F E R D I N A N D       L A S S A L L E

 

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„Jedes Leben, das natürliche, wie das politische, ist Einheit von Gegensätzen,

verträgt daher solche und kann gar nicht ohne dieselben bestehen“.

Ferdinand Lassalle

 

 

 

 

Die Beitrags/Spenden-Marke mit Lassalle und der Gräfin von Hatzfeld (1805-1881)

wurde zu Werbezwecken in den Jahren 1863/64 herausgegeben.

 

Ferdinand Lassalle wurde am 11. April 1825 in Breslau als Sohn eines Tuchhändlers geboren. Er besuchte das Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau, die Handelsschule in Leipzig und studierte in Berlin und Breslau Philosophie, Geschichte und klassische Philologie. Unter dem Einfluß der Schriften von Ludwig Börne, Heinrich Heine und Hegel entwickelte sich Lassalle zum revolutionären Demokraten. Ferdinand Lassalle war an der revolutionären Bewegung 1848 im Rheinland beteiligt und Mitglied der Düsseldorfer Bürgerwehr. Mit Karl Marx und Friedrich Engels war er bekannt und studierte das „Kommunistische Manifest“. Anders als Marx aber begriff Lassalle den Staat als „Einheit der Individuen in einem sittlichen Ganzen“ und definierte seinen Zweck als Erziehung und Entwicklung des Menschengeschlechts zur Freiheit und teilte die von Marx verfochtene dialektisch-materialistische Weltanschauung nicht.

 

 

Inflationsbrief mit 100 M Ziffer im Queroval (Queroffset) Ausgabe Februar 1923,

Brief  im Fernverkehr gem. Tarif vom 1.3.1923. Entwertet mit einem

Kreisstempel  mit Gitterbogen oben und unten Plön/Holstein vom 17.4.23.

 

    

Zündholzetikett auf Inflationsbrief 1923 nach Krempe/Holstein.

Krempe liegt rund zehn Kilometer südlich von Itzehoe.

Es ist die zweitkleinste Stadt Schleswig-Holsteins.

 

 

Mit der Gründung des  „Allgemeinen  deutschen Arbeitervereins“ (ADAV) 1863 erwarb sich Lassalle historische Verdienste. Er war auch der erste Präsident des ADAV.  Durch das „Arbeitsprogramm“ (1863) und das „Offene Antwortschreiben“ (1863)  gab Lassalle dem ADAV eine theoretische Grundlage, die die praktische Politik der deutschen Sozialdemokratie seitdem bestimmte. Einige Begegnungen mit Bismarck 1863 blieben ohne politische Folgen. In  Vorträgen und Broschüren forderte Ferdinand Lassalle von Bismarck die Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts, um auch Arbeiter ins Parlament entsenden zu können und die Errichtung von Produktivgenossenschaften, damit sich die Arbeiter der Ausbeutung durch die Kapitalisten entziehen und diesen Konkurrenz machen können. Lassalle verfaßte eine ganze Reihe richtungweisender Schriften. Er hat sich um das Wiedererwachen der deutschen Arbeiterbewegung verdient gemacht und gilt als Gründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Er starb am 31. August 1864 in Genf an einer im Duell erlittenen Verletzung und wurde in seiner Heimatstadt Breslau beigesetzt. 

 

Nach dem Tod Ferdinand Lassalles betrachtete sich Gräfin Hatzfeld, zeitweilige Lebensgefährtin von Lassalle, als seine geistige Erbin und gab seine nachgelassenen Schriften heraus. Sie war im ADAV/LADAV* tätig. 1869 zog sie sich aus der Politik zurück.

 

 

 

Expressbrief an Gräfin Hatzfeld

Hotel Windsor Berlin Mitte (Dorotheenstadt) Behrenstraße 64-65

 

Das Gebäude wurde 1840 als Hotel erbaut und bis 1945 als solches genutzt.

Es wurde 1950 umgebaut und wird nun anderweitig genutzt.

 

Kastenstempel Vohwinkel, heute Wuppertal,

auf  1 Sgr Ziffer im Kreis durchstochen, Ausgabe vom 1. Januar 1868.

 


Zum 100. Todestag von Ferdinand Lassalle verausgabte

die Bundespost 1964 eine Gedenkmarke.

 

 

Für den Philatelisten interessant ist die Farbaussparung

auf der rechten Marke und der Poststempel von Düsseldorf

vom letzten Verwendungstag der Marke 31.12.(19)66.

 

 

   

 

 

 

*Anmerkung

ADAV - Allgemeiner Deutschen Arbeiterverein

LADAV - Lassallescher Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein

gegr. von Gräfin Hatzfeld

 

Quellen

Frauenwelt Dietz Verlag

Biographisches Lexikon des Sozialismus

Briefvorlage Württ. Auktionshaus Stuttgart

Michel Deutschland Spezial

Berlin Lexikon