a

M A X    M O R I T Z      W A R B U R G

 

1 8 6 7    -    1 9 4 6

 

Der Sohn einer alten Bankiersfamilie begann seine Ausbildung an renommierten Bankhäusern in Frankfurt/Main, Paris und London. 1893 wurde er Teilhaber der väterlichen Firma M.M. Warburg & Co, Hamburg.  Als Bankier unternahm er in Abstimmung mit Wilhelm II. und dem Auswärtigen Amt mehrere Auslandsreisen, die der Aufnahme von Anleihen und der Eröffnung von Investitionsmöglichkeiten dienten. Von 1905 - 1938 war die Warburg-Bank Mitglied im Reichsanleihe-Konsortium.

 

Achteckiger Thurn und Taxis-Poststempel Hamburg vom 27. Mai 1842 auf Brief an Rothschild Paris.

Beigesetzt einzeiliger Taxstempel T.T.R.4 (Thurn und Taxis Rayon 4),

roter Zweikreis-Grenzübergangsstempel und handschriftliche Austaxierung.

Auf der Rückseite  Firmensiegel und Absendervermerk Warburg Hamburg

 

Inhalt des Briefes waren Gutschriften,  Börsen- und Wechselkurse

mit eigenhändiger Unterschrift MM Warburg.

 

1919 gehörte Warburg dem Finanzausschuß der deutschen Friedensdelegation in Versailles an, verließ diesen jedoch aus Protest gegen den Vertragsabschluß. Max Moritz Warburg gehörte vielen Aufsichtsräten und Gremien der Finanz an und bekleidete Ehrenämter seiner Heimatstadt. Als Jude seit 1933 diffamiert, aus Ämtern und Funktionen gedrängt und im Bankgeschäft eingeschränkt, wanderte er 1938 in die USA aus und gründete dort mit seinem Sohn ein neues Bankhaus. Mit dem "arisierten"  Hamburger Bankhaus, das seit 1941 als Brinckmann, Wirtz&Co. firmierte, setzten sich die Brüder Warburg nach Kriegsende finanziell auseinander. Den wiedergewonnenen Familienbesitz übertrugen sie an das American Jewish Joint Distribution Comittee.

 

 

Francotyp-Firmenfreistempel auf Briefumschlägen der Warburg-Bank: Portostufe 25 Pfg. Brief nach Persien.

Darunter Francotyp-Absenderfreistempel, Wertrahmen Reichsadler und Landesname in Frakturschrift,

Portostufe für Inlandseinschreiben, 30 Pfg. Einschreibegebühr und 12 Pfg. Briefgebühr = 42 Pfg.  Auf der Briefvorderseite

oben links ein Einkreiszensurstempel (AA), rückseitig Siegel der Bank und Durchgangsstempel von Gera 1 c 26.5.39 8-9.

 

Daneben aptierter Frankotyp - Reichspost Absenderfreistempel von 1947:

Der Mittelteil wurde ausgetauscht und der Reichsadler aptiert.

Die Briefumschläge wurden so überdruckt, daß die "arisierte" Warburg Bank

noch kenntlich war. Folgend Adresszudruck auf der Rückseite.

 

 

  

Im Jahre 1992 firmierte die Warburg–Bank unter einem unscheinbaren Absenderfreistempel,

der nur das Postfach wiedergibt und keine sofortigen Rückschlüsse auf den Absender zuläßt.