Leonhard Tietz

 

Chronik in Bildern

 

Firmenpost - Absenderfreistempel - Ansichtskarten

in der Reihenfolge der Verwendung

 

 

 

 

 

 

 

Mainz

 

Die Niederlassung in Mainz erlebte

ihre Eröffnung Mitte 1892  mit

10 Angestellten. Der Erfolg war so groß,

daß der Betrieb schon 1896 in ein  eigenes

Haus verlegt werden konnte.

 

Zeitgemäß schlichte Firmenkarte,

frankiert mit Freimarke zu 3 Pfg

der 1. Serie Germania mit Kaiserkrone

und Inschrift Reichspost aus April 1901,

Portostufe für Postkarten

im Orts- und Fernverkehr.

 

Entwertet wurde die Marke mit einem

Einkreisstempel mit Gitterbogen

oben und unten des Aufgabepostamtes Mainz 1,

im Unterrand des Stempels Unterscheidungs-

buchstabe c und Verzierung

in Form eines  auf zwei Strahlen

stehenden Sterns, dazu der fünfzeilige

Einkreisausgabestempel des Empfangs-

postamtes Küps in Baden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Düsseldorf

 

 Die Filiale Düsseldorf wurde Ende 1891 mit

33 Angestellten eröffnet. Ab Oktober 1901 zog

man aus dem gemieteten Haus in einen eigenen Bau.  

 

Firmenpostkarte, frankiert mit 5 Pfg Freimarke

der Serie Germania mit Kaiserkrone, Portostufe

für Postkarten im Orts- und Fernverkehr.

Die Marke weist eine Firmenlochung

-T im Lochkreis- auf.

 

Erläuterung zu Firmenlochungen siehe unter

belgische Häuser der Tietz AG.

 

 

 

 

 

Anhand der Posttarife läßt sich

der rasche Verfall der Währung erkennen.

 

Auch bei Tietz verkaufter Zeitbeleg

 

Tietz Zentrale Köln

 

Das Kölner Haus wurde im Jahre 1891

an der Ecke der Blindgasse und Hohe Straße

mit nicht ganz 30 Angestellten eröffnet.

Die Räume reichten bald nicht aus.

Es entstand dann auf eigenem Grund

1895 ein Haus, das bereits 1898

erneut vergrößert werden mußte.

Die Zahl der Angestellten stieg auf die

stattliche Anzahl von 900 Beschäftigten.

 

 

 

2,-- RM  Brief

 

 

 

 

Mischfrankatur 3x60 Pfg Freimarken der Serie

Germania mit Kaiserkrone und 2x10 Pfg  Freimarken

der Serie Ziffernzeichnung, zusammen Portostufe Briefe/Inlandsfernverkehr. Entwertet wurden

die Marken mit einem Einkreisstempel

mit Bogen oben und unten des Aufgabe-Postamtes

Cöln 1 vom 3.1.1922  2-3 N,

noch in alter Schreibweise von Köln mit C.

 

 

 

 
 
1 1/4 RM Postkarte
 
Cassel,  heute Kassel

 

Firmenkarte der Filiale Cassel,

frankiert mit einem Wert zu 1 ¼ M der

Freimarkenserie Germania mit Kaiserkorne.

Der Wert entsprach der Portostufe 125 Pfg

für Postkarten im Fernverkehr

gemäß Tarif vom 1.2.1922 (Inflation).

 

Die Frachterhöhungen waren wohl erheblicher als

das geopferte Porto und zeigen die

sprichwörtliche Sparsamkeit des Hauses Tietz.

 

 

 

 

 

1,25 RM Postkarte

 

Köln

 

Firmenpostkarte mit Hinweisen auf

die Stadtfilialen Ehrenstrasse, Eigelstein,

Weyerstrasse, Mülheim (heute Köln-Mülheim)

und die Zweigniederlassungen in Bonn, Cassel,

Coblenz, Crefeld, Düren, Düsseldorf, Elberfeld,

Eschweiler, Mainz, Stralsund.

 

Frankiert ist die Karte mit einer Freimarke

der Ziffernserie  zu 5 Pfg und einer Freimarke

zu 120 Pfg der Serie Arbeitergruppen

mit dem Bild Bergarbeiter nach rechts,

beide aus 1921.

 

Die Portostufe entspricht dem gültigen

Tarif vom 1.1.1922 für Postkarten

im Fernverkehr. Die Marken sind entwertet

mit einem Bandstempel und Strichmuster

des Aufgabepostamtes Köln 1, nunmehr in

der noch heute gültigen Schreibweise mit  K.

 

 

 

Warenhaus Tietz Köln

 

Firmenbrief an

Hans Ueberholz Berlin Oberwallstr. 9

 

Die Oberwallstraße lag am Hausvogteiplatz.

Angesiedelt waren dort um die Zeit

mannigfach Textilfirmen. Es ist anzunehmen,

daß Ueberholz auch dazu zählte.

 

 

 

10 Milliarden Brief

 

 

 

Einkreisstempel Köln

vom 16.11.23  8-9 N

auf 2x5 Mrd. Freimarken

Rosette/Korbdeckel-Muster

mit durchstochener Zähnung.

 

Dieses war der Tarif vom 12.11.23

für Briefe im Fernverkehr bis 20g.

Auslandsfirmenbrief in die Schweiz,

Mischfrankatur 25 Pfg., Freimarke Reichsadler

und Sonderausgabe „50 Jahre Weltpostverein“

mit Kopfbild Heinrich von Stephan,

Gründer des Weltpostvereins. Entwertet

wurden die Marken mit einem Einkreisstempel

mit Bogen oben und unten des

Aufgabepostamtes Berlin C am

9.1.1925  7-8 N (N = Nachmittagsaufgabe)

 

 

 

 

 

 

 

Tietz  AG Berlin

 

 

In Berlin firmierten die Häuser der Tietz AG

unter Einkaufs- und Fabrikationshäuser.

 

 

 

 

 

 

 

 

Köln

 

Einschreiben, frankiert mit Freimarken

der Serie Reichspräsident Friedrich Ebert.

Portostufe 42 Pfg; 30 Pfg  Einschreibgebühr

und 12 Pfg Briefporto.

 

Die beiden Werte zu 3 Pfg haben eine

private Firmenlochung T für Tietz.

Entwertet sind die Marken mit einem

Handrollstempel und Wellenmuster beidseitig

vom 5.4.1932  6-7 N des Aufgabepostamtes

Köln 9. Es handelt sich um einen bei diesem

Zweigpostamt weiterverwendeten Poststempel

der alten V/N Typen für Vormittags bzw.

Nachmittags-Aufgabe, obwohl

die Reichspost bereits 1927 die

24 Stunden-Zeitrechnung einführte.

 

 

 

 

Eingangsstempel Euskirchen und Vergrößerung

der mit dem Tietz "T" gelochten Ebert-Marke.

 

 

 

 

 

 

Firmenpost aus Zeit der „Arisierungsphase“

 

Absenderfreistempel (AFS)

 

Mit dem großen Boykott vom 1. April 1933 ging es mit den deutschen Kaufhauskonzernen rapide bergab.

Die Stimmung in Deutschland war für die jüdischen Besitzer  unerträglich geworden.

In den Kaufhäusern der Tietz AG in Duisburg - Hamborn, in Oberhausen und in Moers,

aber auch in der Ehape - Filiale Essen sorgten die braunen Trupps für zeitweilige Schließungen der Verkaufsstätten.

Unter den Angriffen der Nazis wichen die jüdischen Besitzer den Nachfolgern „christlichen Glaubens“.

Die letzte Aktionärsversammlung unter dem Namen Leonhard Tietz AG beginnt am 11. Juli 1933  um 11 Uhr in Köln.

Die nunmehrigen Großaktionäre – die drei großen Banken – setzen als erstes eine Namensänderung durch.

Ab sofort firmiert man  unter „Westdeutsche Kaufhof AG“. Der Zusatz „vormals Leonhard Tietz AG“

wird nur für kurze Zeit beibehalten. Danach erinnert nichts mehr an das Traditionskaufhaus.

 

An den nachfolgend abgebildeten Postbelegen ist dieses Geschehen abzulesen.

Diese werden in der Reihenfolge ihrer Verwendung aufgezeigt.

 

 

 

 

Köln

 

Firmenbrief und Absenderfreistempel

des Stammhauses aus dem Jahr 1929

 Chemnitz

 

 Firmenbrief vom 9.5.33 der Tietz AG

mit Frankotyp-Absenderfreistempel,

Portostufe für Inlands-Fernbriefe.

 

 

 

 

 

 

 

Im Stempel und Firmenlogo noch keine

Anzeichen der nahenden „Arisierung“.

 

 

 

 

 

 

Berlin

 

In Berlin firmierten die Häuser der Tietz AG

unter Einkaufs- und Fabrikationshäuser.

 

Absenderfreistempel Frankotyp aus 1932,

Wertrahmen rechteckig auf  Fernbrief,

Portostufe 12 Pfg für Briefe im Fernverkehr.

 

Rechts ähnlicher AFS mit dem Zusatz

(vorm. Leonhard AG Tietz) vom 15.12.33

an die ebenfalls von der "Arisierung"

bedrohte Defaka in Leipzig.

 

 

Auch die  Defaka war ein jüdisches Unternehmen

von Jakob Michael, der nach dem Kriege seine

19 DEFAKA-Filialen an Helmut Horten,

dem Arisierer der Alsberg Kaufhäuser, verkauft.

 

 

 

 

 

 

 

Köln

 

Der Zentrale in Köln wurde schon frühzeitig

ein Absenderfreistempel verordnet,

der keine Hinweise auf die Tietz AG enthielt.

Frankotyp Wertrahmen, Porto 12 Pfg

für Fernbriefe bis 20 g.

 

Köln

 

Links 1.3.33 - Leonhard Tietz AG

-Das Haus für Alle und für Alles-

 

Rechts Brief vom 27.9.33

bereits firmierend als

Westdeutsche Kaufhof Aktien-Gesellschaft.

 

 „Neutraler Umschlag“ der Kaufhof-Zentrale Köln

mit Absenderfreistempel ohne jeglichen

Hinweis auf die Tietz AG.

Der Name Tietz war nun endgültig getilgt.

 

 

 

 

  Brief mit „Arisierungshinweisen“

sowohl im Absenderfreistempel

als auch im Firmenvordruck.

 

Köln

 

"Vormals Tietz" links nur im Zudruck

vom 21.5.35.

 

Chemnitz

 

Rechts auch im Absenderfreistempel

vom 13.3.35 enthalten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansichtskarten

 

 

 

 

 

 

 

Kaufhaus Tietz Köln 1905

 

Einkreisstempel Cöln 4.3.04 5-6V

Ausgabestempel Schönau bei Chemnitz

vom 5.3.05 7-8V

 

Herrn Adolf Schwarz

Schönau b Chemnitz i./S.

Altendorferstr. 4

 

Leseabschrift:

 

Köln 3.3..05

  Liebe Eltern, Karte erhalten, ansonsten wurde

in Schönau köstlich amüsiert, haben Monatag

noch  Kupferdreh b. Dortmund, schreibe die Adresse

später. Den herzlichsten Sonntagsgruß sendet Adolf.

Randbemerkungen: Die Gasse ist 8m breit

  und ist die Uhr noch ganz?

 

 

 

 

 

 

Düsseldorf 1910

 

Hauseigene Ansichtskarte

Märchenbrunnen

 

 

Düsseldorf Einkreisstempel

mit Gitterbogen oben und unten

vom 2.8.10 6-7V

 

Frau L Steeger

Gotha  Seebergstr. 7

 

Leseabschrift:

Düsseldorf 18.10 Liebe Mutter!

Es ist wohl das erste Mal,

daß ich Dir zu Deinem Geburtstag

nicht persönlich gratulieren kann,

ich tue es auf diesem Wege und wünsche

Dir Alles Gute für kommende Zeiten.

Von meinem heute ersten Gehalt

habe ich dir ein kl. Bild gekauft.

Du hast vielleicht schon vor dieser Karte

erhalten. Hoffentlich gefällt es Dir. Nächstens

bekommt Ihr einen Brief.

Herzliche Grüße Eure Alice - D. William

 

 

 

 

 

 

Düsseldorf 1911

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen

oben und unten vom 19.8.11 8-9N

 

Fräulein Helene Holz

Breslau XXIII

Lohauserstr, 82

 

 

Leseabschrift:

Liebe Eltern u. Schwester!

Bin sehr glücklich angekommen,

u. sehr gut aufgenommen worden.

Auch in Köln hatte ich es sehr gut.

Nächstens schreibe ich mehr.

Mit vielen herzlichen Grüßen Eure Martha.

Herzl. Gruß eure Nichte Maria

Viele Grüße ebenfalls Josefine.

Viele Grüße Eure Nichte Sophie.

Gruß Eure Tante und Onkel

 

 

 

 

 

 

Düsseldorf 1912

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen

oben und unten vom 8.11.12 10-11N

 

Frau Emma Hettinger

Esslingen a Neckar

Küferstraße 13

 

Leseabschrift:

 

Liebe Frau!

Teile Dir mit, daß ich am Samstag morgen

nach Hause komme. Morgen werde ich zur

Lidwina gehen. Es ist sehr schön hier.

Bin heute in Krefeld gewesen. Auf baldiges

Wiedersehen grüße Dich herzlich Dein Adolf

Nach schönen Stunden sendet Ihnen

herzliche Grüße Paul-

Nebst Ihrem Gemahl und Kompagnons habe

ich einige vergnügliche Stunden verbracht. 

 

 

 

 

 

Aachen

 

Warenhaus Tietz

Hauseigene Ansichtskarte 1918

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daun (Eifel) 1918

 

Erholungs- u. Ferienheim

Leonhard Tietz AG Cöln

 

Feldpostkarte Einkreisstempel Daun a

vom 2.5.18 5-6N nach Cöln-Lindentahl

 

Leseabschrift:

Aus meinem schönen Erholungs-

aufenthalt sende ich Dir u. Deiner Familie

die herzlichsten Grüße.

Jos. Leger

Es ist hier noch etwas kühle Witterung,

doch zum Ausflüge machen sehr angenehm.

Auch beste Grüße an alle Bekannte

im Feldzugs Lazarett 13.

 

Abs.: San. Jos. Leger

Erholungsheim Daun Eifel

 

 

 

 

 

Saarbrücken 1908

 

Passage Kaufhaus