste Zusammenarbeit mit Brecht (Mahagonny/Songspiel). Daraus entwickelte sich die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (Premiere Leipzig 1930). Den dortigen Songstil nutzen Weill und Brecht für verschiedene Werke des kommerziellen Theaters, u.a. für „Die Dreigroschenoper“ und „Happy End“. Die Nazis schürten künstliche Kampagnen gegen die Aufführungen von Kurt Weill, der Deutschland 1937 verließ (1943 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger). In Amerika arbeitete Kurt Weill mit Max Reinhardt und Franz Werfel zusammen (Überwachung des biblischen Epos von Franz Werfel „Der Weg der Verheißung“). Er arbeitete am Broadway und schrieb  Filmmusiken in Hollywood. Immer noch werden seine Werke von der traditionellen Musikwissenschaft unterbewertet. Kurt Weill starb, viel zu früh, am 3. April 1950 in New York.

 

Im Theater des Westens, Kantstraße in Berlin-Charlottenburg,  wurde 1982 "Die Dreigroschenoper", Inszenierung von Günter Krämer, aufgeführt. 1985 folgte "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny".

 

 

Schalterbogen der Deutschen Post AG zu „75 Jahre Donaueschinger Musiktage“ 1996.

In der oberen Randinschrift findet sich der Name von Kurt Weill wieder, dessen Musik dort  aufgeführt wurde.

 

Quellen

The Kurt Weill Foundation

Neues Lexikon de Judentums

Bebilderung Eigenmaterial