M A X          R E I N H A R D T

  

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Österreichische Sondermarke zum 100. Geburtstag Max Reinhardts,

entwertet mit einem Poststempel seiner Geburtsstadt Baden/Niederösterreich.

 

 

Max Reinhardt (eigentlich Goldmann) wurde am 9. September 1873 in Baden bei Wien geboren. Reinhardts Eltern waren der aus Ungarn stammende Kleinhändler Wilhelm Goldmann und dessen Frau Rosa, geborene Wengraf. Nach dem Besuch der Realschule und Bürgerschule absolvierte er zunächst eine Banklehre, nahm aber nebenher schon Schauspielunterricht bei einem Burgtheater-Statisten. Max Goldmann debütierte im April 1890 an einer Wiener Privatbühne, dem „Fürstlich Sulkowsky Privat-Theater“ in Matzleinsdorf, heute Stadtteil von Wien. Damals nahm er den Künstlernamen Reinhardt an – 1904 wurde der Name der gesamten Familie von Goldmann in Reinhardt geändert.

 

 

Programmzettel 1923

Regie Max Reinhardt, Musik von Lully.

Den Argon spielte Max Pallenberg.

 

Er wirkte in Berlin 1905-1932, in Wien und bei den Salzburger Festspielen (Mitbegründer). Seine einflußreiche Bühnenkunst war Reaktion auf den Naturalismus: Musik, Tanz, ausdrucksstarke Szenerie.  Er setzte in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts  in Mitteleuropa endgültig das Regietheater durch. 1911, mit 38 Jahren führt er ein hochkarätiges Ensemble, leitet die beiden bedeutendsten Bühnen Berlins: das Deutsche Theater (seit 1905) und die Kammerspiele (eröffnet 1906). Beide Häuser werden als Privatunternehmen geführt.  Premieren  waren hier gesellschaftliche Ereignisse ersten Ranges. Mit seiner Jedermann-Inszenierung am 22. August 1920 begründete er die Salzburger Festspiele.

 

Programmzettel von 1929, Regie Max Reinhardt, musikalische Leitung Erich Wolfgang Korngold.

Mittig Ballszene nach einem Aquarell von Ludwig Kainer, der die Ausstattung geschaffen hatte.

 

Reinhardts Theater ist Regie-Theater par excellence. Alfred Kerr (Theaterkritiker) sagt: „Geschmackstheater“, „Parvenükunst“, „Kitsch“, nennt den Regisseur „ein Erfüllerchen“, das „Gegenteil eines Genies“ und sein begeistertes Publikum: „Ihr Äffchen“. Ein anderer Kritiker, Siegfried Jacobson, erkennt in Reinhardt den „höchsten Grad jener nachschaffenden Begabung, die wie zum ersten Mal auf den Grund eines Kunstwerkes sieht und alles in Kraft und Schönheit wiedergeben kann, was sie gesehen hat“.

 

Zum 100. Geburtstag von Max Reinhardt

Österreichische Sondermünze zu 25 Schilling 1973

 

Reinhardt ist der theatralische Exponent der positiven Seiten des Wilhelminismus; er hat Geschmack, Witz, Phantasie, Stimmung; Licht, Räume, Dekorationen; Drehbühne, Massenregie, Aura der Schauspieler. Das sind Elemente, die er verbindet. Man nennt das bewundernd „Theatermagie“.

 

Berliner Sondermarke Max Reinhardt

und Sonderstempel zur Verleihung des Max Reinhard Rings

 

Erste Nachkriegspreisträgerin des Rings war 1957 Helene Thimig, Witwe von Max Reinhardt.

Weitere Preisträger waren Boleslaw Barlog bis 1999 und seit 2013 Ulrich Khuon.

 

 

Briefmarkensonderausgabe der Bundespost und der Post der "DDR" zu verschiedenen Anlässen.

 

Die Wirkung Reinhardts blieb nicht auf den deutschsprachigen Raum beschränkt; seine künstlerische Ausstrahlung ist in fast allen Ländern Europas zu spüren. Zahlreiche Gastspiele schon am Beginn seiner Laufbahn führten ihn in einzelne Länder Europas. Erst recht hielt er als Theaterdirektor an diesen Gastspielen fest, deren kulturell - verbindender Gedanke für ihn eine Verpflichtung bedeutete, der er sich bis zu seiner Emigration nicht entzog. Max Reinhardt starb am 31. Oktober 1943 in New York. Die deutsche Bundespost, die Post AG, die Bundespost Berlin, die "DDR" und Österreich u.a. ehrten ihn mit Briefmarkenausgaben.

 

Quellen

FDC Bundespost

nachtkritik.de

Belege Eigenmaterial