Max Pallenberg

1877 - 1934

 

 

 

"Das Weinen ist dem Menschen angeboren, aber das Lachen will gelernt sein."

 

 

 

Max Pallenberg wurde am 18. Dezember 1877 als Max Pollack in Wien geboren. Er etablierte sich als Sänger, Schauspieler und Komiker zu einem der bedeutendsten Charakterkomiker seiner Zeit. Seit 1895 wirkte Pallenberg im Chor und kleineren Rollen an Wiener Vorstadttheatern. 1904 wurde er an das Theater in der Josephstadt engagiert.

 

 

 

 Theaterprogramme mit Pallenberg Hauptrollen 1913 und 1925

 

 

Weitere Station, z.B. als Operettenkomiker, waren das Theater an der Wien. Er sang u.a. in der Uraufführung von Franz Lehars Operette "Der Graf von Luxemburg". In München spielte er am Deutschen Künstlertheater und wurde 1914 von Max Reinhardt an das Deutsche Theater in Berlin verpflichtet. Dort erzielte er seinen künstlerischen Durchbruch mit Glanzrollen als Schluck in Gerhart Hauptmanns "Schluck und Jau" oder dem Peachum in der Dreigroschenoper. Weitere große Rollen waren in "Liliom", "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" oder bei den Salzburger Festspielen in der "Der eingebildete Kranke" von Moliére.

 

 

Tschechische Republik

Markenausgabe "Gezeichneter Humor" Der brave Soldat Schwejk

Paraderolle von Max Pallenberg

 

 

Markenheft Abb. "Schwejk auf dem Weg nach Budweis" 1997

 

 

Max Pallenberg spielte in einigen Stummfilmen und in nur einem Tonfilm, "Der brave Sünder" (1931) unter der Regie von Fritz Kortner, mit. Seit 1916 war er mit Fritzi Massary, einer der größten Diven der 1920er Jahre, verheiratet. Mit ihr ging er 1933 ins Exil nach Österreich. Bei einem Flugzeugabsturz bei Karlsbad in Tschechoslowakei kam er 1934 ums Leben.

 

 

 

1913 kaufte der Prager Kaffeehausbesitzer Karl Stafl das Haus und richtete im Erdgeschoß eine Gaststätte ein.

Nach dem 1. Weltkrieg besuchte das Gasthaus Präsident Masaryk und der Schriftsteller Jaroslav Hasek.

Die Kommuinisten schlossen den Betrieb 1948, der dann 1993 wieder eröffnet wurde.

Hasek nahm die Arbeiten zu seinem Hauptwerk "Schwejk" während des 1. Weltkriegs auf

und arbeitet daran auch in der erwähnten Gaststätte.

 

 

Bei der Beschreibung des Charakterkomikers Pallenberg werden seine große Gestaltungskraft, seine Improvisationskunst und sein sprachlicher Variationsreichtum genannt. Max Pallenberg verkörperte alle Typen: die Provinzbürger, Hausmeister, Geizhälse, Kassierer, Kammerdiener, Soldaten, eingebildete Kranke, Misanthropen und adelte auch niedere Rollenfiguren. Alfred Polgar bezeichnete ihn als den "Daumier* unter den Komikern" und Kurt Tucholsky einmal als "... einen Teufel, ein entgleister Gott, ein großer Künstler".

 

Sein Grab befindet sich im Urnenhain der Feuerhalle Wien-Simmering. 1955 wurde die Pallenbergstraße in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

 

 

 

 

Quellen

 

Das Lexikon der Deutschen Filmstars

Heinzelmeier/Schulz

Belege eig. Sammlung

 

* Honoré Daumier franz. Maler, Bildhauer, Grafiker und Karikaturist