Artur Rubinstein

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Der spätere großartige  Pianist wurde am 28. Januar 1887 in der geschichtsträchtigen Stadt Łódź/Lodz (damals Kongreßpolen) geboren. Schon als Kind ließ er ganz außergewöhnliche Gaben erkennen und wurde zum Studium nach Berlin geschickt. Joseph Joachims (a.a.O.) Schützling war ein Wunderkind, dem es aber an der Berliner Akademie bald zu eng wurde. In Paris gefiel es ihm besser - zu gut, bis ihm Paul Dukas den Kopf zurecht setzte, ihn „rettete“, wie es Rubinstein  selbst nannte. Trotzdem wurde Rubinstein erst als Endvierziger ein „ernster Künstler“ und ein wirklich „berühmter“ Pianist. Das hatte er seiner Frau zu verdanken, Aniela Mlynarski, Tochter eines angesehenen polnischen Dirigenten.

 

Artur Rubinstein ist durch die Jahrzehnte seines weltweiten Wirkens und zugleich seines „Lernens“ der „große alte Mann“ des Klavierspiels geworden, das Wunder eines innerlich junggebliebenen Greises, dem die Welt stets zujubelte. Rubinsteins Domäne war das klassisch-romantische Repertoire. Aus den letzten Jahrzehnten seines Schaffens gibt es von ihm denkwürdige Interpretationen des Brahmschen und Beethovenschen Klavierwerks; jedoch gilt die „Authentizität“ seines Chopin-Spiels  bis heute als schlechthin unübertrefflich. Viele Pianisten versuchten  ihm nachzueifern, keinem gelang es bislang, die Rubinsteintreppe zu erklimmen.

 

Als über Neunzigjähriger noch immer aktiv, hatte Artur Rubinstein nichts von seinem bezwingenden Künstlertum eingebüßt, welches um die Jahrhundertwende das musikalische Europa in Erstaunen setzte.  Schon 1906 besuchte er Nordamerika, wo er vierzig Konzerte gab. Später folgte eine Südamerika-Tournee. Dort spielte er 1918  vor ausverkauften Sälen und entdeckte in Rio de Janeiro den Komponisten Heitor Villa-Lobos, der damals in Europa noch unbekannt war.

 

Rubinstein wurde u.a. mit dem Orden OBE (Order of the British Empire) 1971 ausgezeichnet. Er verstarb am 20. Dezember 1982 in Genf. Die israelische Post widmete dem unvergleichlichen und unvergessenen Pianisten Artur Rubinstein die eingangs abgebildete  Briefmarke, die drei Phasen seines Lebens wiedergibt.