R O S A    V A L E T T I

 

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Marlene Dietrich und Rosa Valetti in "Der blaue Engel"

 

 

 

Rosa Valetti war der Künstlername. Eigentlich hieß die spätere Kabarettistin und Chansonette Rosa Vallentin. Sie wurde am 17. März 1878 in Berlin geboren. Seit 1919 stand sie im Ensemble von Max Reinhardts sozialkritischem Kabarett „Schall und Rauch“.

 

Rosa Valetti war die Frau, die einst an Kurt Tucholsky schrieb, wie sehr sie nach guten Chanson für sich giepere und Tucholsky das Kompliment machte, nur er kann ein solches Chanson schreiben. Tucholsky schrieb dann 1920 „Die Rote Melodie“, die fortan die erfolgreichste und stärkste Nummer im Repertoire von Rosa Valetti sein sollte. Kurt Tucholsky schrieb das Lied als Absage an den Militaristen Erich Ludendorff, dem Durchhaltegeneral des ersten Weltkriegs und Drahtzieher des Kapp-Putsches.

 

 

 

Rosa Valetti spielte in dem Film von Joe May (a.a.O.)

aus dem Jahr 1929 eine Frau an der Theke.

 

 

Eine bewußt gestaltende, engagierte Künstlerin war Rosa Valetti, vom Typ her eine herbe Frau mit zerfurchten Gesichtszügen und rötlich flammenden Haar – eine Persönlichkeit von wuchtiger, zwingender Ausstrahlung. Sie war als Diseuse in eine gute Schule gegangen. In den Jahren vor 1900, als sie sich in Paris aufhielt, hatte sie engste Kontakte zu den Chansonniers der Montmartre-Szene. Später war sie Besitzerin verschiedener Kleinkunstbühnen, hatte Theater- und Filmengagements ("Der blaue Engel") und Auftritte in Kurt Robitscheks „Kabarett der Komiker“ (s. Freistempel-Abb.). Größte schauspielerische Intensität zeigte Rosa Valetti in ihren Portraits grotesker Charakterrollen.

 

 

 

 

1933 emigrierte sie nach Wien und war bis 1935 Schauspielerin  am Theater an der Josefstadt. 1936 machte sie eine Gastspielreise nach Palästina und trug hebräische Lieder vor.  Rosa Valetti starb am 10. Dezember 1937 in Wien.