Alfred Messel

Architekt

 

 

Alfred Messel wurde am 22. Juli 1853 in Darmstadt als dritter Sohn des Bankiers Simon Messel geboren. Dort besuchte er auch das Gymnasium. Nach dem Militärdienst studierte er ab 1873 zunächst an der Kunstakademie Kassel und dann bis 1878 an der Berliner Bauakademie. Als Architekt fand er gleichermaßen Beachtung mit großbürgerlichen Bauten und im Kleinwohnungsbau.

 

Ab 1893 arbeitete er mit der Warenhausdynastie Wertheim zusammen. Mit der Eröffnung des ersten Bauabschnitts des Wertheim-Warenhauses am 15. November 1897 begann Messels Aufstieg zu einem der prominentesten deutschen Architekten seiner Zeit. Er verließ die strengen Bahnen der Architektur und fand mit der vertikal gegliederten Pfeilerfassade des Wertheimhauses in der Leipziger Straße eine Verbindung zur der inneren Nutzung. Vor allem dadurch wurde das Wertheimhaus zu einer Kunstrichtung moderner Architektur. Messel hinterließ mit seinem Bauten vielerlei Spuren insbesondere in Berlin. Nur auszugsweise sollen nachfolgend einige Stationen wiedergegeben werden. 

 

 

Wertheim Bauten von Messel

 

Wertheim Leipziger- und Rosenthaler Straße

 

 

1899 konvertierte Messel vom Judentum zum Protestantismus. Am 17. Mai desselben Jahres erhielt er den Roten-Adler-Orden IV. Klasse. Das veranlasste ihn zu der Bemerkung, daß er sich von nun an wirklich „viertklassig“ fühlen dürfe. 1906 erhielt er die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E.h.) der Technischen-Hochschule-Darmstadt.  Um 1902 machte sich eine Herzschwäche bei ihm bemerkbar, die ihn in den folgenden Jahren zu längeren Kuraufenthalten zwang. Von 1903 bis 1906 war er mit der zweiten Erweiterung des Wertheim-Warenhauses an der  Leipziger Straße und Leipziger Platz beschäftigt. 1904 wurde Alfred Messel Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.

 

 

Messel Bauten am Kurfürstendamm

 

  

Hotel am Zoo - Kurfürstendamm 25:

Ansichtskarte links um 1925, Foto rechts 1964, Hauptquartier der Filmfestspiele.

(Foto K.H. Mainczyk). Das Dachgeschoß wurde nach dem Krieg  aufgestockt.

 

 

 

Der ehemalige Burg- bzw. Kurfürstenkeller um 1960.

Im Frühjahr 1951 trat Wolfgang Gruner zum ersten Mal als Kabarettist beim

neu gegründeten Kabarett "Die Fliegenpilze" im Restaurant Burgkeller am Kurfürstendamm auf.

 

 

Anfang 1907 ernannte man ihn offiziell zum Architekten der Königlich Preußischen Museen. Bis zu seinem Tod beschäftigte er sich überwiegend mit der Planung eines Neubaus für das Deutsche Museum, das Pergamonmuseum und das Vorderasiatische Museum in Berlin. Der Kaiser verließ sich vollkommen auf das Urteil Messels, was dieser aber krankheitsbedingt nur selten nutzen konnte.

 

Am 24. März 1909 verstarb Alfred Messel. Er wurde und auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beerdigt. Aufgrund seiner  jüdischen Abstammung wurden nach ihm benannte Straßen während der Zeit des Nationalsozialismus umbenannt. In Berlin -  Wilmersdorf tragen heute wieder eine Straße und ein Platz seinen Namen.

 

Der Nachlass von Alfred Messel wird im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin verwahrt.

 

 

 

Quellen:

Berlin Lexikon

Die Welt-Feuilleton Donnerstag 12. November 2009

Bilder Eigenmaterial