Horneburg

 

Geschäftsverbindungen nach Düsseldorf

 

 

 

Zur Geschichte des Bankhauses Simons

Düsseldorf

 

  

Der auf dem Brief aus Horneburg vom 28. Juni 1863  aufgeführte M. (Michael) Simons war Kaufmann, später Unternehmer und Bankier. Geboren wurde Simons am 20. Oktober 1817 in Limburg als Michael Simon Koppel. Er starb am 8. Juni 1895 in Düsseldorf.

 

Am 13. Oktober 1881 ist die Bank – nach dem Gewerberegister (III 16447) „Bankgeschäft“ – unter dem Namen Bernhard Simons & Cie gegründet worden. Der Firmensitz war in der Blumenstraße 19 in Düsseldorf. Bernhard Simons (1844 - 1906) war  der  älteste  Sohn von Michael Simons. Sein jüngerer Bruder Carl Wilhelm (1854 - 1921) übernahm ab 1888 als persönlich haftender Gesellschafter das Bankhaus.

 

Als Kommanditist fungierten Michael Simons und  Moritz Leiffmann (* 2. Februar 1853  in  Unna + 29. Mai 1921 in  Düsseldorf. Leiffmann  war  zunächst  Prokurist (bis 1888), anschließend bis 1921 persönlich haftender Gesellschafter. Seine Nachfolge trat Kurt  Poensgens  (* 24. November 1885  in Düsseldorf  + 8. März 1944  ebd.) an. 1924 übernahm er die alleinige Verantwortung.

 

 

Oben portogerechter Firmenbrief mit Freistempel des Herstellers Francotyp,

Wertrahmen Bogenrechteck mit kleiner Zählziffer obenstehend.

Die Zählziffer ist bei Francotyp immer vierstellig und nur Stückzähler.

Dieser Absenderfreistempel wurde unverändert bis 1940 weiterverwendet.

 

Ab dem 1. Januar 1942 hatte das Bankhaus den Namen geändert in„Poensgen, Marx & Co.“. An den Rechtsverhältnissen soll sich nichts geändert haben gemäß der Tageszeitung „Düsseldorfer Nachrichten“ vom 31. Dezember 1941.

 

Nach dem Erlaß des Reichsjustizministers  (März 1941) zur „Entjudung“ der Gewerbebetriebe habe sich für dieses jüdische Bankhaus keine Schwierigkeit ergeben, weil die „Geschäftsführung seit zwanzig Jahren stets entscheidend in der Hand von Nicht-Juden  gelegen“ hatte, d. h. zuerst  Wilhelm Hammerschmidt, und  ab  1924 Kurt Poensgen. Eine „Arisierung durch Wechsel der Eigentümer und der Geschäftsführer“ habe nicht stattgefunden (aus: Bankiers in ihrer Zeit – die Männer von Simons &Co., unveröffentlichtes Manuskript von Max Kruk, 1981 zur Erinnerung an die Gründung der Bank im Jahre 1881, XXII S 85).

 

Unter dem Namen Simons & Co. hat die Bank also von 1881 bis 1942 bestanden.

 

 

Korrespondenz

Horneburg - Düsseldorf

 

Brief aus Horneburg mit einer preußischen 1 Sgr. Freimarke/Ausgabe 1861

Adlerzeichnung im Oval -, Porto für Entfernungen bis 10 preußische Meilen.

Der Brief wurde, da Horneburg zu der Zeit ohne Postamt war, in Recklinghausen

am Vormittag aufgegeben und in Düsseldorf am gleichen Nachmittag bestellt.

 

 

Leseabschrift des nachfolgenden Briefes

an M. Simons in Düsseldorf

 

Herrn M. Simons in Düsseldorf                                                     Horneburg, 27 Juny 1863

 

Die mir mittels Geehrten vom 23. d. M. eingesam.(melten)

Thl 163 aus div. Rechnungen

habe ich zur Gutschrift auf die Stratmannsche Forderung pro März benutzt. Bei dieser Gelegenheit ersuche ich um geflissentliche Benachrichtigung, ob der an  Herrn Cosmann (a.a.O.) in   Recklinghausen gesandte  Betrag   

Thlr.  37  &  3.1 Sgr. in div. Rechnungen

die Restzahlung der an denselben überwiesenen Forderung ist. Gleichzeitig ersuche ich mir, behufs Anfertigung der gebetenen Rechnungs-Auszüge für Stratmann die Einsicht des auf der Zeche befindlichen Holz-Notizbuches zu ertheilen, weil der Verbrauch nicht anders zu ermitteln ist und Stratmann sich um nichts mehr kümmert.

                                                                  Achtungsvoll             

                                                                  W. Stoltenbauer

 

 

 

 

Die im Brief genannten „Stratmann“ und W. (Wilhelm) Stoltenbauer betreffen Wirte in Horneburg, die für die Zeit von 1856-1873 in den Ortsunterlagen geführt werden. Wahrscheinlich war der Wirt W. Stoltenbauer für das Einsammeln von Rechnungen in und um Horneburg eingesetzt und leitete das Geld an die Düsseldorfer Adresse des M. Simons weiter. Erwähnt wird in dem  Brief auch der Recklinghäuser Kaufmann Cosmann (a.a.O.)

 

 

 

Quelle zu Simons:

 

Stadtarchiv Düsseldorf Frau Dr. Elisabeth Scheeben

Belege Eigenmaterial