US Luft-Feldpost ab Recklinghausen

 

 

 

Luftpostbrief  vom 26.4.1945 eines in Recklinghausen stationierten US-Soldaten in die USA.

Es fehlt der Zensor. Abgestempelt wurden die Marken mit einem Maschinenstempel der US-Feldpost.

 

 

Eine ganz andere Luftpost spielte sich im Kreis Recklinghausen nach Ende des 2. Weltkrieges ab. Es existierte weder ein ziviler noch militärischer deutscher Flugbetrieb. Allein die alliierten Armeen ermöglichten ihren Soldaten u.a. per Luftpost Meldungen in die Heimat aufzugeben. Anhand der US-Feldpoststempel ist nachzuweisen, wann und wo die Armeen in Orten des Kreises Recklinghausen auf ihren Marsch nach Berlin stationiert waren.  Gezeigt werden hier Briefe, die Soldaten bei einer US - Feldpoststation in Recklinghausen aufgegeben hatten. Auch in den anderen kreisangehörigen Städten gab es US-Feldpostämter.

 

Der abgebildete Briefumschlag  mit eingedruckter Marke (Ganzsache Brief)

und Zensurstempel stammt von einem Soldaten  der 79. US-Inf. Division.

Laut Truppennachweis war diese Division vom 5.5. - 14.5.19145 in Recklinghausen stationiert.

Der Wertstempel wurde mit einem Gummihandstempel, blau eingefärbt, entwertet.

 

 

 

Zu den abgebildeten Briefen ist folgendes anzumerken. Spezielle  Ganzsachen der US-Feldpost gab es nicht. Die Soldaten benutzten die in den USA üblichen Luftpostumschläge mit oder ohne Randbedruckung. Die privaten Sendungen waren  gebührenfrei, soweit sie innerhalb der USA per Eisenbahn befördert wurden. US-Feldpost aus Europa per Luftpost kostete eine Gebühr von 6 Cent im Jahr 1945, ermäßigt auf 5 Cent in 1946.

 

Beide Briefe tragen die Merkmale der damals üblichen Feldpostbriefe: Persönliche Angaben und Kennummer, Dienstrang, Truppenteil, Feldpostanschrift und den US-Feldpoststempel. Diesen gab es einmal als Gummi-Handstempel und zum anderen als Maschinenstempel aus Metall. Stempelfarbe war blau oder schwarz. Vom nächstgelegenen Flugplatz ging der Brief dann in die USA.

 

 

 

Der Briefumschlag mit geklebter Luftpostmarke stammt von der 35. US-Inf. Division.

Auch diese war in Recklinghausen stationiert vom 22.5. - 3.6.1945. Es fehlt ein Zensurierungsvermerk.

Die Marke wurden mit einem Gummihandstempel, blau eingefärbt, abgestempelt.

 

 

Eigentlich wurde jeder Feldpostbrief zensuriert, bestätigt durch den Truppenteilzensor-Stempel mit Namenszug des Zensors. Die Briefe wurden offen aufgeliefert, daher kann dieser Stempel durchaus fehlen. Nach Ende der Kampfhandlungen wurde die US-Feldpost aus den Garnisonen versandt und nicht mehr aus offenem Feld.

 

 

 

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