Herbert Wehner

 

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Briefmarke zum 10. Todestag

von Herbert Wehner

 

 

 

Herbert Wehner war gebürtiger Dresdner. Schon in frühen Jahren engagierte er sich für die sozialistische Arbeiterjugend. Von dort kam er 1927 zur kommunistischen Partei (KPD), in der er rasch eine leitende Position einnahm. Als KP-Abgeordneter im sächsischen Landtag war er bereits ein gefürchteter Redner. Nach "illegaler Arbeit" während der Nazi-Zeit ging Herbert Wehner 1935 ins Exil, saß in Prag im Gefängnis, wurde  nach Moskau abgeschoben und von der Exil-KP nach Schweden geschickt. Dort verbrachte er wiederum einige Jahre in Haft. Hier brach er dann mit den Kommunisten.

 

 

 

 

Autogrammkarte vom SPD Deutschland-Treffen1962 in Köln mit Original-Signierung von:

Erich Ollenhauer - Waldemar von Knoeringen - Willy Brandt - Herbert Wehner

 

 

 

1946 kehrte er nach Deutschland zurück und trat der SPD bei. Zu Kurt Schumacher hatte Herbert Wehner ein gutes Verhältnis. Beide waren sich einig, daß die KPD-Mitgliedschaft eine schwere Bürde für Wehner wäre. Den Anfeindungen daraus sollte er aber standhalten. Wesentliche Abschnitte in der Entwicklung der SPD, die er seit 1949 ununterbrochen als Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Harburg vertrat, wurden von ihm wesentlich mitgestaltet.  Er hatte großen Anteil an der Durchsetzung des Godesberger Programms und dem damit verbundenen Wandel zur Volkspartei. Voraussetzung für die Regierungsfähigkeit der SPD  war das Bekenntnis von Herbert Wehner zur westlichen Einbindung der Bundesrepublik. Er war der politische Architekt der Großen Koalition, der er als Minister für gesamtdeutsche Fragen angehörte. Als Fraktionschef der SPD während der sozial-liberalen Koalition wurde der für Solidarität eintretende Wehner zur Klammer des neuen Bündnisses.

 

 

 

 

ÖTV/SPD Betriebsgruppe Kreisverwaltung Recklinghausen

 bei Herbert Wehner in Bonn 1970

Foto: Privat

 

 

 

Zu Recklinghausen hatte Herbert Wehner immer ein besonders gutes Verhältnis. Die Ruhrfestspiele waren für ihn "das herausragende Kulturwerk der deutschen Arbeitnehmerschaft". Der SPD-Unterbezirk Recklinghausen gab dem Parteihaus an der Paulusstraße seinen Namen.

 

 

 

 

Fotos von der Festveranstaltung zum  80. Geburtstag von Herbert Wehner im Festspielhaus Recklinghausen.

Links Herbert und Greta Wehner in Begleitung von Bürgermeister Erich Wolfram.

Bild rechts vom Empfang im Foyer- v. links nach rechts: Greta Wehner, Norbert Geidies,

Herbert Wehner, Karl Heinz Mainczyk.

Fotos: Karl Heinz Mainczyk

 

 

In aller Stille kümmerte er sich jahrelang um die Aussöhnung mit den Juden und den Polen. Die Universität von Jerusalem verlieh ihm dafür den Ehrendoktor, den einzigen, den er annahm. Polen zeichnete ihn  mit dem höchsten Orden für Ausländer aus. Zu den wenigen von Herbert Wehner akzeptierten Würdigungen gehörte auch die 1986 verliehene Ehrenbürgerschaft  von Hamburg.

 

 

 

 

 

Quellen

 

Friedrich-Ebert-Stiftung

Bilder/Fotos Eigenmaterial