W i l h e l m S t e i n i t z

1836 - 1900

 

Revolutionär der Schachtheorie

Österreichischer Schachweltmeister

 

 

 

 

Wilhelm Steinitz große Verdienste liegen in seiner gründlichen Analyse der Prinzipien des Schachs. Er verstand sich als Begründer einer Modernen Schule.

 

Er wurde als neuntes von 13 Kindern am 14. Mai 1836 in Prag geboren. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen. Bereits als Kind galt er als einer der besten Schachspieler in Prag. 1858 zog er zum Studium nach Wien. Eine Zeit lang finanzierte er sein Studium durch journalistische Arbeiten. Bald aber stellte sich für Steinitz heraus, dass mit dem Schachspielen in den Wiener Kaffeehäusern weit mehr Geld zu verdienen war. Durch seine Erfolge wurde er schnell international bekannt.

 

1862 nahm er in London an seinem ersten internatonalen Turnier teil und übersiedelte anschließend dorthin, damals das Zentrum der Schachwelt. Hier konnte er seinen Lebensunterhalt durch Spiel um Geld bestreiten. Steinitz spielte sich in den nächsten Jahren nach oben und besiegte namhafte Schachspieler. Wegen seiner großen Erfolge wurde ein Wettkampf mit dem preußischen Weltklassespieler und inoffiziellem Weltmeister Adolf Anderssen organisiert. Aus dem gro0en Wettkampf ging Steinitz mit 8-6 als Sieger hervor. Von nun an betrachtete die Schachwelt Steinitz als weltweit besten Schachmeister.

 

Nach mehr als zwanzig Jahren in England übersiedelte Steinitz in die USA. Als begehrter Gast in verschiedenen amerikanischen Klubs und als Bearbeiter verschiedener Schachspalten in US-amerikanischen Zeitungen hatte Steinitz ein ausreichendes Einkommen. Es ist eine Vielzahl an Gelegenheits- und Wettkampfpartien aus seiner amerikanischen Zeit überliefert.

 

 

Ende des Jahres 1885 arrangierte man einen Wettkampf um die „Championship of the World“ in den USA. Als Gegner Steinitz' wurde der Pole  Johannes Hermann Zukertort eingeladen, der 1883 das Turnier von London überlegen vor Steinitz gewonnen hatte. Das Match wurde ab dem 11. Januar 1886  in drei amerikanischen Städten ausgetragen, zunächst New York, dann St. Louis und letztlich New Orleans. Steinitz gewann gegen Zukertort mit großem Vorsprung. Er galt nun auch offiziell als Weltmeister. Am 23. November 1888 wurde er amerikanischer Staatsbürger und lebte in einem Haus in Montclair in der Nähe von New York.

 

 

Steinitz letzter Herausforderer war der junge Deutsche Emanuel Lasker (a.a.O.), der sich seit 1892 in den USA aufhielt. Klubs in den USA und Canada veranstalteten 1894 ein Match, das auf zehn Gewinnpartien ausgelegt war. Der 58-jährige Steinitz unterlag dem 25-jährigen neuen Weltmeister deutlich mit 5-10. Der Verlust seines Titels beeinträchtigte Steinitz psychische Verfassung in hohem Maße. Er starb verbittert und von materieller Not gezeichnet am 12. August 1900 im „New-Yorker Staatsirrenhaus Wards - Island“ und wurde auf dem Friedhof Evergreen Cemetery in Brooklyn begraben.

 

 

St. Vincent und Myanmar u.a. gaben Gedenkmarken zu Ehren der Schachkönige heraus.

 

 

Quellen 

 

Harenberg Personenlexikon 20. Jahrhundert

Tetzlaff Kurzbiographien Askania 1982

Bildvorlagen Judaica Slg.