P O G R O M N A C H T   1 9 3 8

 

 

 

 

 „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ 

  

 

Zitat einer jüdischen Weisheit auf Briefmarken zum 50. Jahrestag des Pogroms von 1938.

Abgebildet ist die brennende Synagoge von Baden-Baden und der Magen David.

 

 

 

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland jüdische Gotteshäuser, wurden jüdische Geschäfte, Schulen und Wohnungen zerstört und geplündert, jüdische Menschen verprügelt, mißhandelt und ermordet, Tausende verhaftet. Unter Bezugnahme auf die zerschlagenen Fensterscheiben im ganzen Reich wurde dem Pogrom in der NS-Zeit die heute euphemistisch (beschönigend) klingende Bezeichnung „Reichskristallnacht“ gegeben. Als Vorwand für die Ereignisse am 9./10. November 1938 und für die längst geplante Verschärfung der bereits durchgeführten antijüdischen Maßnahmen (z.B. „Nürnberger Gesetze“ 1935) diente den Nazis ein Attentat des 17jährigen Juden Herschel Grynszpan auf den Gesandtschaftsrat Ernst vom Rath in der Deutschen Botschaft in Paris am 7. November 1938. Dieses Attentat stand nach neueren Erkenntnissen nicht im Zusammenhang mit der polizeilichen Ausweisung von etwa 17.000 in Deutschland lebenden Juden polnischer Staatsangehörigkeit, darunter die Eltern Grynszpans. Es wird eher als eine Beziehungstat angesehen. Dessen ungeachtet war der Anschlag Vorwand für die nachfolgenden Gräueltaten im Reichsgebiet.

 

 

 

 

 

Erinnerungsbeleg zu  50 Jahre Pogrom 1938 - 1988, Sonderstempel Wien zur Zerstörung

der jüdischen Gotteshäuser, Abb. brennende Synagoge. Die Marke rechts zeigt

den Wiener Stadttempel, der Zudruck ein Holocaust-Denkmal. Herausgeber und

Beleggestaltung: FIB Freunde der israelischen Briefmarke Wien

Marcel Rubin seligen Angedenkens.

 

 

Das Massenpogrom wurde durch eine Hetzrede des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels ausgelöst, die dieser am Abend des 9. November im Münchner Alten Rathaus hielt. Goebbels sprach dabei von „spontanen Vergeltungsaktionen des Volkes“. Alle Parteistellen im Reich wurden sofort fernmündlich und fernschriftlich informiert, als Provokateure bei weiteren Aktionen in Erscheinung zu treten.  Der Plan Goebbels, den Pogrom als spontane Aktion des deutschen Volkes erscheinen zu lassen, scheiterte. Partei und SA konnten ihre Rolle nicht verschleiern.

 

 

 

"...Kontrast ... idiotischer Rechtsstaatlichkeit."

 

 

 

Im Ausland löste das Pogrom zunächst größte Empörung aus. Sanktionen erfolgten jedoch nicht. Der Terror der Pogromnacht wurde fortgesetzt durch Verordnungen, die den Juden auferlegten, eine „Sühneleistung“ in Höhe von 1 Milliarde Mark an das Deutsche Reich zu zahlen, alle Schäden sofort selbst zu beheben, die Kosten für die Wiederherstellung selbst aufzubringen und die von den Versicherungen gezahlten Entschädigungen an das Reich abzuführen. Außerdem wurde die „Arisierung“ aller jüdischen Unternehmen und Betriebe angeordnet und damit alle Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben ausgeschaltet. Die Briefmarke zeigt eine brennende Synagoge und gibt eine jüdische Weisheit wieder in Erinnerung an das Schicksal der Menschen jüdischen Glaubens.

 

  

      

Die Machthaber der „DDR“ leisteten sich mit der Herausgabe der Marke zum 25. Jahrestag des Pogroms von 1938 und des Sonderstempels einen euphemistischen Fehltritt (Bildmitte).

Die, die sich so antifaschistisch gaben, benutzten wie die Nazis den Begriff  „Kristallnacht“. Zum 30. Jahrestag des Pogroms verausgabten  sie eine modifizierte Briefmarke und einen Sonderstempel, zeigten sich geläutert und verzichteten auf diese diskriminierende Betitelung (Bild links). Daneben ein vorweg verausgabter Sonderstempel aus Neuwied um 70. Jahrestag des Pogroms von 1938 mit Abbildung der alten Synagoge in Neuwied.

 

 

Neue Synagoge vor der Zerstörung durch die Nazihorden-

Absenderfreistempel Stadtverwaltung auf Martin Buber Gedenkmarke.

 

 

 

   

Quellen

  

ETB Bundespost zu 50 Jahre Pogrom

Bild und Heimat Reichenbach DDR Marke

Bebilderung eigene Belege