S I M M E N A U E R   W A R E N H A U S  

 

H E R T E N  &  H Ü L S 

 

 

  

 

 Simmenauer Werbung in der Festschrift zum 35 jährigen Bestehen des

M.-G.-V. Edelweiß e.V. Herten in Westfalen 1930. Im Ehrenausschuß vertreten

waren u.a. Rechtsanwalt B. Simmenauer und San.-Rat  Dr. Loewenstein.

 

 

Im Jahre 1898 eröffnete Arnold Simmenauer (1873 - 1926) sein Kaufhaus auf der Ewaldstraße 102/4 gegenüber der Nimrodstraße. Vorbesitzer war Oscar Fromm aus Neuß, der als Gefreiter 1917 im I. Weltkrieg fiel. Später kam noch ein Konfektionsgeschäft in Marl-Hüls auf der Hülsstraße als Filiale hinzu. Arnold Simmenauer verstarb 1926, seine Frau Jenny 1929. Der Sohn Bernard (Rechtsanwalt) führte die Geschäfte bis 1934 weiter, zog in dem Jahr nach Recklinghausen und wurde dort Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe. Er wanderte 1936 mit seiner zweiten  Frau Käthe, geborene Stein, nach Palästina aus und entrann der Vernichtung durch die Nazis.

 

 

 

Firmenkarte Simmenauer, frankiert mit Reichspräsident Friedrich Ebert.

 

 

 

 

Reichspost-Absenderfreistempel Frankotyp der KATAG (a.a.O.)

 

Auch für Herten steht das gleiche Bild wie für die Nachbarstädte während der Naziherrschaft. 1933 Boykott der jüdischen Geschäfte, 1934 dann Arisierung und Zwangsverkauf, 1938 Pogrom: eiskalt programmierter Untergang verdienter Bürger unserer Städte. Die postalische Heimatgeschichte hält die Erinnerung an den Namen Simmenauer wach mit Belegen aus dem Schriftverkehr der Firma.

 

 

15 Pfg. Freimarken-Ergänzungswert „Germania“, Ausgabe vom 1. August 1916,

portogerechte Fernfrankatur für Briefe bis 20g. Poststempel des Postamtes Hüls,

das damals noch zur Landgemeinde Recklinghausen gehörte.

 

 

 

 

Quellen

 

Schneider: Jüdische Heimat im Vest

Bildvorlagen Eigenmaterial