„de Rotschild Frères“

 Bankhaus  Paris

 

 

Der Name Rothschild, Synonym für das Geld allgemein, und deren Korrespondenz sind eine weitere Abteilung der Judaica- Ausarbeitungen. Es sollte nicht verwundern, wenn der eine oder andere bei der Berührung der Rothschildbriefe von dem Erfolg des Hauses inspiriert würde!

 

Gründer des Pariser Bankhauses war James (Jacob) Mayer von Rothschild.  Der jüngste Sohn  Mayer Amschel Rothschild aus Frankfurt am Main war so früh nach Paris gekommen, daß er die Sprache perfekt beherrschte, ja in ihr brillierte. Rasch entwickelte er sich zu einem höchst erfolgreichen Geschäftsmann. Er wurde mit 29 Jahren österreichischer Generalkonsul in Paris und residierte in der Rue Laffitte.

 

 

In seiner Nichte Betty fand er eine würdige Gattin (s. Abb. links). Sie wurde strahlender Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Palais Rothschild. In einem berühmten Gemälde hat der französische Maler Jean Auguste Dominique  Ingres  ihre Schönheit verewigt. Rothschild war der reichste Mann Frankreichs seiner Zeit.  Seine Bank ließ die gesamte Konkurrenz hinter sich. Das Vermögen  James von Rothschild war höher als das aller Bankiers Frankreichs zusammen.  Er war einer der Hauptgläubiger des französischen Staates.

 

So reich und ehrgeizig er war, so großzügig war er auch. Aber auch er kam ohne Anfeindungen nicht aus. Überstanden hat er alle Fehden mit Bravour. Selbst Kaiser Napoleon III. stattete dem Hause Rothschild  am 17. Februar 1862 einen Staatsbesuch ab. Und rund um diese Zeit spielt sich die hier aufgezeigte Korrespondenz mit dem Bankhaus „ Gebrüder Rothschild“ in Paris ab.

 

 

 

Heinrich Heine, in Paris lebender  deutscher Dichter, gab mal ein Stimmungsbild eines Besuches  bei Rothschild zu Papier: „Vor mehreren Jahren, als ich mich einmal zu Herrn von Rothschild begeben wollte, trug eben ein galonierter Bedienter das Nachtgeschirr desselben über den Korridor, und ein jüdischer Börsenspekulant, der in demselben Augenblick vorbeiging, zog erfurchtsvoll seinen Hut ab vor dem mächtigen Topfe...“

 

Ludwig Börne (Löw Baruch), aus dem gleichen Ghetto in Frankfurt stammend wie James von Rothschild, war ein noch größerer Kritiker Rothschild´s als Heine. Und so ganz gefehlt hat er mit seiner Satire nicht.

 

Die Geschäftsbriefe mit den Rayonstempeln an das Bankhaus Rothschild stammen u.a. von  folgenden ehemaligen Bankhäusern in Berlin:

 

Gebr. Aarons, Helfft & Co., Hirschfeld & Co., B. Goldschmidt, Moritz Güterbrock, M. Magnus, Mendelssohn & Co., Meyer & Co., Gebr. Schickler, Preußische Seehandlung, Gebr. Veit & Co., Warschauer & Co.

 

Auch hier wird kein Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Tiefgründigkeit abgeleitet. Die Grundlage der Ausarbeitungen sind die postalischen Belege.

 

 

 

 

Rothschild Korrespondenz Rayonstempel

 

Rothschild Korrespondenzen Berlin - Paris

 

Rothschild Wien

 

Edmond de Rothschild

 

 

 

Quelle: Frederic Morton „Die Rothschilds“ Portrait einer Familie

Übersetzungen aus dem französischen: Frau Monique Lütgen