Liebesgaben-Pakete

 

Dieses Kapitel deutscher Geschichte während des 2. Weltkriegs wirft noch einige Fragen auf. Fest steht, daß z. B. aus dem neutralen Ausland, insbesondere der Schweiz, diese sogenannten Liebesgaben-Pakete verschickt werden konnten. Bekannt sind auch Sendungen aus Finnland und Norwegen, weniger neutrale Länder, da besetzt. Wer die Auftraggeber dieser Sendungen waren, geht aus den Empfangsbestätigungen hervor. Was diese Menschen dazu veranlaßt hat, ist nicht erkennbar, außer, daß sie als Spender in den Merkblättern bezeichnet wurden. Welche Beziehungen zwischen Auftraggeber und Adressaten bestand, ist ebenso wenig bekannt, wie die Spender an die Adressen in Deutschland gelangten. Auch stellt sich die Frage auf welchen Status der Beschenkten die Versendung ausgerichtet war? Bei den Adressaten vorliegender Belegen handelt es sich um einen Akademiker bzw. ein Aussteuerhaus.                                                                                                                                                              

 

 

Liebesgaben-Pakete u.a. aus der Schweiz enthielten bestimmte vorgegebene Arten von Lebensmitteln: Kakaopulver, Schokolade, Röstkaffee, Ölsardinen, Marmelade, Fruchthonig, Seifenartikel. Es ist bekannt, das man in bestimmten  Büros in neutralen Ländern (Schweiz) Pakete orderte und im Voraus bezahlte. Aus Listen bekannte Preisspannen von 18,50 bis 49,00 Schweizer Franken sind je nach Paketart bekannt. Versender waren Reisebüros, Käsereien, Banken u.a. die direkt oder indirekt aus dem neutralen Ausland die Pakete als Sammelsendungen an deutsche Agenturen weitergaben. Irgendwann in ferner Zeit erhielt der Empfänger über die Post oder den Zoll das Paket. Auf vorgefertigter Karte unterschrieb er den Erhalt des Paketes und sandte diese an eine Kontrollstelle in Hamburg, wo die Listen der Empfänger geführt wurden (möglicherweise eine Zensurstelle). Für die beiden folgenden Karten lautetet die Adresse Postfach 1240 Freihafen Hamburg 8.

 

 

Liebespaket-Empfangsbestätigung 1942

Emmy Wüller, Grosse Geldstr. 23 in Recklinghausen

 

Formblatt mit eingedruckter  Inhaltsangabe des Liebesgabenpaketes.

Paul Kühling wird 1947 unter Parkstr. 19 in Baden als Mitglied mit Jahresbeitrag in der Gesellschaft Pro Vindonissa geführt.

Die Gesellschaft Pro Vindonissa fördert auch heute noch die Erforschung antiker Fundplätze in der Schweiz.

 

 

 

Quellenforschung zum Versand der sogenannten Liebegabenpakete

 

Recklinghäuser Zeitung Mittwoch 18. Mai 2016

 

 

 

Liebespaket-Empfangsbestätigung 1942

Dr. Heinz Exo, Kurfürstenwall 22 in Recklinghausen

 

Ohne vorgedruckte Inhaltsangabe des Liebesgabenpaketes. Die Eintragungen erfolgten durch Adrema-System.

 

Büsingen ist eine deutsche Exklave (seit 1835 Zollausschlussgebiet) mit rund 1374 Einwohnern in 2014,

die zum Schweizer Zollgebiet gehört. Es gibt diverse Sonderregeln, beispielsweise wird keine Kaffeesteuer erhoben.

Mitglieder der Familie Weiss waren in Büsingen exponiert aufgestellt. Ehrenbürger von Büsingen

ist der ehemalige Bürgermeister  Otto Weiss aus dem Kreis der Weiss-Familie.

Welche Verbindungen der Empfänger des Paketes zur Familie Weiss oder zu Büsingen hatte, ist nicht bekannt.

 

Die Frankaturen der Antwortkarten waren unterschiedlich gehandhabt, einmal 3 Pfg. Drucksache,

dann wiederum 6 Pfg. Postkartenporto oder 8 Pfg. erhöhtes Porto für Warensendungen.

 

 

 

Auch nach Kriegsende gab es Lieferungen

unter dem Namen "Liebesgabensendung"

 

 

 

 

Quellen:

Auktionslosbeschreibung

Ausführliche empfehlenswerte Infos siehe Paul-Jürgen Hueske:

Empfangsbestätigung zu Liebesgaben-Paketen in den 1940er Jahren

Neue Schriftenreihe der Poststempegilde e.V.

Vorlagen eig. Belege - Kopien und  eig. Recherchen

Recklinghäuser Zeitung