L I S E       M E I T N E R

 

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„Wenn ich von den politischen Problemen absehe,

waren meine in Deutschland verbrachten Jahre die schönsten in meinem Leben“.

Lise Meitner

 

Lise Meitner wurde am 7. November 1878 in Wien geboren. Nach der Schulzeit studierte sie Physik und Mathematik. In Wien erhält sie  1906 als zweite Frau den Doktortitel im Fach Physik. Ein Jahr später verläßt Lise Meitner Wien, um ihre Kenntnisse bei Max Planck in Berlin zu vertiefen. Hier trifft sie auf den nahezu gleichaltrigen Otto Hahn, einem Chemiker, der sie für gemeinsame Aufgaben gewinnt. Im Jahre 1918 erhält Frau Meitner eine eigene physikalisch-radioaktive Abteilung im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, 1926 wird sie zur außerordentlichen Professorin ernannt.

 

Über Jahre hinweg widmet sie sich dem Studium von Beta-Strahlen. Nachdem 1932 das Neutron entdeckt worden war, hatten sich Hahn und Meitner insbesondere mit der Suche nach Transuranen, den Elementen schwerer als dem Uran, beschäftigt. Ergebnis war dann die Spaltung der Atomkerne. Trotz gemeinsamer Forschung bekam Hahn  1945 den Nobelpreis für Chemie allein. In diesem Zusammenhang hält sich standhaft die Meinung unter den Akademikern, daß Lise Meitner den Großteil der Arbeit auf diesem Gebiet erbracht hat.

 

Lise Meitners Eltern hatten beide jüdische Vorfahren. Sie verliert aus diesem Grunde 1933 ihre Lehrbefugnis, arbeitet aber bei Otto Hahn weiter. Als österreichische Staatsangehörige floh sie dann allerdings 1938 nach dem Anschluß Österreichs nach Stockholm und veröffentlicht von dort die theoretische Erklärung für  den physikalischen Vorgang der Atomspaltung, die bis dahin für nicht möglich gehalten wurde.

 

Über den Abwurf der Atombombe 1946 auf  Japan waren Lise Meitner und Otto Hahn tief erschüttert. Große Hoffnungen hegten  beide im Hinblick auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Im Jahr 1960 zieht Lise Meitner zu einem Neffen nach Cambridge/England und stirbt dort am 27. Oktober 1968 im Alter von 89 Jahren.

 

  

  Die Bundespost, Berlin und Österreich gaben zu Ehren von Lise Meitner Briefmarken heraus.

Eingerückt wurde ein Absenderfreistempel vom Institut in Berlin-Dahlem.

 

Das eingangs abgebildete Foto zeigt eine Bronzebüste von Lise Meitner,

welche vor dem Hörsaal im Otto-Hahn-Bau in der Thielallee in Berlin-Dahlem angebracht wurde.

Foto: Ingrid Mainczyk 2009

 

Quellen

FDC Text

Belege eigene Sammlung