Republik Südafrika

 

 

Politische Anmerkung

 

Nach einem am 5. Oktober 1960 abgehaltenen Referendum entstand am 31. Mai 1961 die Republik Südafrika. Zugleich trat damit Südafrika aus dem britisch geführten Commonwealth aus.

1990, nach jahrelangem heftigen Widerstand der einheimischen Bevölkerung, machte die nun mehr international isolierte Regierung der National Party nach langem Zaudern und Zögern einen ersten Schritt in Richtung Gleichberechtigung, als sie das Verbot des African National Congress (ANC) aufhob.

 

Der bekannteste Widerstandskämpfer, Nelson Mandela, wurde nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen.  Schrittweise verschwand die Apartheid aus der Gesetzgebung und ermöglichte so 1994 die ersten für alle Bewohner freien Wahlen. Der ANC errang einen überwältigenden Wahlsieg und ist seitdem die Regierungspartei. Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt (1994-1999). Zusammen mit dem letzten Präsidenten der National Party, Fredrik Willem de Klerk, erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen Kampf um die Beendigung der Apartheid.

 

Die ANC-Regierungen, eigentlich linksgerichtet, verfolgten stets eine liberale Wirtschaftspolitik, die maßgeblich zu einem starken Wirtschaftswachstum beigetragen hat. Es bildeten sich dabei neue, wohlhabende schwarze Mittelschichten heraus. Die Lage von Millionen schwarzer Südafrikaner gegenüber der Apartheid hat sich aber bis heute nicht wesentlich verbessert.

 

 

 

Philatelistische Anmerkung

 

Seit Ausgabe eigener Marken ab 1913 entwickelte die Post von Südafrika oder deren geschäftstüchtige Manager eine Vielfalt an Briefmarken-Variationen, deren Ideenreichtum unerschöpflich auf die Geldbörse der Sammler ausgerichtet war und ist. Da spielen Farben eine große Rolle, bedingt durch wiederkehrende Neuauflagen, natürlich auch die besonders bei Südafrikabriefmarken auftretenden Markenfehler. Zähnungen, Wasserzeichen und eine ganze Reihe unterschiedlicher Druckereien und deren Papiersorten insbesondere in neuerer Zeit machen dem Sammler das Leben schwer. Wenn man davon absieht und sein Sammelgebiet auf ein vernünftiges Maß einschränkt, heben die Motivvielfalt und gut gestaltete Markenausgaben diesen Mangel wieder auf  und beide bringen Freude in das Steckenpferd. Alles hat eben zwei Seiten, dennoch Fazit der Ausführungen:

 

Briefmarken sind gut, besonders gut für die RSA Post!

 

 

Die folgenden Abbildungen zeigen einen Teil der 1. Freimarkenausgabe ff. der Republik Südafrika

vom 31. Mai 1961 mit Motiven aus Natur, Wirtschaft und öffentlichem Leben.

Diese Marken gab es in verschiedenen Auflagen von 1961 - 1973

in einer Vielzahl von Varianten und Wasserzeichen.

 

 

 

Goldbarrenguß - Rotbauchwürger

 

  

Protea - Sekretär - Kapstadt Hafen - Strelitzie

 

 

 

Internationales Wein Symposium 1977 in Kapstadt

15c Gläser mit südafrikanischem Weiß- und Rotwein

 

 

 

Die Markenausgabe hat einen Plattenfehler. Das Wort "die"

fehlt bei den zweiten Marken in der linken Ecke, Reihe 1/2.

 

 

 

Südafrikanische Architektur - Dauermarkenserie ab 1982

 

25 c Melrose-House Pretoria

 

Das Haus wurde 1886 vom Transportunternehmer Georg Jesse Hyse im viktorianischen Stil erbaut.

Er benannte es nach dem schottischen Kloster Melrose. Der Name stammt aus dem Keltischen und heißt bewirtschaftete Wiese.

Am 31. Mai 1902 wurde im Speisesaal des Hauses der Friedensvertrag zwischen Briten und Buren unterzeichnet.

 

Control blocks of four rechts mit fehlerhaftem Reihenwertzähler.

 

 

 

Pietermaritzburg ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal.

Die Stadt hat über 900.000 Einwohner und ist multikulturell geprägt.

Man nennt KwaZulu-Natal auch die Gartenprovinz Südafrikas.

 

Pietermaritzburg wurde 1839 von Voortrekkern gegründet

und nach Pieter Retief und Gerrit Maritz benannt.

In der Stadt werden Möbel, Bekleidung, Süßwaren und Fahrräder hergestellt.

 

Mohandas Gandhi wurde 1893 in Stadtnähe aus einem Abteil für Weiße geworfen.

Das prägte sein Leben. Ihm zu Ehren wurde 1993 eine Statue vor dem Colonial Museum errichtet.

In Fort Napier bei Pietermaritzburg wurden während des Ersten Weltkriegs deutsche Gefangene,

insbesondere aus Deutsch-Südwest, in einem Konzentrationslager interniert.

 

   Die 30 c Marke mit der Abbildung des Parlaments Gebäudes in Pietermaritzburg

zeigt bei der Wertziffer einen markanten Druckausfall und im unteren linken Bildteil einen Farbauftrag.

Diese Auffälligkeit wurde bei den Stichtiefdruck-Auflagen aus 1982 und 1984 beobachtet.

 

 

Dezentrierung

 

Portogerecht frankierter Brief 1992 aus Johannesburg nach Recklinghausen.

Der Wert zu 30c ist dezentriert. Die Zähnung rechts geht ins Markenbild hinein.

 

Die weiteren Werte sind Freimarken aus Serie Sukkulenten von 1988,

Gemäldemarke Thomas Baines mit dem Motiv "Getreidefelder",

und eine Zusammendruck aus der Serie "Tag der Briefmarke 1992".

 

 

 

Sondermarke "The Bible Society of South Africa" 1987

 

Nichtverausgabte Einzelmarke und control block of four 40c Marke "The Word of God".

Das Wort Gott war  auf der Marke in hebräisch voll ausgeschrieben.

Das entsprach nicht dem jüdischen Religionsverständnis.

Die Marke wurde aufgrund von Einwendungen zurückgezogen.

 

 

Einige wenige Exemplare, ca. 1500 Stück,  wurden dennoch in Unkenntnis

der Rücknahmeverfügung der RSA Post an kleineren Schaltern verkauft

und fanden ihren Weg in die Sammlung.

 

 

 

Zur Erinnerung an den Wiederaufbau des Goldgräberdorfes

 

Sonderstempel auf dreimal 4C Raadsaal

(Regierungsgebäude in Pretoria)

aus der Freimarkenserie Gebäude von 1982.

 

Zur Geschichte des Ortes

 

 

 

 

Protea 1977

Dritte Freimarkenserie mit Rollenmarken

 

Diese Pflanzengattung (Zuckerbüsche) gehört zur Familie der Silberbaumgewächse.

Etwa 115 Arten werden im südlichen Afrika gezählt. Die Königs-Protea ist die Wappenblume Südafrikas.

 

 

 

 

Succulenten 1988

Vierte Freimarkenserie mit Rollenmarken

 

Lateinisch sucus für "Saft" bzw. suculentus für saftreich.

Diese saftreichen Pflanzen sind an besondere Klima und Bodenverhältnisse angepaßt.

Es wird zwischen Blatt-, Stamm- und Wurzelksukkulenten unterschieden.

Diese wachsen u.a.  in Trockengebieten der Tropen, in Steppen und Wüsten.

 

 

 

 

Tag der Briefmarke 1990

 

Erstmals 1987 wurde in Südafrika der Tag der Briefmarke gefeiert.

Der Zusammendruck von fünf Marken erinnert an diesen Tag.

 

Die Abbildungen zeigen von links nach rechts:

Penny Black 1840 - Kap Dreiecke Nr. 2 - Natal Nr. 4 - Oranjefreistaat Nr. 3.

Die Transvaal Nr. 3, Südafrikanische Republik, wurde 1869

von Adolph Otto in Güstrow/Mecklenburg-Schwerin gedruckt.

 

 

 

Gedenkblock Nationale Luftfahrt 1993 mit Zuschlag zugunsten des Fonds

der philatelistischen Luftfahrtausstellung aus gleichem Anlaß.

 

Die Marken zeigen eine Bristol Boxkite von 1907 und eine Boeing von 1959.

Sonderstempel "Jan Smuts Airport", benannt nach dem ehemaligen Premierminister (1939-1948).

1994 wurden der Flugplatz umbenannt in OR Tambo International Airport.

Der Zuschlag von 45 Cent ist auf dem Block nicht ersichtlich.

 

 

 

Sondermarken Thema Tourismus 1993

Bogen mit Zusammendrucken - Oberrand mit Control-Strip

 

Die Marken zeigen:

Namaqualand - North Beach Durban - Löwen - Apple Express  -  Oryx Gazelle

 

 

 

 

Die Markenheftchen-Deckel zeigen:

 

Trinkende Löwen - Plettenberg Bay Hotel -  Tafelberg Kapstadt -

Blue Train - Namaqualand Blumenmeer

 

Rückseitig abgedruckt Posttarife.

 

 

 

 

 

 

 

Politisch war die Union und die Republik unter dem Regime der weißen Minderheit eine Einbahnstraße. Nur wenige Sujets der Markenausgaben von 1911 bis 1994 erinnern an die Urbevölkerung. Auch nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zogen die Regime keine Lehren z.B. aus dem Rassenwahn der Nazis. Sie förderten die Apartheid und verspielten damit die Sympathie der überwiegenden Länder der  Welt.

 

Für den Philatelisten ist und bleibt das Sammelgebiet Südafrika dennoch eine interessante und lehrreiche Studie. Die ansprechenden Briefmarken zeigen den Wandel von den Kolonien zur Republik. Sie mehren das Allgemeinwissen und schärfen die Sinne für Recht und Gerechtigkeit. Diese Ausarbeitung möchte dazu beitragen.

 

Nur ein Bruchteil der verausgabten Marken kann hier wiedergegeben werden. Umfassende Auskunft über Land und Leute geben die entsprechenden Nachschlagwerke und insbesondere dem Philatelisten die Briefmarkenkataloge SACC und Michel.

 

Quellen:

Fotos ©: P.P. Fröhlich

Andere Bildvorlagen Eigenmaterial

Michel Überseekatalog

SACC South African Colour Catalogue