B E R T H A    P A P P E N H E I M

 

1 8 5 9  -  1 9 3 6

 

 

 

  

Wohlfahrtsmarke 1954

Bertha Pappenheim

 

 

Bertha Pappenheim wurde am 27. Februar 1859 in Wien geboren. Sie stammte aus einem kultivierten wohlhabenden Elternhaus. Als junges Mädchen beschloß sie, dem „Höhere-Töchter“-Dasein zu entsagen. Mit 22 Jahren übersiedelte sie nach Frankfurt am Main. Hier engagierte sie sich in der Sozialarbeit, von der sie überzeugt war, daß sie ein entscheidender Hebel zur Gleichberechtigung der Frauen sein könne.

 

Ihr ausgeprägter Sinn für soziale Gerechtigkeit motivierte sie, gerade auch für die Frauenemanzipation im jüdischen Bereich einzutreten, was ihr nicht nur Sympathien einbrachte. Während dieser frühen Jahre in Frankfurt am Main  organisierte sie einen jüdischen Kindergarten, einen Mädchenklub, sogenannte Flickschulen sowie einen Frauenverein „Weibliche Fürsorge“.

 

Auch im nichtjüdischen Bereich war  Bertha Pappenheim aktiv. Sie gehörte dem Armenamt der Stadt als Mitglied an. Später arbeitete sie auch in anderen städtischen Sozialausschüssen mit. In einem Handbuch der Stadt Frankfurt am Main von 1908 wurde  sie als bekannte Armenpflegerin aufgeführt.  1904 gründete sie den Jüdischen Frauenbund in Deutschland, dessen Vorsitzende sie 20 Jahre lang blieb.

 

In dieser Eigenschaft gab sie den Anstoß zur Gründung der ZWST (a.a.O.), der dahinzielte, der Zersplitterung innerhalb der reich entwickelten jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland ein Ende zu  machen und alle Kräfte der Konzentration und der größtmöglichsten Ausnutzung der vorhandenen Einrichtungen zuzuwenden. Bertha Pappenheims Frauenbund wurde der mitgliederstärkste Trägerverband der ZWST.  In seiner besten Zeit zählte der Frauenbund 50 000 Mitglieder. Bis an ihr Lebensende war sie die Seele des von ihr und anderen engagierten Frauen des Jüdischen Frauenbundes gegründeten Mädchenerziehungsheimes in Neu Isenburg.