M A R T I N     E D U A R D     V O N        S I M S O N

 

 

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 Eigenhändig signierte Karte von Dr. Eduard von Simson

Reg. Präsident a.D.  - Wirklicher Geheimer Rat

 

 

 

Martin Eduard Simson wurde am 10. November 1810 in Königsberg (Preußen) geboren. 1823 konvertierte er von der jüdischen zur evangelischen Religion. Nach dem Abitur Studium, hauptsächlich Jura an der Universität in Königsberg und Promovierung im Mai 1829. In der  bürgerlich-demokratischen deutschen Revolution ist er seit Mai 1848 Mitglied der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main als Wahlsieger in Königsberg. Simson gehörte zum rechten Zentrum.  Er  unterzeichnete  als erster  die  von  der  Nationalversammlung am 28. März 1849 verabschiedete bürgerlich-konstitutionelle Reichsverfassung und verkündete die Wahl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. zum Kaiser, die dieser aber nicht annahm. In den ersten Jahren der preußischen Ministerpräsidentschaft  Otto von Bismarcks war er dessen Gegner, ging aber ab 1866 völlig ins Lager  Bismarcks über und wurde dessen parlamentarischer Helfer auf dem Wege der „Revolution von oben“.

 

 

 

Codierte Sonderganzsache mit  entsprechendem Sonderstempel

 

 

 

Im Dezember 1870 führte Simson ähnlich wie 1849 die parlamentarische Kaiserdeputation von Berlin ins Hauptquartier nach Versailles. Nach der Kaiserproklamation  durch  die  deutschen  Fürsten  ohne  Parlamentsvertreter am 18. Januar 1871 in Versailles wurde Simson zum ersten Präsidenten des Deutschen Reichstages gewählt (1874 Rücktritt). Er betrieb den Bau des Reichsgerichtsgebäudes in Leipzig.

 

 

 

Die Ansichtskarte  zeigt das Reichsgericht um 1900. Eduard von Simson

förderte den Bau des Hauses, zu dessen  Präsident er 1879 ernannt wurde.

 

 

 

  

Heute ist das Haus Sitz des Bundesverwaltungsgerichts.

Während der "DDR" Zeit war dort das Georgi Dimitroff-Museum untergebracht.

Georgi Dimitroff wurde im Zuge der Reichstagsbrandprozesse 1933 angeklagt.

Die Verhandlungen fanden im Gebäude des Reichsgerichts statt.

Der Prozeß  wurde zum Debakel für die Nazis. Das Gericht sprach Dimitroff frei.

 

 

 

Einige Stationen seiner wechselvollen politischen Karriere seien hier aufgezeigt: Präsident der Nationalversammlung, Abgeordneter des preußischen Abgeordnetenhauses (zweite Kammer), Vizepräsident der Justizkommission, Vizepräsident des Oberappellationsgerichts in Frankfurt/Oder, Leiter der Justizkommission des Bundesrates,  1879 Ernennung zum Präsidenten des Reichsgerichtes in Leipzig und zum Präsidenten des kaiserlichen Disziplinargerichtshofes, 1888 mit dem Schwarzen-Adler-Orden Erhebung in den erblichen Adelsstand, Ehrenbürger von Frankfurt/Main. Von Simson starb am 2. Mai 1899 in Berlin.

 

 

 

Reichpost Absenderfreistempel der Anwaltskanzlei von Simson in Berlin

(Nachfahren von Eduard von Simson).

Die Kanzlei residierte in Berlin W 8 am Pariser Platz 1.