A l e x a n d e r    Ro d a  R o d a

 

 Österreichischer Schriftsteller und Publizist

 

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Roda  in  Sachsen  Anhalt Poststempel auf  Inflationsfreimarke

der  Serie Arbeitergruppen Motiv „Bergarbeiter nach rechts“

 

  

Alexander  Roda Roda (eigentlich Sándor Friedrich Rosenfeld) wurde am 13. April 1872 in Drnowitz/Drnovice Mähren geboren. Er wuchs in Puszta Zdenci/Slawonien auf, einer Landschaft Jugoslawiens zwischen Drau, Save und Nordkroatien, die von der Landwirtschaft geprägt war. Die Familie legte sich den Namen Roda (Storch)  zur Abgrenzung zum jüdischen Familiennamen Rosenfeld zu. 1892 bis 1903 war er k.u.k. Offizier, Im 1. Weltkrieg dann Kriegsberichterstatter. Später gehörte  er zum Autoreninventar des legendären „Romanischen Café“ in Berlin und wurde prominenter Mitarbeiter beim Münchner „Simplicissimus“. Seine Aphorismen (treffende Formulierungen, geistreicher  Ausdruck), Humoresken, Schwänke, satirische Romane und Komödien (u.a. der mehrfach verfilmte „Feldherrnhügel“), haben Generationen immer wieder aufs Neue ergötzt. Von einer besonders gut gelungenen Anektode sagte man: gut wie von Roda Roda. Nach der Machtergreifung der Nazis 1933 verließ er Deutschland, ging nach Graz und vor dem Anschluß Österreichs in die Schweiz. Am 1. November 1940 forderten ihn die Schweizer Behörden auf, bis zum Jahresende das Land zu verlassen und untersagten ihm zugleich jede Tätigkeit für schweizerische Medien. Roda Roda emigrierte in die USA. Dort blieben die Bemühungen des mittlerweile Siebzigjährigen um einen schriftstellerischen Broterwerb ohne größeren Erfolg. Roda Roda starb am 20. August 1945 im New Yorker Exil. In der Feuerhalle Simmering befindet sich sein  ehrenhalber gewidmetes Grab.

 

 

 Eigenhändig geschriebene Postkarte

an den Arzt und Schriftsteller Dr. Hugo Salus in Prag.

 

Leseabschrift:

Trencsènteplic, 24. April 1918

Hochverehrter, lieber Herr Doktor,

wenn Alexa Santic nicht interniert

ist, lebt er in Mostar - eine nä-

here Adresse aber weiß ich nicht.

Mostar ist so klein, daß man ihn

finden wird.Was mich betrifft: ich übersetze

in Trencsènteplic (wundern Sie sich, aber

verklagen Sie mich nicht wegen un-

lauteren Wettbewerbs) bulgarische Ly-

rik. Nicht ins Slowakische, sondern ins

Deutsche. Wenn Ihnen  ein Gerücht die

Mär zutrug, ich wäre in Preßburg,

kann ich mirs immerhin deuten: ich war

ja "bei der Press`". Für den Haupt-

mannsrang aber, den man mir

andichtete, weiß ich keine Deutung:

ich habe den Rang nicht angestrebt -

wenigstens in den letzten 17 Jahren

nicht.Handkuß der Gnädigsten. Ihnen

das Schönste von uns beiden

Ihr ergebenster

Roda Roda

 

Zu seinen amüsierten Lesern zählte auch Kurt Tucholsky: “Er ist noch  immer unser einziger, der kleine Geschichten so erzählen kann, als säße er am Kamin und ließe behaglich Rotwein in sich heruntergluckern. Er erzählt nachdenkliche Geschichten, lustige und hinterhältig witzige, sehr ernste Geschichten mit einer schönen Moral... Nachahmen kann er alle Stimmen und Stile, den Juden und den Pedanten, den Kaufmann, den Oberst, die Dirne und alle! Ja, der hat was erlebt...".   So Tucholsky über Roda Roda.

 

 

Quellen

Das große Roda Roda Buch

Beleg eigene Sammlung