E R N S T  L U B I T S C H

 

1892 - 1947

   

 

 

Frühe Aufnahmen von Ernst Lubitsch aus 1921.

 

Phot. A. Binder Berlin/Photochemie Berlin

 

 

Der Januar 1892 ist kühl und regnerisch. Die Buchdrucker brechen ihren Streik für die Einführung  des neunstündigen Arbeitstages erfolglos ab. Die „Königlich privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen“ (die Vossische) sorgt sich über innenpolitische Konflikte und außenpolitische Unsicherheiten.

 

Am Morgen eines dieser Tage, exakt dem 29. Januar 1892, einem Freitag, um sieben Uhr wird  den Eheleuten Lubitsch ein Sohn geboren. Sie nennen ihn Ernst. Wenig ist über Kindheit und Schulzeit in Erfahrung zu bringen. Von 1899 bis 1902 geht Ernst Lubitsch in die Vorschule, dann nimmt ihn eine renommierte Lehranstalt auf: das Sophien-Gymnasium  in der Weinmeisterstraße.

 

Daß er das junge Hollywood revolutionieren sollte, hätte sich der Sohn eines jüdischen Konfektionärs nicht träumen lassen. Zunächst versuchte sich der Max Reinhardt-Schüler auf der Bühne. Ohne viel Erfolg - je tragischer die Rolle, desto heiterer das Publikum.

 

Omas Kino steckte noch stumm in den Kinderschuhen, als Lubitsch 1914 in der Rolle eines quirligen Lehrlings als „Der Stolz der Firma“ über die Leinwand fegte. Ein paar Jahre später drehte er selbst seinen ersten großen Film  „Carmen“  mit Pola Negri.

 

 

 

  

Das Geburtshaus von Ernst Lubitsch in der Schönhauser Allee 183 in Berlin-Mitte. Die Gedenktafel

wurde im März 2007 angebracht.  Seine Tochter Nicola war bei der Enthüllung anwesend.

Fotos: I. Mainczyk 2006

 

 

 

 

Im nahe gelegenen Kino "Babylon" in der Hirtenstraße wurden 23 Stumm- und 17 Tonfilme

von Ernst Lubitsch aufgeführt. Darunter war auch eine Premiere.

Fotos: I. Mainczyk 2006

 

 

 

 

 

Frankotyp Freistempel der Reichspost

mit amerikanischer Filmwerbung

 

 

 

1922 rief Hollywood: Auch dort hatte man von dem kleinen Mann gehört, der das junge Medium Film präziser und einfallsreicher zu beherrschen wußte als viele seiner  Kollegen. Lubitsch schuf einen so brillanten wie rasanten Komödien-Stil, für den es sogar einen Namen gab: der Lubitsch-Touch. Mit dieser Magie entlockte er sogar der in ihrem tiefen Ernst stets „göttlichen“ Greta Garbo in „Ninotschka“ ein brüllendes Lachen.

 

 

 

Der Oscar-Preisträger starb am 30. November 1947 mit nur 55 Jahren nach einem Herzinfarkt. Zur Zeit noch ohne eigene Briefmarkenehrung bleibt uns Ernst Lubitsch u.a. über einen Filmwerbefreistempler mit dem ebenso berühmten Maurice Chevalier und seiner "Ninotchka" Greta Garbo in Erinnerung (s. Abb.).