Preußische Nummernstempel

Kreis Recklinghausen

 

 

Die Einführung des preußischen Nummernstempels fällt mit der der Preußen-Briefmarken zusammen. Am 15. November 1850 kamen die ersten preußischen Freimarken zur Ausgabe, und in der „Instruktion wegen Einführung von Marken zum Frankiren der Briefe“ des Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, von der Heydt vom 30. Oktober 1850 ist unter Absatz VI „Entwertungsstempel“  (Amtsblatt des Königlichen Post-Departements, Jahrgang 1850, Blatt 44 Nr. 238) auch die erste größere Verfügung, Poststempel betreffend, abgedruckt, welche hier im Auszug im originalen Wortlaut folgen soll:

 

VI  Entwerthungsstempel

 

„Damit einmal verwendete Marken nicht wiederholt benutzt werden können, müssen dieselben vor dem Absenden der Briefe als bereits gebraucht erkennbar gemacht (entwerthet)  werden. Zur Entwerthung sollen besondere Stempel in Anwendung kommen... Diese Stempel geben einen Abdruck von vier konzentrischen Ringen wieder und tragen in der Mitte die Zahl, unter welcher die betreffende  Postanstalt in dem alphabetischen Post-Anstalten-Verzeichnis erscheint“...

 

Im Kreis Recklinghausen wurden bei der ersten Verteilung 8 Postämtern diese neuen Poststempel zugeteilt. Die angesammelten Belege werden hier in alphabetischer Reihenfolge der Postorte aufgezeigt. Des weiteren wurden die Schließungsdaten von zwei Postämtern hinzugefügt, deren Ringnummernstempel dann an andere Postämter weitergereicht wurden.

 

Die Nummernstempel von 1- 1725 sind mit einem Male herausgegeben und damit den alphabetisch geordneten Postorten Aachen bis Zülzer zugeteilt worden. Die später hinzugekommenen Postämter bekamen die die Nummern 1726 - 1987 je nach der Eröffnung. Die vorgeschriebene Farbe für die Nummernstempel war die schwarze. Dennoch gibt es auch blaue und rote Abschläge. Auch Briefumschläge mit eingedrucktem Wertstempel mußten damit entwertet werden. Aber schon am 25. Oktober 1851 kam die Verfügung heraus, daß der Wertstempel mit blauer Tinte durchstrichen wird. Ab 1859 ging die preußische Post dann dazu über, nur noch den Orts-Aufgabestempel  als Entwertungszeichen zu benutzen. Damit ging die Zeit der Nummernstempel in Preußen zu Ende.

 

 

 

Ahsen

 

Einzig bekannter Brief (Ausschnitt) mit dem preußischen Nummernstempel 8

 

 

Preußen Nr. 1 + 2

Frankiert wurde der Brief mit der Ein-Silbergroschen-Marke (12 Pfennig),

Kopfausgabe König Friedrich-Wilhelm IV. (1795-1865) schwarz auf rosa,

Ausgabe vom 15. November 1850. Das war die damalige Postgebühr für Briefe

unter einem Loth (ca. 16g) Gewicht bis zu einer Strecke von 10 preußischen Meilen

(1 Meile ca. 7,5 km). Daneben klebt die Freimarke zu  sechs Pfennig

(½ Silbergroschen/Sgr.) rotorange als Ortsbestellgeld. Eine nicht oft anzutreffende Frankatur.

 

Nach Schließung der Post in Ahsen am 30. November 1853

wanderte der Stempel nach Czychen (1938-1945 Bolken)

und wurde dort vom 1. Juni 1854 bis zum 31. August 1854 verwendet.

Abschließend kam der Stempel zum 1. Juni 1855 in  Lupow/Pommern zum Einsatz.

Mehr zu diesem Brief siehe unter Ahsen.

 

 

 

Ahsen 8

 

Preußen Nr. 2

Preußische Freimarkenausgabe schwarz auf rosa

vom 15. November 1850 mit dem Kopfbild

Friedrich Wilhelm IV. (1795 - 1861), entwertet mit

einem Vierringnummernstempel 8 Ahsen,

 Portostufe für Briefe bis 10 Meilen Entfernung.

 

 

 

 

Datteln 308

 

 

 

Preußische Freimarkenausgabe schwarz auf rosa

vom 15. November 1850 mit dem Kopfbild

Friedrich Wilhelm IV. (1795 - 1861), entwertet mit

einem Vierringnummernstempel 308 Datteln,

 Portostufe für Briefe bis 10 Meilen Entfernung.

 

Dorsten 336

 

Preußen Nr. 2

 1 Silbergroschen schwarz auf rosa für Briefe bis

10 Meilen Entfernung, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861),

entwertet mit einem Ringnummernstempel 336 von Dorsten,

beigesetzt der Kastenstempel ohne Jahresangabe.

Rückseitig ist der Ausgabestempel

vom dritten Bestellgang in Münster abgeschlagen.

Der Brief wurde noch am Tag der Aufgabe am

30. Mai 1851 zugestellt.

 

 

Preußen Nr. 4

 

 

schwarz auf gelb, geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) vom

15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz.

Portostufe für Brief unter 1 Loth über 20 Meilen

oder bis 3 Loth bis 10 Meilen.

 

 

 

 

 

Preußen Nr. 1

Doppelstück  Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV.

(1795-1861) vom 15. November 1850,

Wasserzeichen Lorbeerkranz, geschnitten. Portostufe

12 Pfg. = 1 Silbergroschen (Sgr.) für Briefe bis

10 preußische Meilen (ca. 17,5 km) unter

1 Loth ( 16g 2/3) Gewicht, entwertet mit

einem Vierring-Nummernstempel 336 Dorsten.

 

 

 

 

Wasserzeichen Lorbeerkranz

 

 

 

 

 

Haltern "576"

 

Brief aus den Speyer Korrespondenzen

 

Preußen Nr. 2

 1 Silbergroschen schwarz auf rosa für Briefe bis

10 Meilen Entfernung, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861),

entwertet mit einem Ringnummernstempel 576 von Haltern,

beigesetzt der Kastenstempel ohne Jahresangabe (1857) mit Aufgabezeit A für abends.

Rückseitig ist der Ausgabestempel Elberfeld vom 26.9. abgeschlagen.

Der Brief wurde einen Tag nach Aufgabe zugestellt.

 

Preußen Nummernstempel

"576" für Haltern

 

Preußische Freimarke König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861).

Ausgabe vom 15. November 1850.

Gedruckt in der Deckerschen Hofbuchdruckerei Berlin.

Wasserzeichen Lorbeerkranz - Portostufe u.a. für Briefe

bis 3 Loth bis 10 Meilen/ca. 75 km.

 

 

 

Preußen Nr. 3

schwarz auf blau, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV.

(1795-1861) vom 15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz,

geschnitten. Portostufe für Briefe

bis 20 preußische Meilen (2 Sgr.) und Einschreibe-

gebühr (ebenfalls 2 Sgr.), insgesamt 4 Sgr., ent-

wertet mit  Vierring-Nummernstempel 576 Haltern. 

 

 

 

Haltern

Preußen Nummernstempel "576"

 

Paketbegleitbrief an den Gräflich von Galenschen Rentmeister Herrn von Detten in Münster - frei -

Rückseitig Trockensiegel der "Kön. Kreis-Ger. (Gerichts) Commission zu Haltern". Datiert auf den 29.3.1851.

 

Preußische Freimarke König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861).

1 Sgr. Ausgabe vom 15. November 1850. Gedruckt in der Deckerschen Hofbuchdruckerei Berlin.

Entwertet mit einem kleinen Kastenstempel Haltern. Wasserzeichen Lorbeerkranz -

Portostufe u.a. für Briefe  unter 1 Loth bis 10 Meilen/ca. 75 km.

 

 

 

 

Philatelie fängt da an,

wo Briefmarkensammeln aufhört!

 

Karl Heinz Mainczyk

 

 

 

Marl  905

 

 

 

Preußen Nr. 3

schwarz auf blau, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV.

(1795-1861) vom 15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz,

geschnitten. Portostufe für Briefe

bis 20 preußische Meilen (2 Sgr.) und Einschreibe-

gebühr (ebenfalls 2 Sgr.), insgesamt 4 Sgr.,

entwertet mit  Vierring-Nummernstempel 905.

Recklinghausen  1209

 

Preußen Nr. 2

 1 Silbergroschen schwarz auf rosa für Briefe bis

10 Meilen Entfernung, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861),

entwertet mit einem Ringnummernstempel 1209 Recklinghausen,

beigesetzt ein Zweikreisstempel Recklinghausen ohne Jahresangabe.

 

 

 

 

 

 

 

Preußen Nr. 4

schwarz auf gelb, geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) vom

15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz.

Portostufe für Brief unter 1 Loth über 20 Meilen

oder bis 3 Loth bis 10 Meilen, ordnungsgemäß beigesetzt

ein Zweikreisstempel Recklinghausen ohne Jahresangabe.

 

 

 

 

 

Preußen Nr. 2

 1 Silbergroschen schwarz auf rosa für Briefe bis

10 Meilen Entfernung, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861),

entwertet mit einem Ringnummernstempel 1209 Recklinghausen,

ordnungsgemäß beigesetzt  ein Kastenstempel Recklinghausen ohne Jahresangabe.

 

 

 

Freimarkenausgaben Preußen 1 Sgr. , geschnitten, vom

15. November 1850 Kopfbild König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861),

Wasserzeichen Lorbeerkranz. Portostufe 1 Silbergroschen (Sgr.) = 12 Pfg.

für Briefe bis 10 preußische Meilen (ca. 75 km) unter

1 Loth (ca. 16g) Gewicht, entwertet mit einem

Vierring-Nummernstempel „1209“ Recklinghausen.

Die Marken gehören zur ersten Ausgabe.

 

 

 

 

Waltrop  1575

 

 

Preußen Nr. 3

schwarz auf blau, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV.

(1795-1861) vom 15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz,

geschnitten. Portostufe für Briefe

bis 20 preußische Meilen (2 Sgr.) und Einschreibe-

gebühr (ebenfalls 2 Sgr.), insgesamt 4 Sgr.,

entwertet mit  Vierring-Nummernstempel 1575.

 

 

 

 

Preußen Nr. 4

schwarz auf gelb, geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) vom

15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz.

Portostufe für Brief unter 1 Loth über 20 Meilen

oder bis 3 Loth bis 10 Meilen.

Wulfen  1679

 

 

Preußen Nr. 4

schwarz auf gelb, geschnitten, Kopfausgabe

Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) vom

15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz.

Portostufe für Brief unter 1 Loth über 20 Meilen

oder bis 3 Loth bis 10 Meilen. Zeitnahe Entwertung

mit dem Nummernstempel der Erstzuteilung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wulfen  1679

 

 

 

 

Preußen Nr. 5a

Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861)

vom Juni 1856 Wasserzeichen Lorbeerkranz,

geschnitten. Portostufe 4 Pfennige je Loth

(16 2/3 Gramm) für Kreuz- und Streifband-

sendungen ab 1. Mai 1856,  entwertet mit 

Vierring-Nummernstempel 1679. Dieser

Stempel wurde bis zur Schließung des

Postamtes Wulfen zum 30. November 1851

in Wulfen geführt.  Ab 1. Dezember 1852 dann

beim Postamt Homberg/Niederrhein im Einsatz.

 

 

 

 

 

Wulfen  538

 

   

  Preußen Nr. 3

schwarz auf blau geschnitten, Kopfausgabe Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861)

vom 15. November 1850, Wasserzeichen Lorbeerkranz. Portostufe für Briefe bis 20

preußische Meilen (2 Sgr.) und Einschreibegebühr (ebenfalls 2 Sgr.), insgesamt 4 Sgr.,

entwertet mit Vierring-Nummernstempel 538 Wulfen, den das Postamt nach Wiedereröffnung

am 15. Januar 1852 vom Postamt Grevenberg übernahm.

 

 

 

 

Quellen

 

Anderson, Hans-Joachim: Die Bezeichnung der Poststempelformen

Grobe, Hans: Altdeutschland Spezialkatalog und Handbuch 1975

Mainczyk, Karl Heinz: Ausstellungskatalog „175 Jahre Kreis Recklinghausen“ 1991

Mainczyk, Karl Heinz: Ausstellungskatalog „Vest-Brief 2000“

Marbach: Die Preußischen Aufgabe- und Nummernstempel 1936

Michel Deutschland - Spezial Katalog

Thalmann, Friedrich Wilhelm: Zusammenstellung der Preußischen Poststempel

nach Form und Zeitfolge, Verlag Robert Noske 1925