Erich   Pommer

 

Filmproduzent

 

1889 - 1966

 

 

 

Erich Pommer wurde am 20. Juli 1889 in Hildesheim geboren. Seine Eltern, Gustav und Anna Pommer geb. Jacobson, handelten mit Wäsche. Nach einer Zwischenstation in Göttingen  zog die Familie 1905 nach Berlin. Dort begann Erich Pommer eine kaufmännische Lehre. 1907 zeichnete sich die spätere Filmlaufbahn bereits ab. Pommer wurde Verkäufer in der Berliner Filiale des französischen Filmkonzerns Gaumont, deren Leitung er 1910 übernahm. Nach dem Militärdienst 1912 wechselte er zur französischen Filmgesellschaft Eclair.

 

 

Firmenbrief der Decla-Bioscop München aus dem Jahr  1921 und Plakat-Repro zu "Metropolis" 1926.

 

 

Bei der Teilnahme am 1. Weltkrieg wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klase ausgezeichnet. Wegen ein er Verwundung arbeitete er ab 1917 an Wochenschauen und in der militärischen Filmzensurabteilung in Rumänien. Schon 1915 gehörte er zu den Mitbegründern der Decla-Film-Gesellschaft (später Decla-Bioscop), welche 1923 mit der Universum Film (UfA) fusionierte.  1923 trat Pommer in den vorstand der UfA ein und war bis 1926 1. Vorsitzender der Spitzenorganisation der Filmindustrie (SPIO).

 

 

 

     

Filmprogramme aus den Erich Pommer Produktionen:

"Einbrecher" (1930), "Asphalt" (1929), "Voruntersuchung" (1931).

 

 

 

Erich Pommer war zweifelsohne Deutschlands berühmtester Filmproduzent

der 1920er und 1930er Jahre. Er zeichnete verantwortlich für Filme u.a. wie:

 

 

 

"Das Cabinet des Dr. Cagliari (1919),

 

 

"Dr. Mabuse, der Spieler" (1922),

"Varieté" (1925),

"Der blaue Engel" (1930),

"Kongreß tanzt" (1931) oder

"Ich und die Kaiserin" (1933).

 

 

 

Produktion: Erich Pommer

Musik: Friedrich Hollaender - Erich Wachsmann

Darsteller u.a.: Lilian Harvey-Heinz Rühmann-Paul Morgan-Conradt Veith

 

 

Pommers Vertrag mit der UfA wurde aus rassistischen Gründen 1933 aufgelöst. Er emigrierte zunächst nach Paris und arbeitete dort für die Fox-Film und ging später nach Hollywood. Eine Krankheit brachte ihn Anfang der 1940er Jahre in arge Not. Dieserhalb mußte er mit seiner Frau außerhalb der Filmbranche in einer Porzellanfabrik arbeiten. 1944 erfolgte seine Einbürgerung in die Vereinigten Staaten. Die amerikanische Militärregierung sandte Erich Pommer nach 2. Weltkrieg als obersten Filmoffizier nach Deutschland. In dieser Funktion entwickelte gemäß amerikanischem Vorbild 1948 die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). In seinem Heimatland Deutschland produzierte er nach dem Krieg fünf Filme, alle ohne großen Erfolg, u.a.:

 

"Nachts auf den Straßen" (1951 mit Lucie Mannheim)

und "Kinder, Mütter und eine General" (1954).

 

Im letztgenannten Film agierten u.a. so große Namen wie:

 

Hilde Krahl,

Ewald Balser,

Therese Giehse,

Bernhard Wicki,

Claus Biederstädt,

Hans-Christian Blech,

Klaus Kinski

oder Maximilan Schell.

 

Dafür wurde Erich Pommer 1956 mit den Golden Globe für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.

 

1956 verließ Erich Pommer enttäuscht erneut sein Heimatland und ging zurück nach Los Angeles.

Vielfach geehrt verstarb Erich Pommer am 8. Mai 1966 in Hollywood.

 

 

 

Quellen:

 

Neues Lexikon des Judentums

Belege eig. Sammlung