R H A D E

über Dorsten

 

Landpost

 

 

  

 

Das vormalige Dorf und die Bauerschaft Rhade gehören heute zur Stadt Dorsten. Der Ortsteil liegt rund 25 km nordwestlich von Recklinghausen und hatte keine weiteren Bauerschaften. Erste Erwähnung erfährt der Ort um 1217 in einer Urkunde, in der der Bischof von Münster dem Domkapitel „decima Rothe in parrochia Lembeke“  überträgt.  Den Zehnten besaß zuvor der münsterische Ministeriale Gerlag Bitter als Lehen. 1331 tritt Wessel von Lembeck dem Bischof die Hälfte des Rhader Holzgerichtes ab, 1379 erhalten die Herren von Lembeck sie wieder zurück und treten in den folgenden Jahrhunderten als Erbholzrichter der Rhader Mark auf. 1489 wurde Rhade durch Abzweigung von Lembeck eine selbständige Pfarrei.

 

 

 

 Postzustellungsurkunde mit preußischem Avers-Vermerk und vierzeiligem Einkreisstempel,

N-Nachmittags-Type des Postamtes Rhade, rückseitig Bestellgangsstempel vom folgenden Tag.

 

Adressiert war das Schriftstück an den

"Herrn Gemeindevorsteher Krampe in Rhade bei Wulfen Bez. Münster".

Die Übergabe bestätigte der Postbote "Neudorf" zu Rhade .


 

Die Bevölkerungsdichte sah folgendermaßen aus: 1810: 470 Einwohner, 1910: 838, 1925: 1205, 1938: 1368. 197 ha Wald, 621 ha landwirtschaftliche Fläche und 596 ha Verbandsgrünfläche umfaßte vor dem Krieg die Gemeindefläche. Um 1970 wies der Stadtteil  129 Gewerbebetriebe, dazu kamen noch 64 landwirtschaftliche Einrichtungen. Eine recht respektable Anzahl für den kleinen Ort. Im Zuge der "kommunalen Neuordnung" verlor die Gemeinde Rhade zum 1. Januar 19785 ihre politische Selbständigkeit. Postalisch machte sich das mit dem Wegfall der Rhader Poststempel bemerkbar.

 

 

  

 Krumme, aber portogerechte 32 Pfg. Frankaturen für Nachnahmen aus 1930 und 1932

mit Marken der Freimarkenserie der Reichspräsidenten Ebert und Hindenburg.

Beigesetzt ist der Stempel der vereinnahmenden  Landpoststelle "Rhade über Dorsten".

 

 

Postalisch wurde der Ort Rhade vom Postamt Dorsten versorgt. Ebenso wie Erle wurde in Rhade ab 1847 zweimal wöchentlich Post bestellt, dienstags und freitags. Später gehörte der Ort lange Jahre zum Landzustellbezirk Wulfen. Nach Einrichtung einer Poststelle wurde dem Postamt der o.g. Einkreisstempel zugeteilt. Es folgten Poststempel mit dem Hinweis  „Rhade bei Dorsten“. Für den Landpostbereich war dann Hervest-Dorsten zuständig. 1944 und 1970 hatte Rhade wiederum den Status einer Poststelle I.

 

 

 

Im weitflächigen Rhade wurde noch eine Landpoststelle eingerichtet, die den abgebildeten Stempel führte.

Beigesetzt wurde der Leitpoststempel von "Rhade über Dorsten" für Post im Fernverkehr (1938).

 

 

  

 Portofreie Feldpostkarte aus Subkau/OPD Danzig nach Erle bei Rhade.

Der Empfänger war nicht zu ermitteln, kenntlich gemacht gemacht durch einen

zweizeiligen Kastenstempel "Rhade ü. Hervest-Dorsten/unbekannt."

Dann Weiterleitung nach Östrich in einen anderen Dorstener Landzustellbereich.

 

   

    

Links Einschreiben aus der Zeit vor der Eingemeindung. Das Postamt führte einen

eigenen Poststempel und Einschreibeklebezettel mit der Postleitzahl 4275.

 

Daneben ein Einschreibebrief mit dem neuen Poststempel "Dorsten 19".

Die alten Klebezettel wurden entweder aus Gründen der Sparsamkeit

oder aus Ermangelung neuer Klebezettel aufgebraucht.