P A U L        L Ö B E

  

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Paul Löbe wurde am 14. Dezember 1875 als Sohn eines Tischlers in Liegnitz/Schlesien geboren. Nachdem er 1895 seine Lehre als Schriftsetzer beendet, dann als Geselle Süddeutschland, Österreich, Ungarn und die Schweiz durchwandert hatte, wandte er sich dem Journalismus und der Politik zu.

 

Von 1899 bis 1919 war er Schriftleiter der Breslauer „Volkswacht“. Ab 1904 als Stadtverordneter in Breslau tätig, wurde er 1919 für den Wahlkreis Breslau in die Weimarer Nationalversammlung gewählt und war einer ihrer Vizepräsidenten. Im Juni 1920 wurde Paul Löbe in den Reichstag und vom Parlament zum Präsidenten gewählt. Als Reichtagspräsident bewies er von 1920 bis 1932 (mit Unterbrechung 1924) großes Geschick und erwarb sich weithin Achtung und Vertrauen, auch bei seinen politischen Gegnern, was in der Weimarer Republik schon einiges bedeutete. Diese Achtung wiederum war Anlaß für Schelte durch die Person von Kurt Tucholsky alias Theobald  Tiger (Gedicht 1930 „Zwei alte Leute am 1. Mai“). Danach trat er in die Redaktion des „Vorwärts“ ein.

 

 

 

 

Originale handschriftliche Widmung von Paul Löbe:

"Wir weihen, was wir schmieden,

Der Freiheit und dem Frieden!"

Berlin 8. Oktober 1932

 

Paul Löbe

Präsident des Deutschen Reichstags

von 1920 - 1932

 

 

 

Bei Machtübernahme der Nazis im  Jahre 1933 kam er für sechs Monate in Haft. Nach längerer Arbeitslosigkeit arbeitete er ab 1935 als Korrektor in einem Verlag. 1944 wurde Paul Löbe noch einmal vorübergehend inhaftiert. Nach dem Zusammenbruch Deutschlands 1945 stellte er sich erneut der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zur Verfügung.

 

 

 

 

 

Sondermarke der Bundespost Berlin auf FDC zum 100. Geburtstag von Paul Löbe. Daneben Sonderstempel

zu "40 Jahre Bundesrepublik" mit namentlicher Wiedergabe von SPD - Mitgliedern im Parlamentarischen Rat;

hier Paul Loebe (falsche Schreibweise), Ernst Reuter und Otto Suhr.

 

 

 

 

Für den Philatelisten von Interesse an der Paul-Löbe-Marke

ist die unterschiedliche Gummierung

 

 

 

Zunächst als Redakteur der Zeitung „Das Volk“ tätig, war er von 1946 an Mitherausgeber der Berliner Zeitung „Telegraf“. Von 1948 bis 1949 gehörte Löbe dem Parlamentarischen Rat und von 1949-1953 als Vertreter Berlins und als Alterspräsident dem Deutschen Bundestag an. In den Folgejahren wurde er Präsident und Ehrenpräsident des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, Ehrenbürger Berlins und der Freien Universität Berlin und erfreute sich darüber hinaus weiterer zahlreicher Ehrungen und Auszeichnungen. Paul Löbe starb am 3. August 1967 im Alter von 91 Jahren in Bonn  und fand seine letzte Ruhestätte in Berlin. Die Bundespost Berlin verausgabte 1975 zum 100. Geburtstag von Paul Löbe eine Sondermarke nach einem Foto mit der stilisierten Darstellung des Reichstagsgebäudes in Berlin.

 

 

 

      

Paul Löbe und die Autogrammsammler:

 

 „Jeden zweiten Tag bittet ein Sammler

um ein handschriftliches Zeichen -..."

 

 

 

 

Quellen

 

Kleines Lexikon der Sozialdemokratie

Gedenkbuch der deutschen Sozialdemokratie

Original-Belege Slg.  "Sozialdemokratie und Philatelie"