Salomon Oppenheim

 

Bankhaus Köln

 

 

Salomon Oppenheim wurde 1772 in Bonn geboren und verstarb ebendort am 9. November 1828. Er war zu Lebzeiten letzter kurkölnischer Hoffaktor (Hofhändler) und Gründer des legendären Bankhauses Oppenheim in Köln. 1798 übersiedelte er nach Köln. Dort gehörte er zu den Mitbegründern der Kölner jüdischen Gemeinde und war auch Gemeindevorsteher.

 

 

 

 

Doppelkreisstempel Coeln ohne Jahreszahl vom 27 11 (1842) auf  Brief an den Herrn Rentmeister von Bewer in Rheinbreitbach.

Auf der Rückseite wurde ein Ausgabestempel Rheinbreitbach vom gleichen Tag abgeschlagen.

 

Der Briefinhalt betraf Eingangsbestätigungen des Bankhauses Oppenheim über diverse unterschiedliche Sorten,

die unter Factage/Auslagenverrechnung unbrauchbarer Anweisungen dem Grafen Louis von Renesse-Breidbach creditiert wurden.

 

 

Bereits 1818 beteiligte sich Oppenheim an der Rheinschiffahrts-Assekuranz-Gesellschaft. 1822 wurde er Mitglied der Handelskammer und Interessenvertreter der Kölner Bankiers. Seine fortschrittliche Geschäftspolitik wurde unter Simon und Abraham Oppenheim mit weiteren Firmengründungen im Transportwesen (Schiffahrt/Eisenbahn), der Finanzierung von Industrie und Bergbau und im Versicherungsgewerbe fortgesetzt. Die Bank beteiligte sich 1851 an der Gründung der Germania Lebensversicherung und Rentenbank. 1879 dann Beteiligung an der Colonia-Rückversicherungs AG. Diese wird 1989 verkauft.

 

Der Aufstieg zu einer der bedeutendsten Banken des 19. Jahrhunderts begann mit der Einführung eines neuen Banktypus, der Aktienbank zur Industrie- und Verkehrsfinanzierung. Das Bankhaus Oppenheim & Cie. erlangte damit während der Gründerzeit internationale Bedeutung und wurde neben der Hirschlandbank in Essen (a.a.O.) zum wichtigsten Finanzier der Modernisierung der rheinisch-westfälischen Industrieregion.

 

 

 

Firmenbrief mit einem Pärchen 20 Pfg. Krone/Adler und

Poststempel Köln 1892, rückseitig Ausgabestempel Mailand.   

 

 

Ein Teil der Familie Oppenheim konvertierte frühzeitig zum Katholizismus, ein anderer Teil wurde evangelisch getauft. Im Zuge der "Arisierung" nutzte auch die Nobilitierung (Standeserhebung) von Abraham Oppenheim im Jahr 1868 in den preußischen Freiherrnstand ebensowenig wie die Konvertierung. Der Teilhaber Robert Pferdmenges übernahm als Platzhalter für die jüdischen Mitglieder die Bank und  firmierte ab 1938 nach Zeitungskampagnen der Nationalsozialisten als „Robert Pferdmenges & Co.“. Nach dem Krieg traten erneut Mitglieder der Familie Oppenheim in die Firma ein. Es wurde wieder der alte Name verwendet.  Sal. Oppenheim expandierte und gründete Tochtergesellschaften u.a. in Zürich, Paris und London. 1967 verlegte die Bank den Hauptsitz nach Luxemburg. Seitdem ist der Kölner Mutterkonzern nur noch vollständige Tochter der Luxemburger Sal. Oppenheim Bank. Ende 2006 beschäftigte die Bank nahezu 3500 Mitarbeiter in 27 Niederlassungen.

 

Nach über 220 Jahre geht eine Ära zu Ende. Im Zuge der Arcandor Insolvenz kam das Bankhaus in finanzielle Schwierigkeiten und wird 2009 von der Deutschen Bank übernommen, die das Haus unter dem alten Namen weiterführt.

 

Gestüt Schlenderhan

Das Haus Oppenheim engagiert sich im Pferderennsport mit dem berühmten Gestüt Schlenderhan. Der Privatbankier Eduard von Oppenheim in Köln kam über die Familie Raitz von Frentz bei einer Versteigerung 1869 in den Besitz des Gestüts. Bedeutende Zuchtergebnisse waren die Pferde Oleander und Schwarzgold. Der ersteigerte Hengst Monsun entwickelte sich für das Gestüt zu einem der bedeutendsten internationalen Vererber.

1942 mußt die Familie Oppenheim ihr Gestüt Schlenderhan zwangsweise an die SS abtreten. Den Brüdern Oppenheim wurde von der Kölner Gestapo vorgeworfen, falsche Angaben zu ihrer jüdischen Abstammung gemacht zu haben und Juden bei der Auswanderung geholfen zu haben. Nur durch Zufall konnten beide einer Verurteilung, die eine Todesstrafe zur Folge gehabt hätte, entkommen.

 

 

Quellen

Pritzkoleit, Kurt: Salomon Oppenheim

RZ vom 29.10.2009