R U D O L F      M O S S E 

 

1 8 4 3   -   1 9 2 0

 

 

 

  

Ansichtskarte des in exponierter Lage angesiedelten Mosse-Hauses Leipziger/Ecke Friedrichstraße 1910.

Firmenbrief mit Einkreisstempel und Gitterbogen Berlin SW 19 m vom 11.11.11.

 

 

Rudolf Mosse wurde 1843 in Grätz bei Posen geboren. 1867 schuf er zusammen mit Emil Cohn, dem späteren Begründer der „Berliner Zeitung“, ein Annoncen-Büro, welches zum bedeutendsten Unternehmen seiner Art in Deutschland wurde. Im Jahre 1872, kurz nach Reichsgründung, gründete Mosse das „Berliner Tageblatt“, das anfangs vorwiegend auf Berliner Lokalberichterstattung eingerichtet war. Aber unter der Leitung von Arthur Levysohn entwickelte sich die Zeitung bald zu einem führenden Blatt freisinniger Richtung. 1889 wurde dem „Berliner Tageblatt“ die „Berliner Morgenzeitung“ angegliedert, und 1904 übernahm der Verlag Mosse die linksdemokratische „Berliner Volkszeitung“. Neben diesen Tageszeitungen gab der Verlag Mosse Fachzeitschriften heraus, umfaßte eine allgemeine Buchabteilung und einen umfangreichen Adreßbücher- und Telegraphencode-Verlag. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges baute Rudolf Mosse sein ansehnliches Anzeigenimperium auf mehr als 100 Zeitungstitel aus.

 

 

Hauspostämter - Bürgernahe Einrichtungen der Berliner Post

 

Tagesstempel, schon fast ein Sonderstempel des Hauspostamtes.

 Rechts Absenderfreistempel des Mosse Hauspostamts 1930.

 

 

Vor dem I. Weltkrieg galt Rudolf Mosse als einer der wohlhabendsten Berliner Bürger, der auch große Summen für wohltätige Zwecke spendete. Mosse erhielt für seine Stiftungen von der Universität Heidelberg den juristischen Ehrendoktortitel. Er gehörte lange Zeit dem Vorstand der Berliner jüdischen  Reformgemeide  an. Rudolf Mosse starb 1920 in Schenkendorf. Seine Grabstätte befindet sich auf dem jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee in Berlin.

 

 

Stellvertretend für den weitverzweigten Mosse-Konzern

ein Firmenbrief der Filiale Prag 1934

 

 

Nach dem Tod von Rudolf Mosse übernahm sein Schwiegersohn das Imperium. Nach jahrelanger Misswirtschaft trieb er den Verlag 1932 in den Konkurs. So ging der Mosse-Verlag als erster der drei großen Presse-Imperien des Berliner Zeitungsviertels an die Machthaber der braunen Zeit über. Dabei trat die Cautio GmbH von Max Winkler auf den Plan und kaufte den Verlag im Auftrag der Regierung und mit deren Geld. Die Berliner Druck- und Zeitungsbetriebe AG, mit der Winkler das bankrotte Verlagshaus Mosse aufgefangen hatte, kümmerte dahin. Das einst weltweit gerühmte Berliner Tageblatt wurde 1939 eingestellt. Die beiden kleineren Mosse-Zeitungen Berliner Volkszeitung und Berliner Morgenzeitung wurden in den Deutschen Verlag (ehemals Ullstein) überführt und mit der Berliner Morgenpost verschmolzen.

 

 

 

Quellen

 

zeitungsviertel.de

Div. Judaica-Nachschlagwerke

Neues Lexikon des Judentums

Belege Eigenmaterial

 

 

In Vorbereitung:

Mosse Chronik in Bildern