Mendelssohn & Co.

Bankhaus Berlin

 

 

Das Bankhaus wurde im Jahre  1795 von Joseph Mendelssohn gegründet und bestand bis zur erzwungenen "Arisierung" im Jahr 1939.  Mendelssohn nahm im Jahre 1804 seinen Bruder Abraham Mendelssohn-Bartholdy als Partner in die Firma auf. Seitdem waren die beiden bzw. die beiderseitigen Nachkommen Teilhaber der Firma. Das Bankhaus bezog 1815 seinen bekannten Hauptsitz in der Jägerstraße. Dort etablierte sich späterhin das Berliner Bankviertel. Mendelssohn waren ab 1850 Hofbankiers des russischen Kaiserhauses. Sie führten den Finanzmarkt für russische Staatsanleihen lange an und stiegen auf zu einem der bedeutendsten Privatbankhäuser Deutschlands. In  Hamburg besaß das Bankhaus unter dem Firmennamen  „Paul Mendelssohn-Bartholdy“ bis zum Jahre 1887 eine Filiale. Paul Mendelssohn-Bartholdy gehörte mit Adalbert Delbrück und Albert Borsig 1872 zu den Gründern der „Bau-Gesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen“, die aber bereits 1875 bankrott ging.

 

2 Sgr. Ganzsache Preußen von 1855, Wertstempel mit Federstrich entwertet, Zusatzfrankatur 1 Sgr.  Kopfausgabe

vom 17. April 1857, entwertet mit einem Nummernstempel  "183" Breslau an Mendelssohn & Co in Berlin.

 Rückseite Siegel und Ausgabestempel.

 

 
Unfrankierter, austaxierter Brief des Bankhauses Mendelssohn&Co. an die Bank Gebrüder Rothschild in Paris.

Kastenstempel Aufgabepostamt Berlin Post-Exp. 8 vom 2.11.63, roter Grenzübergangsstempel „Prusse Forbach“

und schwarzer Ausgabestempel Paris vom 5.11.63.

 

 

 

Leseabschrift

 

Herrn Gebr. von Rothschild

       Paris

                            Berlin, 2. Novbr. 1863

 

     Von dem Inhalte Ihrer Geehrten vom 29 u. 31.

nehmen wir bestens Notiz.

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für die wir uns Gutschrift erbitten.

 

Die Börse war in matter Stimmung.

 

Mendelssohn

 

 

 

Brief von Markneukirchen/Sachsen

an die Mendelssohn Bank - Filiale in Hamburg

 

Umschlag mit Wertstempeleindruck 3 Ngr. (Neugroschen) gelb, Kopfbild König Johann I. (1859–1863) nach links im Oval,

Ausgabejahr 1862. Zur Zeit der Verwendung dieses Umschlags zahlte man in Sachsen in Thalerwährung.

Der Thaler hatte 30 Neugroschen, 1 Neugroschen waren 10 Pfennig.

 

      

Entwertet ist der Wertstempel auf dem Umschlag mit einem zweizeiligen Rahmenstempel „Markneukirchen“  vom 14.1.1863.

Diese Abstempelung ist recht selten und bislang nur als Nebenstempel gelistet. Auf Johann-Markenumschlägen war der Poststempel

beim Erwerb des Stückes bislang unbekannt. Des weiteren fehlt der vorschriftsmäßige zweite Stempelabschlag gemäß sächsischer Postordnung.

Rückseitig ist ein Ausgabestempel Hamburg vom 16.1. (18)63 abgeschlagen; Laufzeit des Briefes zwei Tage.

 

 

 

Im Jahre 1920 wurde die Firma Mendelssohn & Co. Amsterdam gegründet, die sich 1922 im Verein mit der Londoner Firma Kleinwort, Sons & Co. und der Bayerischen Vereinsbank, München, mit welcher  im selben Jahre  ein Freundschaftsverhältnis geschaffen worden war, kommanditarisch  bei der neugegründeten  Bankfirma Kux, Bloch & Co.  in Wien beteiligte.

 

Die vertretungsberechtigten Inhaber des

Berliner Bankhauses  waren die Herren:

 

Franz von Mendelssohn, Paul von Mendelssohn-Bartholdy

Rudolf Löb, Dr. Fritz Mannheimer, Dr. Paul Kempner,

Robert von Mendelssohn

 

Entnommen einer Zeitungsanzeige des Bankhauses Mendelssohn um 1928

 

Die wirtschaftlichen schweren Zeiten der Weimarer Republik und die Weltwirtschaftskrise überstand das Bankhaus gut. Das änderte sich unter dem NS-Regime. Im Rahmen der "Arisierung" wurden die Aktiva und Passiva der Mendelssohn Bank ohne Gegenleistung von der "Deutsche Bank AG" übernommen. Beteiligt waren daran die noch kurz vorher für Mendelssohn tätigen Bänker Hermann Josef Abs, Heinrich Ulrich und Alfred Kurzmeyer. Alle "Juden", u.a. auch die vorher aufgeführten Personen,  schieden aus dem Vorstand aus und mußten ihre Anteile an andere Gesellschafter übertragen. Zum 31. Dezember 1938 ging das Bankhaus Mendelssohn & Co in Liquidation.

 

 

 

Korrespondenzen späterer Jahre

 

 

Inflationskarte vom 24.9.23, Portostufe 100 Tausend Mark, Marke mit privater Firmenlochung "M" an Satori & Berger.

Die Firma war damals u.a. in Schiffahrt und Speicherung tätig. Rechts Frankotyp Absenderfreistempel, Ur-Type von 1926.

Der Absenderfreistempel wurde bis in die 1930er Jahre verwendet.